Ihr rasanter Aufstieg ist kaum zu glauben. Der 23-jährige NXT-Star Rhea Ripley spricht über ihre gigantische Aufgabe bei WrestleMania, Tränen im Performance Center und einen guten Ratschlag für The Rocks Tochter.

(Ursprünglich erschienen in Power-Wrestling April 2020, kurz vor WrestleMania 36)

Sie ist gerade einmal 23 Jahre alt und schreibt bereits in diesem Jahr bei WrestleMania Geschichte. Rhea Ripley, die amtierende NXT Women’s Champion, rückt ins Rampenlicht. Weil Charlotte Flair nach ihrem Royal-Rumble-Sieg die Herausforderung ausgesprochen hat. Erstmals überhaupt wird ein NXT-Titel auf die WrestleMania-Card rücken. „Das ist etwas Neues. Und wenn sich etwas von allem anderen unterscheidet, dann finde ich das gut“, erklärte die NXT-Titelträgerin kürzlich im Pressegespräch.

Ripley geht nach außen mit der nötigen Coolness in das Match vor über 60.000 Live-Zuschauern. Erst 2013 ins Wrestling eingestiegen, ging für die Australierin zuletzt alles ganz schnell. 2017 kam die gebürtige Demi Bennett über das Mae Young Classic zu WWE. 2018 wurde sie fester Bestandteil der NXT UK-Brand, im August 2019 stellte sie sich Shayna Baszler bei NXT gegenüber. Und im vergangenen Dezember folgte ihr größter Karriere-Triumph, mit dem Sieg über Baszler und dem Gewinn der NXT Women’s Championship.

Eine Kampfansage von Charlotte brachte Ripley im Februar dazu, auf Twitter ganz offen zu schreiben und die Worte an ihre WrestleMania-Gegnerin zu richten. Über den harten Kampf auf die große Bühne: „Ich habe mir meinen Namen ganz allein gemacht. Mir ist mein WWE-Vertrag nicht aufgrund meines Nachnamens auf dem Silbertablett präsentiert worden. Ich habe mehrfach beinahe aufgegeben, mich dann aber selbst daran erinnert, dass Aufgeben für mich nicht in Frage kommt. Ich habe siebeneinhalb Jahre gearbeitet, um an diesem Punkt zu stehen.

Bescheiden zu sein ist nicht das Problem, ich bin bescheiden. Aber ich weiß auch, wie verdammt gut ich bin und welchen Respekt NXT und ich verdienen. Bei WrestleMania 36 werde ich kein Problem damit haben, dich daran zu erinnern, wo du hergekommen bist.“ Über diesen Kommentar und vieles mehr konnten wir (und andere Pressevertreter) kürzlich mit Rhea sprechen.

Rhea Ripley als NXT-Champion (Foto: (c) 2020 WWE. All Rights Reserved.)
Rhea Ripley als NXT-Champion (Foto: (c) 2020 WWE. All Rights Reserved.)

Mit etwas Abstand: Wie bewertest du deine Ansage auf Twitter an deine WrestleMania-Gegnerin Charlotte?

Mein Twitter-Kommentar kam einfach von Herzen. Es war damit nicht mein Anliegen, Charlotte in irgendeiner Weise zu diskreditieren. Sie hat ganz offensichtlich hart gearbeitet, seit sie hier ist. Und sie ist in dieser Zeit so erfolgreich geworden. Charlotte hat ganz klar neue Höhen erreicht.

Das meinen Kommentar angeht: Der ist einfach echt, so fühle ich mich. Ich weiß nicht, was der Auslöser war, der mich dazu brachte, aber nach ihrer Promo hatte ich einfach das Gefühl, mich mit ein paar Worten auf Twitter äußern zu müssen.

Du hast über das Training im Performance Center geschrieben. Auch darüber, dass du fast aufgegeben hättest …

Das Training ist fantastisch, da will ich nicht falsch verstanden werden. Es ist die beste Einrichtung dieser Art auf der Welt. Wir haben großartige medizinische Betreuung, herausragende Coaches. Alles, was du dir überhaupt vorstellen kannst. Mein größtes Problem ist meine psychische Stabilität. Die war schon nicht stark als ich noch jünger war, ich hatte viele Probleme. Dann ins Performance Center zu kommen, so weit weg von Familie, Freunden und meinem Zuhause, den Gedanken zu haben, nicht so gut zu sein, wie ich sein könnte, und das auch gesagt zu bekommen, das ist mir nahegegangen.

Ich habe einige Male darüber nachgedacht aufzugeben. Es sind einige Tränen geflossen. Am Ende des Tages ist das aber Sport auf einem Wettbewerbslevel. Das passiert mit dir in jedem Sport, deine Trainer werden hart zu dir sein. Du musst einfach lernen, damit klarzukommen. Du musst taff genug sein, das auszuhalten. Diejenigen, die die Stärke haben, dem zu widerstehen, sind auch diejenigen, die am Ende Erfolge feiern. Und darum schaffe …