Fritz Von Erich mit seinen Söhnen / World Class Championship Wrestling / Foto: George Napolitano
Fritz Von Erich mit seinen Söhnen / World Class Championship Wrestling / Foto: George Napolitano

Der neue Kinofilm „The Iron Claw“ erzählt die Tragödie der texanischen Familie von Erich. Doch der Aufstieg und Fall von World Class Championship Wrestling ist noch schockierender, als Hollywood zeigt…

(Dieser Artikel erschien ursprünglich 2007 und wurde anlässlich des Filmstarts von „The Iron Claw“ aktualisiert.)

Dallas im US-Bundesstaat Texas war ein paar Jahre lang die heißeste Adresse im Wrestlingsport. Viele Dinge, die heute bei RAW, SmackDown oder Dynamite zu sehen sind, fanden ihren Ursprung bei World Class Championship Wrestling rund um die Von Erichs. Doch auch keine andere Familie hatte in derart kurzer Zeit mit so vielen Tragödien und Todesfällen zu kämpfen.

Power-Wrestling.de begibt sich auf Zeitreise und blickt auf die Geschehnisse rund um die Familie Von Erich und World Class zurück. 

1982. David Hasselhoff steigt zum ersten Mal in sein schwarzes Wunderauto K.I.T.T., Rocky misst sich im Ring mit Clubber Lang. Im Radio ertönt passend dazu „Eye Of The Tiger“ von Survivor. Italien gewinnt den dritten Fußballweltmeistertitel, und im Dezember veröffentlicht Michael Jackson mit „Thriller“ das erfolgreichste Musikalbum aller Zeiten.

Im selben Monat sorgt der Turn der Fabulous Freebirds gegen die Von Erich Brüder bei World Class Championship Wrestling in Texas für Furore. Doch nicht nur die lokalen Wrestlingfans warten gebannt auf die Fortsetzung der erbitterten Fehde. Die jungen Von Erichs werden bald auch außerhalb der Bundesstaats- und Landesgrenzen bewundert werden.

31 Jahre später. WCCW gibt es schon lange nicht mehr. Nur einer der fünf (ursprünglich sogar sechs) Brüder ist noch am Leben, drei von ihnen wählten in jungen Jahren den Freitod. Eine Story, die selbst für Hollywood-Verhältnisse übertrieben wirkt. Im Spielfilm „The Iron Claw“ mit Zac Efron in der Hauptrolle, der die Geschehnisse rund um die Familie nacherzählen möchte, hat man den jüngsten Bruder kurzerhand weggelassen.

Dies ist die wahre Geschichte von Kevin, David, Kerry, Mike und Chris Von Erich. Die Geschichte von World Class Championship Wrestling – und dem Fluch von Texas.

Anfang der Achtziger gab es drei große Wrestlingverbände in den Vereinigten Staaten von Amerika. Sie unterschieden sich zum Teil diametral. Die World Wrestling Federation von Vince McMahon operierte von New York aus und konzentrierte sich vornehmlich auf den Nordosten. In Minnesota war die American Wrestling Association von Verne Gagne beheimatet.

Die National Wrestling Alliance war ein Dachverband vieler regionaler Promoter mit einem reisenden World Heavyweight Champion, der von Territorium zu Territorium zog. Eines dieser in ganz Nordamerika verbreiteten Territorien befand sich in Dallas im US-Bundesstaat Texas. Geleitet wurde diese Region seit den späten Sechzigern von Jack Adkisson. Doch die Wrestlingwelt kannte ihn nur unter dem Namen Fritz Von Erich.

DER VERHASSTE „DEUTSCHE“ FRITZ VON ERICH

Obwohl er selbst nie den NWA World Title halten durfte, zählte Fritz in der Rolle des bösen Nazis Ende der 50er- und 60er-Jahre zu den bekanntesten und meistgehassten Wrestlern des Landes. Sein Finishing Move, die eiserne Kralle, sorgte allerorts für Furcht und Respekt. Oft machte er auch mit seinem (unechten) „deutschen Bruder“ Waldo Von Erich die Ringe unsicher.

