WWE-Star Ludwig Kaiser: Körperverletzung-Klage! Antrag auf Einstellung – und die Suche nach der Wahrheit

WWE News
Freitag, 17 Juli 2026 um 17:27
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Im laufenden Verfahren gegen den deutschen WWE-Star Ludwig Kaiser / El Grande Americano (bürgerlich Marcel Barthel) wegen mutmaßlicher Körperverletzung gibt es neue Entwicklungen.
Die Verteidigung des 36-Jährigen argumentiert, dass der Wrestler in einer körperlichen Auseinandersetzung mit einem Nachbarn aus Notwehr handelte.

Rückblick: Der Vorfall im Aufzug

Es geht um einen Vorfall, der sich am 23. April in einem Apartmentkomplex in Orlando, Florida ereignete und in der gesamten Wrestling-Szene Wellen schlug.
Barthel und seine Partnerin Andrea Bazarte trafen in einem Fahrstuhl auf den Nachbarn namens Richard Reap. Dieser gab an, das Paar habe sich im Aufzug „unkontrolliert intim“ verhalten. Als Reap im zwölften Stock ausstieg und die beiden aufforderte, „bitte etwas Benehmen zu zeigen“, soll die Situation eskaliert sein.
Reap warf Barthel vor, ihn mehrfach geschlagen, zu Boden gestoßen und bedroht zu haben. Die herbeigerufene Polizei dokumentierte Rötungen sowie eine frische Schramme am Kopf des Mannes. Die Überwachungskameras des Gebäudes sollen den Vorwurf laut den Beamten gestützt haben, woraufhin ein Haftbefehl ausgestellt wurde.
Barthel stellte sich am 20. Mai selbst den Behörden und kam noch am selben Tag wieder auf freien Fuß. Eine Kaution in Höhe von 1.000 US-Dollar zahlte sein Wrestler-Freund Walter Hahn (Gunther).
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Barthels Freundin Andrea Bazarte spielt auch eine TV-Rolle bei Lucha Libre AAA

Der Stand der Dinge: Rassistische Beleidigungen vs. Körperverletzung

In der Darstellung beider Seiten steht fest, dass der Konflikt nach der Kritik an den Intimitäten zwischen Barthel und seiner Freundin Andrea Bazarte entstand. Darüber hinaus gehen die Versionen jedoch weit auseinander:
  • Die Seite des Klägers: Im Polizeibericht wurde zu Protokoll gegeben, dass Reap nach der einfachen Bitte um etwas mehr Rücksicht im Aufzug unvermittelt attackiert, mehrfach geschlagen und zu Boden gestoßen worden sei. Zudem hat sich Reap mittlerweile einen eigenen Anwalt genommen, was darauf hindeutet, dass er zusätzlich auf eine Zivilklage (Schadensersatz / Schmerzensgeld) abzielt.
  • Die Seite der Verteidigung: Barthels Anwälte hoffen auf eine Einstellung des Verfahrens und argumentieren mit Notwehr nach Floridas sogenanntem „Stand Your Ground“-Gesetz.
Hintergrund zum US-Recht: Das „Stand Your Ground“-Gesetz in Florida besagt, dass eine Person an jedem Ort, an dem sie sich rechtmäßig aufhält (wie hier im Gemeinschaftsbereich des eigenen Wohnhauses), keine gesetzliche Pflicht hat, vor einem Angreifer zurückzuweichen oder wegzulaufen ("Duty to retreat"). Man darf sich stattdessen direkt an Ort und Stelle mit angemessener, nicht-tödlicher Gewalt zur Wehr setzen, wenn man begründet davon ausgeht, dass ein körperlicher Übergriff auf einen selbst oder eine dritte Person unmittelbar bevorsteht. Trifft das zu, gewährt das Gesetz Immunität vor einer Strafverfolgung.
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Ludwig Kaiser hofft darauf, dass der Aufzug-Vorfall schnellstmöglich zu den Akten kommt
Genau auf dieses Recht beruft sich die Verteidigung: Reap habe das Paar wüst beschimpft und eine rassistische Drohung gegen Bazarte ausgesprochen, die sich auf die US-Einwanderungsbehörde (ICE) bezog. Laut den neuen Gerichtsdokumenten kam es daraufhin zu einer Konfrontation, bei der Barthel jedoch betont, Reap so lange nicht angefasst zu haben, bis dieser „aggressiv die Hände hob und ihm sehr nahekam“.
Barthel gibt zu, Reap zweimal weggestoßen zu haben. Der zweite Stoß erfolgte demnach, als Reap „wieder in einer bedrohlichen Art und Weise in Richtung des Aufzugs zukam“. Zudem soll Reap eine Flasche nach Barthel geworfen haben. Dieser habe jedoch nicht zurückgeschlagen, sondern den Ort mit seiner Freundin verlassen, bevor die Situation weiter eskalieren konnte.
Die Verteidigung betont, dass Barthels Einsatz von nicht-tödlicher Gewalt durch die Bedrohungslage absolut gerechtfertigt war, um sich und Bazarte vor „unmittelbar drohender, rechtswidriger Gewalt“ zu schützen.

Wer sagt die Wahrheit?

Barthels Verteidigung deckt sich mit ersten Äußerungen, die bereits kurz nach der Verhaftung aus dem WWE-Umfeld platziert wurden. Demnach wurde das Paar vorab durch einen rassistischen Kommentar provoziert. In der aktuellen Argumentation der Verteidigung wird der Kläger als Aggressor ausgemacht.
Eine wichtige Rolle im Verfahren dürfte deshalb der Eindruck aus dem ursprünglichen Polizeibericht spielen – vor allem eine „große, frische Schramme“, die ein Polizeibeamter nach dem Eintreffen auf Reaps Kopf feststellte und die gegen ein reines Wegschubsen sprechen könnte.
Zudem gibt es Videoaufnahmen der Sicherheitskameras aus dem Bereich des Aufzugs. Im ursprünglichen Haftbefehl hieß es, ein Polizist habe auf den Aufnahmen gesehen, wie Reap geschubst und geschlagen wurde. Sollte der Fall also tatsächlich vor Gericht landen, dürften diese Aufnahmen die zentrale Rolle bei der Beurteilung spielen.
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In Mexiko genießt Barthel als El Grande Americano volle Unterstützung

Aussicht: Landet der Fall wirklich vor Gericht?

Für den 27. August ist eine weitere vorgerichtliche Konferenz (Pre-Trial Conference) angesetzt. Bei diesem Termin prüfen Anklage und Verteidigung, ob das Verfahren vorzeitig eingestellt wird, es zu einem Vergleich (Plea Deal) kommt oder der Fall tatsächlich vor Geschworenen landet.
Bis dahin bleibt Barthel in seiner Rolle als El Grande Americano eine zentrale Figur in der wöchentlichen Lucha Libre AAA-Fernsehshow.
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