Der „Master and Ruler of the World“, den Fans auch als Sid Vicious und später Sycho Sid kannten, war am 26. August 2024 nach langer Krebserkrankung im Alter von 63 Jahren verstorben.
WWE-CCO Paul Levesque teilte über X mit: "Egal, unter welchem Namen man ihn kannte, Sids Intensität war im Ring und selbst durch den Fernseher hindurch spürbar. Als mehrfacher Champion in WWE und WCW sowie zweifacher WrestleMania-Main-Eventer ist es uns eine Freude, bekannt zu geben, dass er 2026 seinen verdienten Platz in der Legacy-Klasse der WWE Hall of Fame einnehmen wird."
Was bedeutet die Legacy-Aufnahme in die WWE Hall of Fame?
Mit den Legacy-Aufnahmen ehrt WWE frühere Superstars, die keine ausführliche Einführung mit Rednern erhalten. Paul Levesque galt 2016 bei der Einführung der Legacy-Idee als treibende Kraft hinter diesem Konzept. Zu früheren Legacy-Aufnahmen gehören Ed Lewis, Lou Thesz, Mildred Burke, El Santo, Luna Vachon, Bruiser Brody, Wahoo McDaniel und viele mehr. 2025 war die Legacy-Klasse um Kamala, Dory Funk sr., und Ivan Koloff erweitert worden.
Mit den Skyscrapers kam der Durchbruch
Wer in Deutschland in den späten Achtzigern die ersten NWA- bzw. WCW-Übertragungen im RTL-Format „Catch Up“ entdeckte, wird dort die Skyscrapers kennengelernt haben.
So hieß das Team, das Sid Vicious gemeinsam mit Danny Spivey (später: Waylon Mercy) bildete.
Die hünenhaften Männer kämpften unter Manager Teddy Long aber nur kurz Seite an Seite. Eudy wurde später durch „Mean“ Mark Callous (später: The Undertaker) ersetzt.
1991 machte WWE aus Sid Vicious ihren Sid Justice
Der Aufstieg der WWE in Deutschland war in den Folgejahren auch mit Eudy verbunden, der von Vince McMahon im Mai 1991 in Sid Justice umbenannt wurde.
Sid Justice wurde zum Gegenspieler von Hulk Hogan bei WrestleMania VIII (1992) und erlebte in dieser Rivalität einen ersten Karriere-Höhepunkt.
Nach Querelen hinter den Kulissen machte Eudy 1993 dann wieder den Sprung zur WCW. Gefürchtet war er auch hier für seine Powerbomb, mit der er lokale Gegner regelmäßig abfertigte.
Gegen Shawn Michaels wurde Sycho Sid WWE-Champion
Seinen erfolgreichsten Lauf sollte Sid nach seiner Rückkehr zur damaligen World Wrestling Federation haben. Als Bodyguard von Shawn Michaels sorgte er ab dem Frühjahr 1995 für Aufsehen, später wurde er dann zum Gegenspieler des „Heartbreak Kid“.
Sycho Sid gewann den WWE-Titel im November 1996 von Michaels, musste ihn wenige Wochen später beim „Royal Rumble“ allerdings schon wieder zurückgeben.
Michaels schrieb im August 2024 zu Sids Tod auf X: "Mit Bedauern haben wir vom Tod von Sid Eudy erfahren. Er war unvergesslich und man kann gar nicht hoch genug einschätzen, welch große Rolle er bei der Entstehung von „The Heartbreak Kid“ gespielt hat. Seine Arbeit, sein Vermächtnis und sein Einfluss werden unsere Branche noch über Generationen hinweg inspirieren."
Im Februar 1997 besiegte Sycho Sid dann Bret Hart um den WWE-Titel bei Raw. Daraus ergab sich ein Aufeinandertreffen bei WrestleMania 13, wo Sid den Titel an den Undertaker verlor.
Mit Verletzungssorgen verließ Sid WWE im Sommer 1997 endgültig, doch seine Zeit im Rampenlicht war damit noch nicht vorbei. 1999 kam es zu Überraschungsauftritten bei ECW, gefolgt von einem dritten Run bei World Championship Wrestling.
Erst gewann Sid den WCW-Titel, dann erlitt er eine grausame Verletzung
Sid wurde in den letzten Jahren der Promotion immer wieder an prominenter Stelle eingesetzt. 2000 gewann er gleich zweimal den WCW-Titel. Die erste Regentschaft wurde ihm vom damaligen Commissioner Kevin Nash unter obskuren Umständen nicht anerkannt. Nash ernannte sich deshalb selbst zum neuen Champion. Sid bestätigte aber seinen Erfolg und besiegte Nash bei einer Ausgabe von WCW Thunder um den Titel.
Der unglücklichste Moment in seiner Laufbahn blieb jedoch vielen Fans am deutlichsten in Erinnerung. Beim Pay-Per-View „Sin 2001“ erlitt Sid beim Sprung von den Ringseilen eine Feinfraktur. Die Art und Weise, wie er sein Bein an diesem Abend in Indianapolis zertrümmerte, bleibt eine der optisch grausamsten Verletzungen, die es jemals bei einer Wrestling-Übertragung gegeben hat.
Mit Sids Vollzeit-Karriere war es nach dieser Verletzung vorbei. 2007 und in den Folgejahren stieg der Altmeister allerdings immer mal wieder bei Independent-Veranstaltungen zwischen die Seile.
Im Juni 2012 begeisterte Sid das WWE-Publikum mit einem Wiedersehen: Bei der WWE Raw-Ausgabe #996 überraschte Sycho Sid Heath Slater und besiegte ihn innerhalb kürzester Zeit mit seiner Powerbomb.
Das war Sids letztes im Fernsehen ausgestrahltes Match.
Sid blieb den Fans als echter Charakter in Erinnerung. Seine Persönlichkeit überstrahlte durchaus seine Fähigkeiten im Ring, wenngleich er für einen „Big Man“ seiner Ära auch in seinen Matches durchschlagende Leistungen ablieferte.
Über die Jahre gab es aber auch immer wieder Backstage-Szenen und Momente mit ihm, die manches Mal etwas unfreiwillig Komisches hatten.
(Beispiel gefällig?)Noch kurz vor seinem Tod im August 2024 kam Eudy zu einem Legenden-Treffen nach Charlotte (North Carolina). Dort stand er unter anderem gemeinsam mit seinem alten Teampartner Dan Spivey für Fan-Fotos vor der Kamera. Zu diesem Zeitpunkt kämpfte Eudy bereits seit Jahren gegen eine Krebserkrankung an, die ihn - viel zu früh - aus dem Leben gerissen hat.
Nun wird mit Sycho Sid eine der dynamischsten Wrestling-Persönlichkeiten der Neunziger endlich noch mal ins Rampenlicht gerückt.
Die diesjährige Hall-of-Fame-Zeremonie findet am 17. April im Dolby Live des Park MGM Hotels in Las Vegas (Nevada) statt. Neben Sid Justice hat WWE bereits Stephanie McMahon, AJ Styles, Dennis Rodman sowie Demolition (Ax & Smash) für die Aufnahme in die Ruhmeshalle angekündigt.
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