Was hinter der Klage steckt
Zu der Szene kam es während des Ringeinzugs der Street Profits. Während ein Teil des Publikums bei der Raw-Übertragung am
6. Juli Werbung sah, nutzten Ford und sein Tag-Team-Partner Angelo Dawkins die Zeit für einen verlängerten Entrance. Dabei wurde der Sicherheitsmitarbeiter Noel Lucas zum Ziel von Crawfords Tanzeinlage.
In den Aufnahmen ist der Kläger auf einem Stuhl am Ring zu sehen. Er wirkt sichtlich bedrängt, während Crawford über einen längeren Zeitraum nicht von ihm ablässt.
„Der Beklagte Crawford begann unmittelbar vor und über dem Kläger einen sexuell provokanten Tanz aufzuführen, wobei er wiederholt seine Hüften und sein Becken in Richtung des Klägers stieß und kreisen ließ und einen sexualisierten ‚Lapdance‘ aufführte“, schreibt Lucas’ Anwältin Whitney Barr in der Klageschrift.
Weiter heißt es darin, Crawford habe „seinen Körper immer näher an Lucas heranbewegt und den Lapdance fortgesetzt“. Zudem habe Crawfords „linker innerer Oberschenkel wiederholt Lucas’ Bein berührt“.
Über die Szene amüsierten sich im Anschluss viele Fans in den sozialen Medien, wo sich der Clip rasch verbreitete.
Da sich der Vorfall während einer Werbepause ereignete, ist die Szene in der archivierten Version der Raw-Ausgabe auf Netflix nicht enthalten. Auf verschiedenen Online-Kanälen ist das Video jedoch weiterhin abrufbar.
Kläger berichtet von Spott und Hohn – auch für seine Kinder
Noel Lucas reichte am Mittwoch beim Circuit Court von Cook County Klage ein. Das Dokument umfasst 14 Punkte, darunter Körperverletzung, tätliche Angriffe, vorsätzliche Zufügung seelischen Leids sowie Verstöße gegen den Illinois Gender Violence Act.
Der Standpunkt des Klägers: Crawfords Aktion erfolgte ohne Vorwarnung und ohne seine Einwilligung. Das Video erzielte Hunderttausende Aufrufe, unter anderem auf den offiziellen Social-Media-Kanälen von WWE und Crawford. Aufgrund dieser enormen Reichweite sei Lucas in der Öffentlichkeit wiedererkannt worden.
Der Polizist gibt an, dass Passanten ihn nach der Veröffentlichung wiedererkannt und hämisch imitiert hätten, indem sie ähnliche Tanzbewegungen in seine Richtung machten. Auch seine Kinder seien in der Schule auf das Video angesprochen, verspottet und verhöhnt worden.
Laut Klageschrift hat Lucas dadurch erhebliche Demütigung, Verlegenheit und seelisches Leid erlitten. Da das Material nach wie vor im Netz kursiert, halte die Belastung an. Lucas wirft WWE zudem vor, sein klar erkennbares Gesicht ohne Zustimmung zu kommerziellen Zwecken genutzt zu haben.
Der Kläger fordert nun eine nicht näher bezifferte Schadensersatzsumme sowie die Übernahme seiner Anwaltskosten. Darüber hinaus beantragt er eine Verfügung, die WWE und Crawford untersagt, seine Identität weiterhin zu nutzen.
Eine erste Anhörung ist für den 10. Dezember angesetzt. WWE hat auf eine Presseanfrage von
POST Wrestling, das zuerst über den Fall berichtete, bis Donnerstag nicht reagiert.
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