„Es ist immer der richtige Zeitpunkt, um das Richtige zu
tun“, stellte Punk klar. Gleichzeitig gab er zu, dass er seine sozialkritischen
Kommentare bewusst dosiere. „Mein Blick darauf hat sich heute etwas verändert“,
erklärte er. Bei einer Wrestling-Show gehe es dem Publikum in erster Linie darum,
vom Alltag abzuschalten und sich unterhalten zu lassen.
Die Balance zwischen Unterhaltung und Haltung
„Da will man nicht unbedingt ständig mit realen Themen
konfrontiert werden. Wer ist Republikaner? Wer ist Demokrat? Und all dieser politische
Kram …“ erklärte der World-Champion.
„Aber für mich ist die Welt gerade jetzt
im Jahr 2026 ein ziemlich hässlicher Ort geworden!“ Er verstehe zwar das
Bedürfnis nach Eskapismus, doch manche Themen seien schlichtweg zu relevant, um
sie zu ignorieren.
„Ich spreche über Dinge, die mir wichtig sind. Auf meinem
Instagram-Kanal zum Beispiel. Das ist mein Account, da kann ich das machen. Im
Fernsehen halte ich mich eher zurück. Ich verstehe, dass man, sobald man sich
klar positioniert, automatisch einen Teil des Publikums verliert. Das ist mir
bewusst“, stellte er klar.
Dabei gehe es dem 47-Jährigen weniger um Politik als um
Menschenrechte und Gerechtigkeit. Um die Frage, was richtig oder falsch ist. Um
seine Motivation zu verdeutlichen, teilte Punk eine persönliche Geschichte. „Das
erste Tattoo, das ich jemals gesehen habe, befand sich auf dem Arm meines
Großvaters. Es handelte sich lediglich eine Nummer“, erzählte er.
CM Punks Abrechnung mit der US-Politik
Sein Großvater habe darüber nie mit ihm gesprochen. Aber aus
Geschichtsbüchern lernte er, worum es sich dabei handelte. Nämlich um die
serielle Häftlingsnummer aus dem KZ Auschwitz. Dieselben Geschichtsbücher
lehrten ihn, dass es sehr wohl ein Richtig und ein Falsch gebe. Und falsch laufe
derzeit auch einiges in seinem Heimatland.
„Wenn ich mir anschaue, wo wir als Land derzeit stehen, habe
ich das Gefühl: Wir entwickeln uns zurück. Es wird darüber gesprochen,
bestimmten Gruppen Rechte wegzunehmen“, bemängelte er.
Zudem kritisierte er,
dass die amerikanische Bevölkerung überhaupt noch nie von ihrer Regierung korrekt
repräsentiert worden sei. Die acht Jahre unter Präsident Barack Obama von 2009
bis 2017 hätten das Pendel so weit in eine Richtung ausschlagen lassen, dass es
danach umso heftiger zurückgeschwungen sei.
„Ja, ich bin der Typ mit dem großen Maul. Manchmal spreche
ich direkt aus dem Herzen. Manchmal liege ich daneben. Aber meistens habe ich
das Gefühl, dass ich richtig liege. Und am Ende glaube ich an die
Menschlichkeit. Ich glaube an Menschen, nicht an Regierungen.“
WWE bzw. der Mutterkonzern TKO pflegt einen guten Draht zur
aktuellen UZS-Regierung. Vielleicht auch ein Grund, warum er heute vorsichtiger
agiert als beispielsweise noch zu AEW-Zeiten?
Unterschiedliche Regeln für unterschiedliche WWE-Stars?
„Ich glaube nicht, dass das Unternehmen will, dass wir uns
öffentlich politisch äußern. Ich habe allerdings das Gefühl, dass es
wahrscheinlich unterschiedliche Regeln für verschiedene Leute gibt“, offenbarte
er bereits vor einem Jahr. Mit Triple H, Paul Heyman oder Roxanne Perez spreche
er lediglich über Wrestling, sonst nichts. Aber: „Es ist wohl ziemlich
offensichtlich, wie meine ‚politische Haltung‘ aussieht.“
Das stimmt. In der Vergangenheit machte er sich unter
anderem für die Rechte von LGBT+-Personen stark. Er unterstützte die „Black
Lives Matter“-Bewegung und nahm an einer „No Kings“-Demonstration teil.
Im vergangenen Juni entschuldigte sich CM Punk bei den Fans in Saudi-Arabien
Zudem
verglich er vor einigen Monaten Mitglieder der Republikanischen Partei mit dem
Horrorfilm-Charakter Freddy Krueger. Für seine heftige Kritik an dem
WWE-Partner Saudi-Arabien hat er sich inzwischen öffentlich entschuldigt. Dafür
nannte er Pat McAfee in der vergangenen Woche bei
Raw
„Pat MAGAfee“.
Für seine Fans bleibt CM Punk dadurch genau das: eine
Stimme, die selbst in Zeiten des Eskapismus nicht verstummt. Kritiker bemängeln
jedoch, dass seine Haltung nicht immer zu 100 Prozent konsistent wirkt.
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