WWE Crown Jewel in Gefahr? TKO will trotz Terror nach Saudi-Arabien – doch die Unsicherheit wächst

WWE News
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Nach Money in the Bank hat WWE in dieser Woche die Werbemaßnahmen für den kommenden Premium-Live-Event im Nahen Osten hochgefahren. „Crown Jewel“ steht für den 7. November im Kalender.
Doch nach den jüngsten Angriffen der Houthi-Miliz auf die saudische Hauptstadt Riad wächst die Unruhe des WWE-Teams über die Reise in den Nahen Osten spürbar.

12 Tote, Hunderte Verletzte bei Angriff auf Flughafen in Riad

Die Attacken der vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen auf Saudi-Arabien haben in den vergangenen Tagen eine neue, gefährliche Eskalationsstufe erreicht. Ein verheerender Raketen- und Drohnenschlag auf ein Passagierterminal des Riyadh International Airport forderte am vergangenen Samstag zwölf Todesopfer und rund 300 Verletzte. Der Flughafen ist derzeit gesperrt; der Betrieb soll erst am kommenden Samstag wieder anlaufen.
Weltweit wurden bereits Reisewarnungen herausgegeben: Das Auswärtige Amt in Deutschland rät ausdrücklich von Flugreisen nach Saudi-Arabien ab.
Auch die US-Regierung mahnt ihre Bevölkerung, derzeit auf nicht notwendige Trips in das Königreich zu verzichten. Angehörigen von US-Behörden ist es vor Ort aktuell untersagt, ohne Sondergenehmigung die Flughäfen im Land zu nutzen. Allen übrigen Personen rät man zu „extremer Vorsicht“.
In einem aktuellen Sicherheitshinweis wird US-Amerikanern zudem geraten, größere Menschenansammlungen wie Unterhaltungs- und Sportstätten zu meiden. Die Befürchtung: Auch solche Großveranstaltungen geraten womöglich ins Visier der Terroristen.

WWE hält vorerst am Austragungsort fest

Ungeachtet der besorgniserregenden Schlagzeilen forciert WWE die Bewerbung des für den 7. November geplanten „Crown Jewel“-Premium-Live-Event weiter.
Das am Dienstag veröffentlichte Werbeplakat zeigt die vier großen Einzel-Champions vor der Skyline von Riad – für die Show sind erneut die seit mehreren Jahren gängigen Matches um die Crown-Jewel-Gürtel mit den Frauen- und Männer-Weltmeister:innen beider Kader angesetzt.
Turki Alalshikh, Vorsitzender der saudi-arabischen Unterhaltungsbehörde und direkter Kontaktmann zwischen TKO (WWE) und dem Königshaus, reagierte auf das Plakat umgehend mit eindeutigen Emojis.

Saudis wollen noch in diesem Monat Mega-Boxkampf veranstalten

Noch vor der WWE-Veranstaltung steht für die Saudis am 31. Oktober ein medienwirksamer Boxkampf auf dem Programm: Superstar Canelo Alvarez soll dort gegen Christian Mbilli um den WBC-Super-Mittelgewichts-Titel in den Ring steigen.
Im Zuge der jüngsten Terrorwellen meldete sich Alalshikh bezüglich des Fights auf X (ehemals Twitter) zu Wort. Er betonte, dass Canelo mit ihm in Kontakt stehe und weiterhin bereit sei, das Duell zu bestreiten: „Egal was passiert. Er fürchtet nichts.“
Alalshikh weiter: „Mein Land ist die Heimat der zwei Heiligen Moscheen, ein Ort des Friedens, der Sicherheit, einer reichen Zivilisation, tiefer Geschichte und herzensguter Menschen. Danke an alle, die sich erkundigt und ihre Unterstützung gezeigt haben.“
Der saudische Offizielle schloss seine Botschaft mit einem klaren Appell an die Geschäftspartner: „In schweren Zeiten zeigt sich, wer die wahren Freunde sind.“
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Saudi-Entscheider Turki Alalshikh und WWE-CCO Paul Levesque bei der Bekanntgabe für WrestleMania 43

TKO unter Druck der Saudi-Regierung?

