Ein Leben ohne New Day? Fast undenkbar, aber möglich! Der sympathische SmackDown-Superstar spricht über seine WWE-Karriere auf Solofaden, ein Jahr in der Pandemie und ein neues Herzensprojekt. (+)

Seit dem vergangenen Herbst erleben wir dich wieder auf Solopfaden. Dabei hatte man gedacht, New Day würde es in dieser Konstellation für immer geben. Wie war die Trennung für dich und wie schätzt du seitdem deine Entwicklung ein?

Im ersten Moment war es eine riesige Enttäuschung. Wir dachten immer, als Einheit wie ein Schweizer Taschenmesser zu funktionieren. Wir könnten Solo-Projekte machen, dann wieder im Team antreten. Das haben wir ja auch erlebt, als Kofi Champion wurde. Die Aufteilung auf zwei Shows hat aber auch einen Silberschweif am Horizont mitgebracht. Wir wurden quasi gezwungen, separate Identitäten herauszuarbeiten. 

Kofi und Woods sind immer so etwas wie eine Wohlfühldecke für mich gewesen. Sie gaben mir Halt. Ich wusste immer, dass ich Leute habe, mit denen ich mich unterhalten kann und die ich gut kenne. Jetzt musste ich mich selbst in vielerlei Hinsicht anpassen und erst wieder Tritt fassen. Das betraf auch einfache Dinge: „Hey, wie soll ich nun die Rampe runterkommen? Wie betrete ich den Ring?“ Ich brauchte auch ein neues Theme, das dann von Wale kam. Er ist ein Freund von mir und ein fantastischer Rapper. Auch mit der Musik hat sich das Gesamtgefühl geändert. Von den positiven Gospelklängen zu einem eher härteren Hip-Hop-Beat. Das hat viele Überlegungen zu meiner Identität ausgelöst. Und die gehen bis heute. 

Ich wollte mich auch auf keinen Fall zurückentwickeln, gleichzeitig aber Elemente aus meiner Vergangenheit behalten. Ich bin immer noch in einem Prozess, um herauszufinden, was sich für mich richtig anfühlt.

DAS LEBEN NACH DER TAG-TEAM-ZEIT

Wenn du dich mit deiner Anfangszeit vergleichst: In welchen Bereichen hat sich Big E am meisten verbessert – und wie hat das zu deiner neuen Solo-Karriere geführt?
Ich fühle mich heute als Performer einfach so viel wohler. Da hat The New Day total geholfen. Für mich ist das häufig ein Cringe-Gefühl, wenn ich mir Promos von früher anschaue oder die Art, wie ich mich präsentierte. Ich wollte einfach wie dieser taffe, große, zeitweise emotionslose Typ rüberkommen. Und das ist ganz ehrlich langweilig. Das hat es schon viel zu häufig gegeben. Total fantasielos. Auch zu dieser Zeit hatten wir bereits Typen wie Brock Lesnar und Mark Henry. Dann kam New Day, und die Gruppe hat mir einen Weg geebnet. 

Jetzt, und …