Doch gegen Ende seiner Karriere veränderte Fritz sein Gimmick. Aus dem verhassten Deutschen wurde ein beliebter texanischer Held. Zwischenzeitlich fungierte dieser sogar als Präsident der National Wrestling Alliance. 

1959 bescherte ihm das Schicksal die erste Tragödie. Der älteste Sohn von Fritz und Ehefrau Doris, Jack Jr., genannt Jackie, verstarb aufgrund eines Stromunfalls im Alter von nur sechs Jahren. Die beiden sollten noch fünf weitere Söhne bekommen. Kevin, David, Kerry, Mike und Chris. Der Vater verlangte von seinen Söhnen bereits in jungen Jahren sportliche Höchstleistungen. Zumeist konnten sie diese in der Lake Dallas Highschool auch erbringen.

Als erfahrener Wrestler und Promoter hatte Fritz von Anfang an große Pläne für all seine Söhne in der Schublade. Bereits während deren Highschool Zeit stellte er die Jungs auf den großen NWA Conventions diversen Promotern als zukünftige Superstars und World Champions vor. Er sorgte dafür, dass seine Söhne immer im Gespräch blieben und auch in den damals enorm wichtigen Wrestling-Magazinen Erwähnung fanden. Und das, bevor auch nur ein einziger von ihnen je einen Fuß in einen Ring setzte.

In den frühen Achtzigern vollzog sich im Dallas-Territorium eine wrestlingtechnische Revolution. Die lokale Fernsehstation suchte eine Sendung, die regelmäßig hohe Einschaltquoten erzielen würde. Pro Wrestling war immer ein Garant für diese – wenn auch die bald folgenden Ausmaße zu diesem Zeitpunkt noch nicht erahnt werden konnten.

Die neue Show mit dem Titel World Class Championship Wrestling ging zum ersten Mal am 15. November 1981 auf Sendung. Aufgezeichnet wurden die Kämpfe im berühmten Sportatorium von Dallas. WCCW war auf viele Weise neuartig. Etliche der damals erstmals eingeführten, revolutionären Neuerungen gehören heute zum TV-Standard.

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WORLD CLASS CHAMPIONSHIP WRESTLING EROBERT DIE HERZEN DER JUNGEN ZUSCHAUER

Zum ersten Mal kamen moderne Kameraperspektiven zum Einsatz. Selbst bis in den Ring durften die Kameraleute vordringen, um den TV-Zuschauern spannende Nahaufnahmen zu liefern. Dafür wurden anstatt der bislang üblichen zwei nun bis zu sechs Kameras genutzt. Zum ersten Mal gab es in einer Wrestlingshow Instant Replay und Zeitlupen.

Populäre Rocksongs fungierten als Einzugsmusiken für alle Stars der Sendung. Die Matches selbst waren recht kurz. Über die Wrestler wurden Videoeinspielungen produziert. Die Ähnlichkeit zu Monday Night RAW und Co. ist klar ersichtlich und alles andere als zufällig. Sports Entertainment der Neuzeit ist in vieler Hinsicht eine Weiterentwicklung der damaligen World-Class-Sendungen. 

Viele der älteren Fans konnten mit dem neuen Konzept nichts anfangen. Doch das machte nichts aus, denn World Class Championship wandte sich vorwiegend an jugendliche Zuschauer. Dies zeigte sich auch im Ring selbst. Mit Kevin, David und Kerry Adkisson, die allesamt den Gimmick-Nachnamen und die Iron Claw ihres Vaters übernahmen, hatte die Promotion drei junge Publikumsmagneten, die vor allem junge Frauen in die Hallen lockten.

Sie träumten von Beziehungen mit den Jungs, während die männlichen Fans selbst wie die Von Erichs sein wollten. Der Hype um John Cena oder Cody Rhodes ist gar nichts verglichen mit der Popularität und dem Status der Von-Erich-Brüder im Texas der frühen 80er-Jahre. Selbst die nachweislich nicht gerade zurückhaltenden Rockstars der damaligen Zeit schauten mitunter neidisch in den „Lone Star State“.

