Ex-WCW-Besitzer Ted Turner gestorben: Warum der US-Medienmogul so wichtig für das Wrestling war

Wrestling News Worldwide
Samstag, 09 Mai 2026 um 15:35
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In dieser Woche hat die Wrestling-Welt mit Ted Turner eine Schlüsselfigur für die Entwicklung des US-Wrestling-Geschäfts verloren. Turner verstarb am 6. Mai im Alter von 87 Jahren in seinem Haus in Florida.
Während Ted Turner weltweit vor allem als der Mann bekannt war, der das 24-Stunden-Nachrichtenfernsehen etablierte und CNN zu einer bis heute führenden Marke im Nachrichtengeschäft machte, verliert die Welt des Pro-Wrestlings mit ihm einen ihrer wichtigsten Wegbereiter. Er war der einzige Mann, der Vince McMahons Wrestling-Imperium jemals langfristig die Stirn bieten konnte.
Wenn Wrestling-Fans heute über die „Monday Night Wars“, globale TV-Produktionen und Millionengagen für Wrestler sprechen, dann ist das das direkte Erbe von Robert Edward „Ted“ Turner III.

Turner setzte für den landesweiten TV-Erfolg auf das Wrestling

Turners Beziehung zum Wrestling begann vor allem aus geschäftlichem Instinkt. In den 1970er-Jahren suchte er nach günstigem, populärem Content für seinen kleinen Sender WTCG (später TBS). Wrestling lieferte die Einschaltquoten, die seinem Sender dabei halfen, zu einer landesweiten „Superstation“ zu werden.
Traditionell um 18:05 Uhr am Samstagvorabend platzierte Turner seine Wrestling-Programme, die über viele Jahre in seinem Fernsehstudio in Atlanta aufgenommen wurden. Zeitweise waren neben Baseball die Wrestling-Shows die beliebtesten Inhalte des Senders.

Wrestling-Rivalität erwuchs: Vince McMahon geriet mit Ted Turner 1984 aneinander

Ein entscheidender Moment in Turners Wrestling-Karriere war der 14. Juli 1984, bekannt als „Black Saturday“.
Vince McMahon hatte durch den heimlichen Aufkauf von Georgia Championship Wrestling den begehrten Sendeplatz auf Turners Kanal TBS übernommen. Dies war einer der entscheidenden Schritte, um seine WWF-TV-Programme landesweit zu platzieren.
Doch der Plan misslang: Die Fans rebellierten gegen den neuen Stil, und die Quoten brachen ein. Die Zuschauer wollten ihr klassisches „Southern Wrestling“ sehen, nicht das von McMahon inszenierte Wrestling.
Turner, verärgert über McMahons Taktik, erkannte den Wert einer Alternative zum McMahon-Imperium. Diese Erfahrung legte den Grundstein für Turners Entschluss, im Kampf um die Wrestling-Marktanteile aggressiv mitspielen zu wollen.

Die Geburtsstunde von World Championship Wrestling

1988 vollzog Turner den entscheidenden Schritt: Er kaufte die ins Straucheln geratene Jim Crockett Promotions und formte daraus World Championship Wrestling (WCW).
WCW blieb ein fester Bestandteil auf den Kabelsendern Turners, auch wenn es zur Jahreswende der 1990er-Jahre wirtschaftlich angespannt lief. Verschiedenen Bookern und TV-Managern wurde in dieser Zeit World Championship Wrestling anvertraut.
Erst Eric Bischoff als neuer einflussreicher Mann hinter den Kulissen brachte die Stellschrauben so in Position, dass Turner der Wrestling-Liga noch mehr Bedeutung im Konzern zusprach. Zunächst verpflichtete Bischoff 1994 Hulk Hogan. Dann gab Turner seinem Wrestling-Manager Prime-Time-Sendezeit auf seinem Prestigekanal TNT, um Vince McMahons Monday Night Raw direkt herauszufordern.

Die „Monday Night Wars“ veränderten noch einmal alles

Es folgte eine Ära, die als die goldenen Jahre des US-Wrestlings in die Geschichte einging. Der Produktionsstil, der die Wrestling-Shows seitdem prägte, wird bis heute beibehalten.
Ohne Ted Turners Rückhalt hätte es die New World Order (nWo), den Aufstieg von Stars wie Goldberg oder die Verpflichtung von Legenden wie Hulk Hogan und Randy Savage in dieser Form nie gegeben. Während andere Manager im Konzern die Wrestling-Programme schon zuvor infrage gestellt hatten, blieb Turner den Programmen immer treu – wohlwissend, was er dem Wrestling für den Aufbau seiner eigenen Superstation zu verdanken hatte.
Der bedeutendste Meilenstein im Wrestling-Machtkampf: 83 Wochen lang besiegte Turners Vision das McMahon-Imperium in den Einschaltquoten – ein Erfolg, der das Wrestling in den Mainstream katapultierte.

Turners Wrestling-Erbe hat bis heute Bedeutung

Auch wenn Turner nach der Fusion von AOL und Time Warner die Kontrolle über seine Sender und damit auch über WCW verlor, bleibt sein Fußabdruck im Wrestling unlöschbar. Er bewies, dass Konkurrenz das Geschäft belebt, und zwang die gesamte Branche dazu, ihre Produktionsstandards, Storylines und die Bezahlung der Athleten radikal zu verbessern.
Ohne eine direkte Einflussnahme auf das Tagesgeschäft des Medienkonzerns konnte Turner nicht mehr verhindern, dass sich AOL/Time Warner 2001 von World Championship Wrestling trennte – und damit eine in den frühen 1970er-Jahren begonnene Geschichte zu Ende ging.
Ted Turner war kein klassischer „Wrestling-Promoter“, aber er war der wichtigste Verbündete, den die Branche je hatte. Er gab den Fans eine Wahl und den Wrestlern eine Plattform, die so groß war wie seine eigene Persönlichkeit.
Seine Bedeutung für die US-Wrestling-Geschichte würdigte deshalb auch AEW. Die 2019 gegründete Wrestling-Promotion landete auf denselben TV-Kanälen, die einst World Championship Wrestling groß gemacht hatten, und trat fast 20 Jahre später das Turner-Wrestling-Erbe an.
Auch WWE gedachte zum Start von SmackDown am Freitagabend des einstigen Gegenspielers – wohlwissend, dass das Wrestling ohne Turner heute ganz anders aussehen würde.
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