Der Phänomenale spricht über seinen direkten WWE-Start, sein aktuell angesagtes Konsolen-Game, Brock Lesnar, das Training on the Road und was er im Wrestling hinterlassen möchte.

Normalerweise kommen neue Superstars über NXT in die WWE. Du hast als unabhängiger Wrestler aber die Abkürzung genommen und konntest gleich oben mitspielen. Wie funktionierte das?

Timing ist alles. Es gab mehrere Kollegen, die verletzt waren, als ich zur WWE kam. Ich würde nicht sagen, dass ich einige dieser Schuhe ausfüllen konnte, denn das will ich mir nicht anmaßen, aber es half sicher dabei, warum ich direkt im Hauptkader eingesetzt wurde. Zudem war es ja auch keine Indy-Promotion, für die ich in Japan arbeitete, sondern ebenfalls eine sehr respektable Organisation. Aber, wie gesagt: Es passte zeitlich alles ideal zusammen.

Du präsentierst dich mit deinen 40 Jahren in körperlich bester Verfassung. Wie trainierst du, um mit der Konkurrenz, die zum Teil deutlich jünger ist, mithalten zu können?

Es ist weniger eine Workout-Routine, als in erster Linie mein eigenes Ego, das mich dazu antreibt, nie eine Pause einzulegen. Ich will ja mit den jüngeren Kerlen mithalten können und habe das Gefühl, dass sie etwas zu beweisen haben. Ich bin der Ansicht, immer der AJ Styles sein zu müssen, den jeder Zuschauer gewohnt ist. Wenn ich nicht mehr fähig bin, den Leuten diesen AJ zu bieten, dann muss ich meine Stiefel an den Nagel hängen. Meinen Stil werde ich nämlich nicht ändern.

Was mein Training angeht: Ich muss stets auf meinen Körper hören. Je älter man wird, desto länger dauert es, bis Verletzungen heilen. Ich will mir die Zeit nehmen und genau auf meinen Körper achten. Wenn es Verletzungen gibt, dann will ich mich darum auch kümmern. Die Zuschauer sollen ja schließlich meine Sprünge von den Seilen und die anderen Aktionen, die sie gewohnt sind, konstant geboten bekommen.

MÖGLICHKEITEN FÜRS TRAINING SUCHEN

Wie ist das mit dem Training unterwegs? Kriegst du das immer hin? Und wie sieht es mit dem gesunden Essen unterwegs aus?

Es ist sehr schwierig, unterwegs die hochwertigen Mahlzeiten aufzutreiben. Und mit den Fitnessstudios ist es auch oft nicht leicht. Du musst einfach sehen, welche Möglichkeiten sich bieten und was du aus der Situation herausholen kannst. Auch in diesen kleinen Hotel-Gyms findest du Wege, Workouts zu absolvieren, die dir etwas bringen.

Was das Essen angeht: Manchmal geht es auch einfach darum, in Maßen zu essen und dir nicht eine ganze Pizza in den Mund zu stopfen. Du musst dir deine Energie irgendwo her holen, selbst wenn die Optionen sehr eingeschränkt sind, eine nette und gesunde Mahlzeit einnehmen zu können. Ich glaube aber, so lange du hart trainierst, egal wo, kannst du auch fast alles essen. Du musst nur körperlich kräftig an dir arbeiten.

Mit Asuka und Shinsuke Nakamura haben gleich zwei Japaner die großen Titel-Matches bei WrestleMania erhalten. Ist die WWE jetzt endgültig bereit, auch ausländische Stars als Main Eventer einzusetzen?

Jeder, der einen Platz im Main Event verdient hat, wird diesen Platz auch erhalten. Wenn derjenige dafür sorgen kann, dass die Leute in die Hallen pilgern, dann wird er in den Hauptmatches eingesetzt. Ob es sich um die männlichen oder weiblichen Talente handelt, das ist auch egal. Wir wollen dem WWE-Universum das geben, was es sehen möchte. Und das WWE-Universum teilt uns das immer lautstark mit.

Shinsuke Nakamura ist das Risiko eingegangen, mit Mitte 30 seine Karriere noch einmal komplett umzukrempeln: ein anderes Land, eine andere Kultur, ein neuer Arbeitgeber. Wie denkst du heute über seinen Wechsel zur WWE?

Shinsuke ist ja genau genommen der erfolgreichste japanische Superstar geworden, der jemals bei WWE aufgetreten ist. Das ist eine gewaltige Errungenschaft. Und natürlich war es für ihn ein riesiger Schritt aus Japan in die USA. Das hat sich für ihn bezahlt gemacht. Er hat es bis in den Main Event bei WrestleMania geschafft. Er hat um den Titel gerungen und damit ganz offensichtlich einiges richtig gemacht. Ich bin echt stolz auf ihn, dass er dieses Risiko eingegangen ist und auf seine Fähigkeiten gesetzt hat.

Was hast du bei deinen bisherigen WrestleMania-Auftritten gelernt?

Ganz offensichtlich ist WrestleMania riesig. Abertausende sind bei der Show und sehen dir zu. Mein Ratschlag: Du musst jede Sekunde genießen, jeden Moment aufnehmen. Eile nicht zum Ring, du musst diesen Auftritt richtig auskosten. So viele Dinge mache ich nicht richtig, aber direkt bei meiner ersten WrestleMania habe ich dieses Erlebnis komplett aufgesogen. Und das werde ich auch in Zukunft so machen. Jedes Mal, wenn ich die Gelegenheit dazu erhalte.

2017 hieß Shane McMahon dein Gegner bei WrestleMania. Wie blickst du heute auf dieses Match zurück?

Mit Shane zusammenarbeiten zu können, das war wirklich großartig. Wir gaben den Menschen ein Match, das sie so garantiert nicht erwartet hatten. In meinen Augen hat es die Show gestohlen. Das hat viel mit der Arbeitseinstellung der McMahons zu tun. Sie wollen, dass alles immer glatt läuft. Möglichst perfekt. Vor Shane McMahons Arbeitsmoral kann ich nur den Hut ziehen. Ich würde so ein Match mit ihm jederzeit wieder machen wollen.

Wenn du gegen irgendeinen früheren WrestleMania-Star auf der größten Bühne antreten könntest, für wen würdest du dich entscheiden?

Wenn ich frei wählen könnte, dann würde ich mich für den Undertaker oder Shawn Michaels als Gegner entscheiden. Die Matches, die beide Wrestler bei WrestleMania aufbieten konnten – nicht nur gegeneinander -, sind natürlich einmalig. Ich würde nur zu gern mit ihnen in den Ring steigen, um etwas von ihnen zu lernen.

Ich muss dazu sagen, wie die Karriere-gegen-Streak-Geschichte damals mit Shawn Michaels und dem Undertaker erzählt wurde, hat mir echt gefallen. Dazu war die Action im Ring natürlich brillant. Das hat mich echt angesprochen und gepackt.

Im vergangenen November hat Brock Lesnar eine seiner besten Performances seit langer Zeit im Match gegen dich gezeigt. Wie stehst du zum Aufeinandertreffen bei der Survivor Series?

Zu solchen Leistungen ist Brock in meinen Augen imme…