Vor den Kameras verkörperten die Von Erichs das perfekte Saubermann-Image. Sie hatten (offiziell) keine Freundinnen, Frauen oder Kinder, gingen regelmäßig in die Kirche und halfen älteren Frauen über die Straße. An ihrer Seite standen unter anderem von „Iceman“ King Parsons und „Gentleman“ Chris Adams aus Großbritannien. Ein immer wieder gerne gesehener Gast war Bruiser Brody. Auf der Gegenseite fand man mit den Fabulous Freebirds, bestehend aus Michael „P.S.“ Hayes, Terry „Bam Bam“ Gordy und Buddy „Jack“ Roberts, die perfekten Rivalen für die Von Erichs.

Die jungen Südstaatenrocker verkörperten all das, was die Brüder vor den Kameras nicht sein wollten oder durften. Trotzdem wurden sie oft von den Fans bejubelt – solange sie nicht David, Kerry und Kevin gegenüberstanden. Unterstützung erhielten die Freebirds zeitweise von „Gorgeous“ Jimmy Garvin und dessen Valet Sunshine (später durch Precious ersetzt).

Andere Bösewichter fanden sich im Stable der Devastation Incorporated mit immer wieder wechselnden Mitgliedern unter der Leitung von Skandor Akbar ein. Ein wichtiger Teil der Shows war auch der NWA World Champion Ric Flair, der immer wieder hereinschaute, um sich mit allen drei Brüdern zu messen. Mike Von Erich stieß wenig später übrigens als vierter Bruder hinzu. Er stand aber meistens im Schatten der anderen.

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DIE VON ERICHS GEGEN DIE FABULOUS FREEBIRDS

Obwohl die Erfolge seit Anbeginn der Show passabel waren, schossen die Quoten erst nach Christmas Star Wars, das nichts mit der Filmserie von George Lucas gemein hat, am 25. Dezember 1982 so richtig in die Höhe. In einem No-DQ-Käfigmatch zwischen Kerry Von Erich und Champion Ric Flair schlug Special Guest Referee Michael Hayes dem Texaner die Käfigtüre gegen den Kopf. Die berühmte Fehde der Von Erichs gegen die Freebirds war gestartet. Die Zuschauerzahlen in den Hallen und vor den TV-Schirmen explodierten förmlich.

World Class Championship Wrestling wurde bald nicht nur in Texas, sondern in der ganzen Welt gesehen. Andere lokale Sender hörten von den Erfolgen und kauften die Videobänder für eine eigene Ausstrahlung ein. Unter anderem verzeichnete die Show sogar in Boston, Massachusetts, bessere Quoten als die World Wrestling Federation. Der Bundesstaat war und ist bis heute ein traditionell wichtiger Markt für die von den McMahons geleitete Promotion.

Besonders beliebt waren die Von Erichs auch in Israel. Bei einer damals durchgeführten Umfrage der beliebtesten TV-Persönlichkeiten des Landes fanden sich die drei Brüder auf Platz eins bis drei. An vierter Stelle rangierte Bill Mercer, der Kommentator von World Class. Zu Spitzenzeiten wurde die Sendung von 85 TV-Stationen in 25 Ländern ausgestrahlt. 

1983 war ein hervorragendes Jahr für die Promotion. Doch hinter den Kulissen machten immer wieder Meldungen von Drogeneskapaden die Runde. Im Juni wurde Kerry bei der Rückkehr aus seinen Flitterwochen am Flughafen verhaftet. Die Beamten fanden allerlei illegale Tabletten bei ihm. Doch in den Zeitungen fand der Vorfall kaum bis gar keine Beachtung.

In der Zeit vor dem Internet und offener Wrestling-Magazine konnte man Vorfälle dieser Art hervorragend unter den Tisch kehren. Die Auflage der Inside-Newsletter, wie etwa dem Wrestling Observer, war nur sehr klein. Fritz wollte auf keinen Fall, dass das perfekte Image seiner Söhne auch nur irgendeinen Kratzer erhielt. Doch zumindest die Promoter und Kollegen wussten, dass die Von Erichs illegalen Drogen gegenüber alles andere als abgeneigt waren. 