Diese Worte dürften eine direkte Botschaft an sämtliche Partner in der westlichen Welt sein – im Speziellen an TKO. Denn das Bündnis zwischen beiden Seiten ist in den vergangenen Jahren immer enger geworden: Neben den regelmäßigen WWE- und UFC-Shows betrifft dies auch die Kooperation für „Zuffa Boxing“. Das Vorhaben, eine professionelle Box-Liga im Stil der UFC aufzubauen, wird federführend von TKO (Dana White und Nick Khan) gemanagt und von den Saudis finanziert.
Neben „Crown Jewel“ ist für den 28. November eine UFC Fight Night in Riad eingeplant. Im April 2027 soll dort bekanntlich zudem WrestleMania 43 über die Bühne gehen.
Dabei geht es um so viel Geld wie TKO nirgendwo sonst auf der Welt kassiert: Für die regulären Premium-Live-Events erhält WWE schätzungsweise 50 bis 60 Millionen US-Dollar pro Show. Für WrestleMania liegt die Garantiesumme vermutlich noch einmal deutlich höher.
Rechnet man die UFC-Fight-Nights und die gemeinsamen Unternehmungen im Boxsport hinzu, wird klar: Bei TKO möchte man den finanzstarken Partner in dieser extrem schwierigen Lage keinesfalls vor den Kopf stoßen.
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Cody Rhodes und Liv Morgan gewannen 2024 die Crown-Jewel-Champion-Titel

Weichenstellung für WWE Crown Jewel wird vermutlich herausgezögert

Deshalb heißt es bei WWE vorerst weiterhin: Volle Fahrt voraus! Hinter den Kulissen spekuliert man offenbar darauf, dass sich die Lage vor Ort innerhalb der verbleibenden dreieinhalb Wochen wieder beruhigt.
Zugleich beobachtet das Management sehr genau die offiziellen Empfehlungen aus Washington. Sollte das US-Außenministerium eine Reisewarnung der höchsten Stufe verhängen, böte dies WWE eine diplomatische Handhabe: Man könnte die Absage auf politische Vorgaben schieben. In der Hoffnung, das Verhältnis zu den Saudis nicht nachhaltig zu belasten.
Parallel arbeitet die Promotion eng mit unabhängigen Sicherheitsberatern aus der Region zusammen, deren Einschätzung für den finalen Entschluss maßgeblich sein wird.
Und nicht zuletzt hängt viel vom WWE-Kader ab: Sollten sich Top-Stars – allen voran Roman Reigns – weigern, unter diesen Umständen nach Riad zu fliegen, geriete die gesamte Grundidee der Show mit den Champion-gegen-Champion-Matches ins Wanken.
Klar ist: Das letzte Wort liegt bei WWE in oberster TKO-Instanz – beim Führungsduo bestehend aus TKO-Vorstandsvorsitzendem Ari Emanuel und seinem COO Mark Shapiro. Beide werden sich eng mit WWE-Präsident Nick Khan beraten.
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TKO-COO Mark Shapiro (l.) und WWE-Präsident Nick Khan

Gibt es bei WWE einen Plan B?

Abseits der Beziehungen ins Königreich muss WWE vor allem die Verträge mit den Medienpartnern ESPN und Netflix bedienen. Das bedeutet: Am 7. November wird, wenn nicht alle Stricke reißen, ein Premium-Live-Event übertragen.
Als wahrscheinlichste Ausweichoption gilt eine Arena in den USA. Hierfür benötigt die Logistik allerdings zumindest einige Tage Vorlaufzeit, um Ticketverkauf, Promotion und Hallenaufbau abzuwickeln.
Sollte der Flug in den Nahen Osten erst extrem kurzfristig storniert werden müssen, stünde das hauseigene Performance Center in Orlando als Notfall-Kulisse bereit. Aus dem Trainingszentrum, das auch als NXT-TV-Studio genutzt wird, ließe sich ohne großen Vorlauf eine TV-Übertragung realisieren.
Doch die Marschrichtung von WWE scheint ungeachtet aller schlimmen Nachrichten aus Saudi-Arabien ungebrochen – „Crown Jewel“ in Riad will man sich nicht nehmen lassen!
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