Die vielen Kilos gehörten zu seinem markanten Erscheinungsbild, waren jedoch auch für seinen viel zu frühen Tod verantwortlich. Jetzt hat WWE auf Yokozuna, einen einzigartigen Star der Neunziger, zurückgeblickt. (PW+)

WWE startet mit einer interessanten Doku-Reihe ins neue Jahr. Unter dem Label „Icons“ werden Superstars aus der Vergangenheit ins Visier genommen, die nicht zu den absoluten Aushängeschildern zählen, dennoch aber Fans ein Begriff sind. Namen wie Rob Van Dam, Lex Luger, Beth Phoenix oder Davey Boy Smith sind in kommenden Episoden ein Thema, doch die Debüt-Doku der „Icons“-Reihe war gleich einem markanten WWE-Champion gewidmet, dem japanischen „Sumomeister“ Yokozuna.  

Als Yoko 1992 in der damaligen World Wrestling Federation auftauchte, hielten ihn die meisten Zuschauer für einen echten Japaner. Tatsächlich, und darum macht der knapp 80-minütige Film keinen Hehl, entstammte Yokozuna der berühmten Anoa‘i-Familie. Die Samoaner gehörten bereits in früherer Generation zum Inventar der McMahons, vertreten durch die „Wild Samoans“ Afa und Sika. 

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DIE WRESTLING-KARRIERE WAR VORPROGRAMMIERT 

Als der junge Rodney Anoa’i, der in Kalifornien aufwuchs, lieber die Schule schwänzte und infolge dessen seinen High-School-Abschluss vermasselte, landete der Bengel bald bei seinen berühmten Onkeln an der Ostküste, Afa und Sika. Zu dieser Zeit betrieben die Samoans bereits ihre eigene Wrestling-Schule und bildeten, wie zu eben dieser Zeit auch das kommende Team der „Head Shrinkers“ (Samu und Fatu), den jungen Rodney zum Wrestler aus. 

Der spätere Yoko stand bereits mit 19 Jahren vor Publikum im Ring. Die Doku betrachtet diese Ausbildungsjahre in verschiedenen Promotions allerdings nur oberflächlich. Dabei waren es durchaus sechs bis sieben Jahre, in denen Anoa’i als Great Kokina in der American Wrestling Association (AWA) und bei anderen Veranstaltern Erfahrung sammelte. Auch nach Mexiko (UWA) verschlug es ihn, bei New Japan Pro-Wrestling arbeitete ab 1988 auf verschiedenen Touren. 

Detaillierter wird die Doku mit dem Einstieg bei WWE – und der Suche nach dem passenden Charakter für Rodney. Wie Vince McMahon im Film sagt, war er vom Talent des jungen Mannes von Beginn an überzeugt. Die Verantwortlichen wie Kollegen beeindruckte gleichermaßen, wie Anoa’i sich trotz seiner Pfunde so agil durch den Ring bewegte.

Ursprünglich sollte Rodney an der Seite seines Cousins Sam (Samu) die Headshrinkers bilden. Eine Infektionserkrankung sorgte aber dafür, dass man auf Fatu als Partner für Samu zurückgriff. Und deshalb wusste man erst nichts mit Rodney anzufangen, als er wieder fit für den Ring war. 

Zu sehen sind einige Aufnahmen, die ihn damals mit dem typischen Samoaner-Gimmick zeigten. Das Material wurde jedoch damals nie gesendet – weil man für ihn etwas anderes wollte. Die wilden Samoaner waren schließlich bereits die Headshrinkers. Es war Sgt. Slaughter, der bald die geniale Idee für das Sumoringer-Gimmick hatte, das dem 225-Kilo-Mann sogleich regelrecht auf den Leib geschneidert wurde. 

Mit der passenden Präsentation und Mr. Fuji als salztragenden Manager brachte Yokozuna die Federation-Fans zum Staunen. Eine so kolossale Erscheinung hatten sie bis dahin noch nicht gesehen. Auf Yoko ließ WWE auch nichts kommen. Er erhielt den Mega-Push. Der Sieg im Royal Rumble im Januar 1993, nur sechs Monate nach seinem TV-Debüt, brachte ihn auf Kurs für WrestleMania XI. Was dort passierte, gehört quasi zum Grundwissen echter WWE-Fans. 

Die Kurzfassung: Yokozuna nahm Bret Hart den WWE-Titel ab. Der „Hitman“ konnte den Sumoringer in seinen Sharpshooter klemmen. Da warf jedoch Mr. Fuji von…