Starke Vermutung: "Partner-Druck" ging von WWE aus
Betroffen ist unter anderem das ursprünglich geplante Aufeinandertreffen zwischen Leon Slater (TNA) und Ricochet (AEW) bei der "Mark Hitchcock Supershow" am 16. April in Las Vegas.
Aber auch ein Match zwischen
AEW-Champion MJF und Nic Nemeth (Ex-WWE: Dolph Ziggler) beim Create-A-Pro-Event am 1. Mai in Melville (New York) wurde abgesagt.
Offiziell begründet TNA Wrestling diese Entscheidung mit „Bedenken von Partnern“. In der Szene wird nun stark vermutet, dass die TNA-Partnerschaft mit
WWE ausschlaggebend für diesen Schritt war.
WWE befindet sich bekanntlich im direkten Wettbewerb mit AEW, weshalb gemeinsame Auftritte der jeweiligen Talente politisch sensibel sind – auch wenn „nur“ die WWE-Partnerliga ihr Personal einsetzt.
Die Situation erinnert an frühere Zeiten im Wrestling, in denen Promotions strikt darauf achteten, ihre Stars nicht gemeinsam mit der Konkurrenz in den Ring zu lassen.
Kurzfristige Absagen sorgen für Ärger
Die Kritik entzündet sich vor allem am Zeitpunkt der Entscheidung: Die Matches waren bereits angekündigt, aktiv beworben und dienten als Zugpferde für Ticketverkäufe. Ricochet vs. Leon Slater sollte ebenso den Main Event der „Supershow“ am Donnerstag der kommenden Woche bilden wie das MJF-Nemeth-Match am 1. Mai in Melville, New York.
Durch den kurzfristigen Rückzug bringt TNA sowohl Veranstalter als auch Wrestler in eine schwierige Lage – einige Fans, die gezielt wegen dieser Matches Tickets gekauft haben, dürften nun enttäuscht sein.
MJF holt gegen TNA-Präsident Carlos Silva aus
Kein Blatt vor den Mund nahm nach dieser Entscheidung AEW-Champion MJF. Zunächst schrieb er auf X: „Tja. Nic Nemeth und TNA haben Angst vor dem AEW-World-Champion. Schade nur, dass Carlos sich weder um die Fans noch um die Bezahlung seines Kaders kümmert. Ich werde trotzdem da sein … Mal sehen, ob Nicky noch den Mut hat, in Long Island aufzutauchen.“
Später legte der für sein loses Mundwerk bekannte Friedman noch einmal deutlich nach und bezeichnete Carlos Silva als „kompletten Idioten“. Zudem warf er TNA erneut vor, seine Talente schlecht zu bezahlen und sie gleichzeitig von Shows abzuziehen, bei denen sie Geld verdienen könnten.
Aus PR-Sicht wäre es für das TNA-Management gewiss sinnvoller gewesen, zumindest die bereits angesetzten und beworbenen Matches noch stattfinden zu lassen und die neue Linie erst danach durchzusetzen.
So hat man sich gegenüber den Fans einen Bärendienst erwiesen. Rein rechtlich befindet sich TNA Wrestling jedoch auf sicherem Boden: Die Promotion kann ihre Talente von gebuchten Auftritten abziehen. Auch wenn Wrestler als "Independent Contractors" arbeiten, sind sie an ihre Verträge gebunden.
TNA riskiert aufgebautes Vertrauen
Die Ereignisse werfen Fragen für die Zukunft auf. Independent-Promoter dürften genau überlegen, ob sie TNA-Talente weiterhin in prominenten Rollen einsetzen, wenn kurzfristige Absagen jederzeit möglich sind.
Am stärksten betroffen sind letztlich die Fans. Sie haben für bestimmte Begegnungen bezahlt – und bekommen diese nun nicht zu sehen.
In den vergangenen Jahren hatte sich TNA Wrestling wieder Vertrauen bei seinem Publikum erarbeitet. Dieser neue politische Move könnte den positiven Trend jedoch empfindlich stören.
Denn unabhängig von den Hintergründen bleibt der Eindruck bestehen: Bereits gegebene Zusagen wurden zurückgezogen. Und genau das ist im Wrestling – wie überall anders – selten ein gutes Signal.
Keine Frage: Diese Vorgehensweise hat eigentlich nur Verlierer gebracht.
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