Obwohl Kerry den bei Weitem muskulösesten Körper hatte und Kevin der fähigste Highflyer unter den Brüdern war, wurde gemeinhin David als insgesamt talentiertester Von Erich angesehen. Fast alle Experten waren überzeugt, dass er einmal den Weltmeistertitel gewinnen würde. Auch das Board der National Wrestling Alliance selbst, das damals den Champion per Abstimmungsverfahren bestimmte, teilte diese Ansicht. Lediglich der Zeitpunkt des Titelgewinns stand bisher nicht fest. 

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„HEAVEN NEEDED A CHAMPION“ – DAVIDS TOD 

Doch am 10. Februar 1984 bescherte das Schicksal Fans, Kollegen und Verwandten einen schweren Schlag. David, der sich gerade auf einer Wrestlingtour in Japan befand, wurde tot in seinem Hotelzimmer aufgefunden. Im Alter von nur 25 Jahren. Als offizielle Todesursache gab man eine akute Enteritis (Darmentzündung) bekannt.

Doch nicht wenige zweifeln bis heute an dieser Tatsache. Unter ihnen auch Ric Flair, der in seinem Buch „To Be The Man“ schreibt: „Jeder im Wrestling glaubt, dass David an einer Überdosis starb und Bruiser Brody (ein enger Freund der Von Erichs; Anm. d. Red.) eine Menge Pillen die Toilette wegspülte, bevor die Polizei ankam.“ 

Von offizieller Stelle zweifelte man die damalige Todesursache aber nie an. Alles Weitere ist nur Spekulation. Doch bis heute bleibt der Tod von David Von Erich für so manchen Beobachter ein Rätsel. Mehr oder weniger.

Die gesamte Wrestlingwelt war vom Verlust des Jungstars schwer getroffen. Zum Begräbnis in Texas erschienen einige Tausend Trauergäste. Doch getreu dem Motto „The show must go on“ wurde auch bei World Class nach dem Schock weitergearbeitet. Die erste Sendung nach dem Tod Davids präsentierte sich als Tributshow.

Sowohl „Gute“ als auch „Böse“ sprachen positiv über ihre Erinnerungen an den Verstorbenen. Dazwischen gab es immer wieder Highlights aus der leider viel zu kurzen Karriere Davids zu sehen. WWE übernahm später das Konzept für ihre eigenen „Gedenkausgaben“ zu Ehren von Owen Hart und Eddie Guerrero. 

KERRYS GRÖSSTER WRESTLING-ERFOLG

Zu Ehren von David hielt man am 6. Mai die erste David Von Erich Memorial Parade of Champions im Texas Stadium in Irving, der Heimat des berühmten Footballteams der Dallas Cowboys, ab. 32.123 rekordverdächtige Zuschauer füllten das Stadion. Statt der Nationalhymne gab es eine Live Performance von „Heaven Needed A Champion.“ Ein Lied, das zu Ehren von David geschrieben und natürlich auch an den Fanartikelständen auf Käufer wartete. In der Undercard wurden unter anderem die Freebirds von Mike, Kevin und Fritz, der noch einmal aus dem Ruhestand zurückkehrte, besiegt. 

Im Main Event forderte Kerry den World Heavyweight Champion Ric Flair heraus. Bereits in der Vergangenheit hatten sich die beiden einige Klassiker geliefert. Zu Ehren seines Bruders trug Kerry dessen Markenzeichen, eine gelbe Rose, auf seiner Robe. Und tatsächlich: Nach knapp zwölf Minuten konnte Von Erich, der den Beinamen „Modern Day Warrior“ trug, den „Nature Boy“ siegreich schultern. Unter ohrenbetäubendem Lärm und vielen Tränen in den Zuschauerreihen wurde Kerry mit 24 Jahren zum jüngsten NWA World Champion aller Zeiten gekrönt. World Class Championship Wrestling befand sich auf dem absoluten Höhepunkt. 

