Sein Vorwurf: Vielen Wrestlern mangle es an
Ernsthaftigkeit. Vor allem, wenn es um Feedback geht. Bestätigung aus dem
Internet zähle für ihn dagegen wenig.
Ehrliches Feedback statt WWE-Wischiwaschi!
Auf die Frage, was er bei WWE ändern würde, nannte Punk den
Mangel an Abwechslung und Risikobereitschaft bei seinen Kolleginnen und
Kollegen. „Ich würde mir wünschen, dass einige Leute die Sache etwas ernster
nehmen“, sagte der WWE-Champion.
Er vermisse vor allem ehrliches Feedback.
Anstatt einfach nur zu hören: „Ja, war schon okay“, sollten die Akteure
konstruktivere Rückmeldungen erhalten. „Manche jagen der ‚Umarmung‘ regelrecht nach. Sie kommen in
den Backstage-Bereich und fragen sofort: ‚Wie war's?‘ Sie wollen hören, dass
alles gut war!“
Ein großes Problem sieht der 47-Jährige in diesem
Zusammenhang mit den sozialen Medien. „Legt verdammt noch mal eure Handys weg!
Ihr schaut sofort auf Twitter, um zu sehen, wie euer Match angekommen ist. Habt
ihr denn überhaupt auf die Zuschauer gehört?
CM Punk: „Vergesst Social Media!“
Die unmittelbare Reaktion zähle, denn die Fans in der Halle
seien die wahren Vorgesetzten. „Es ist mir völlig egal, was irgendjemand auf
Twitter über euer Match schreibt“, schimpfte er. Er selbst besitzt keinen
TikTok-Account und hat Twitter vor Jahren aufgegeben.
Auf Instagram sei er zwar noch unterwegs. Aber in erster
Linie, um sich Bilder von Hunden und Essen anzusehen. Auch wenn er zugab,
insgesamt ebenfalls zu viel Zeit am Handy zu verbringen.
Vor einer Woche gewann CM Punk den WWE-Champion-Titel. Was das Internet darüber denkt, ist ihm egal.
Auf die Frage, ob das Problem eher bei den Wrestlern oder
bei den Verantwortlichen zu suchen sei, erklärte er: „Es kann an beiden Seiten
liegen. Manche wollen einfach niemandem auf die Füße treten oder Gefühle
verletzen. Deshalb müssen sie einen Weg finden, Kritik positiv zu vermitteln.“
Beide Seiten in der Verantwortung
„Ich möchte, dass sich die Producer darauf konzentrieren,
den Talenten zu helfen. Sie sollen konstruktives, positives Feedback geben.
Dinge zeigen, anstatt sie nur zu erklären“, so der WWE-Champion weiter.
Gleichzeitig nahm er aber auch die Wrestler in die Pflicht: Nur wer sich
wirklich verbessern will, könne sich auch weiterentwickeln.
„Sie müssen lernen,
Feedback anzunehmen und umzusetzen.“ Insgesamt sei dies allerdings schwieriger
geworden, da es kaum noch Live-Events gebe. Gerade bei solchen Events, die
nicht im TV ausgestrahlt werden, hatte man die Möglichkeit, Dinge
auszuprobieren und zu verbessern. Aber: „Wer wirklich will, wird einen Weg
finden!”
CM Punk: „Das Arbeitsumfeld bei WWE ist besser als früher“
Grundsätzlich hoffe der 47-Jährige, seinen Nachfolgern ein
besseres Wrestling-Business zu hinterlassen, als er selbst vorfand. In diesem
Zusammenhang zeigte er sich überzeugt, dass WWE unter der neuen Führung ein
deutlich besseres Arbeitsumfeld bietet.
„Mittlerweile arbeiten Menschen in verantwortlichen
Positionen, die wirklich wollen, dass andere erfolgreich sind“, so CM Punk.
„Ich wünsche mir, dass die nächste Generation weniger arbeiten und mehr Geld
verdienen kann als ich.“
Dies gelte aber für jede Branche. „Ich habe viele Freunde in
der NHL. Und die freuen sich riesig für die jungen Spieler. Sie sagen: ‚Das ist
großartig. Die jungen Jungs verdienen heute mehr Geld als wir damals.‘ Genau
das wünsche ich mir auch fürs Wrestling.“
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