Doch bereits vor dem Titelwechsel war dem Board der National Wrestling Alliance klar, dass Kerry kein langfristiger Champion war – obwohl er auf den ersten Blick alle Voraussetzungen mitbrachte. Viel zu sehr war das Drogenproblem inzwischen aus den Fugen geraten. 

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„1985 wrestlete ich mit Kerry eine Stunde lang im Will Rogers Coliseum, einer Rodeo Arena in Fort Worth. Die Stimmung war okay, denn Kerry war so populär in Texas, dass die Menschen auf all seine Aktionen reagierten, egal, was er tat. Technisch gesehen würde ich dies allerdings als eines der schlechtesten Matches meiner Karriere bezeichnen“, berichtete Ric Flair von einem seiner vielen Duelle mit dem Modern Day Warrior.

„Es wurde so lächerlich, dass ich sogar mich selbst in Haltegriffe begab. Ich setzte einen Figure Four bei Kerry an und drehte ihn so herum, als ob Kerry es getan hätte. Ich nahm ihn in einen Headlock, nahm seine Hand und klemmte sie gegen meinen eigenen Arm, während ich mich duckte, damit es so aussah, als hätte sich Kerry aus dem Manöver befreit. Nachdem das Time Limit erreicht war, stürmte ich in die Umkleidekabine und warf meinen NWA Titel auf World-Class-Booker Ken Mantell. Doch auch das reichte nicht, um jemanden zu motivieren, endlich das schon lange nötig gewordene, ernsthafte Gespräch mit Kerry zu suchen.“

18 Tage nach der Parade der Champions verlor Kerry den NWA World Heavyweight Titel in Japan wieder an Ric Flair. Doch Drogenprobleme hin oder her, das Territorium war populär wie nie zuvor. Die Fans glaubten nach wie vor an das Saubermann-Image der Brüder und füllten die Hallen. Die zweite David Von Erich Memorial Parade of Champions lockte ein Jahr später immerhin noch 26.153 Zuschauer ins Stadion. Sie kamen in erster Linie, um Ric Flair gegen Kevin und One Man Gang gegen Kerry zu sehen. 

Kerry Von Erich vs. "Nature Boy" Ric Flair / World Class Championship Wrestling / Fotos: George Napolitano
Kerry Von Erich vs. „Nature Boy“ Ric Flair / World Class Championship Wrestling / Fotos: George Napolitano

Doch bereits im Sommer des Jahres 1985 folgte der nächste Schock. Bei einer Tour durch Israel verletzte sich Michael Von Erich an der Schulter. Durch die darauffolgende Operation erlitt er ein Toxisches Schocksyndrom (TSS), eine schwere Infektion. Der jüngste der aktiven Von Erichs befand sich sogar in akuter Lebensgefahr, doch er konnte nach langem Kampf gerettet werden. Durch das hohe Fieber erlitt er allerdings bleibende Hirnschäden. Im Ring und am Mikrofon konnte man die Auswirkungen später leider kaum ignorieren.

Während Mikes verletzungsbedingter Auszeit fehlte der Promotion ein dritter Von Erich. Man dachte sich kurzerhand einen aus. Kevin William Vaughn, ein gut aussehender junger Wrestler, wurde verpflichtet und als Sohn von Fritz’ Gimmick-Bruder Waldo vorgestellt. Als Cousin Lance Von Erich floppte er allerdings in großem Maße.

Er hatte weder das Charisma der echten Brüder noch Ringfähigkeiten jeglicher Art vorzuweisen. Nach gut einem Jahr verschwand er wieder aus den TV-Shows und wechselte zur Konkurrenz. Fritz erzählte anschließend vor laufenden Kameras, dass Lance kein echter Von Erich war und sich aus rechtlichen Gründen auch nicht mehr so nennen durfte. Eine ungewöhnliche Maßnahme – nicht nur für diese Zeit. 

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