Auslöser war ein harmloser Beitrag des Wrestling-Portals
Fightful.
Darin wurde ein Lob von WWE-Star Nattie aufgegriffen.
Sie äußerte sich positiv
über ein Match zwischen ihrem Schüler Marcus Mathers und dem 19-jährigen Spross
von AJ Styles. Unter anderem hob sie Averys Leidenschaft bei Game Changer
Wrestling (GCW) hervor.
WWE-Star Nattie lobt, Indy-Veteran tobt
„Mir gefiel es, dass er sein Match nicht gewonnen hat. Das
zeigt mir, dass er bereit ist, sich seine Sporen zu verdienen. Dass er nicht
einfach als AJ Styles’ Sohn in diese Branche kommt und erwartet, dass man ihm
alles hinterherträgt“, sagte sie.
Und löste damit ein kleines Beben aus. Arik Annon, ein
Veteran mit fast einem Vierteljahrhundert Wrestling-Erfahrung, stieß diese
Aussage nämlich sauer auf.
Auf X postete er: „Ich habe gesehen, wie dieser Junge
sich bei genau dieser Show davor gedrückt hat, bei irgendetwas zu helfen. Zu
Natties Aussage kann ich nur sagen: L O F’ING L!“
Das wiederum wollte der stolze Papa AJ Styles nicht auf sich
sitzen lassen. „Er wurde dafür bezahlt, bei GCW zu wrestlen. Nicht, um dir beim
Auf- und Abbau des Rings zu helfen. Klingt für mich eher so, als wäre das deine
Aufgabe. Du kommst wie ein eifersüchtiger Idiot rüber“, konterte er.
Wie verhält man sich richtig als Wrestling-Rookie?
Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten. „Ich habe den
allergrößten Respekt vor dir, AJ. Ich verstehe, warum du deinen Sohn
verteidigst, und das ist ehrenwert“, schrieb Annon.
„Tatsache ist: Er kann weiterhin ‚AJs Bub‘ bleiben, sich
vor Verantwortung drücken und darum herumkommen, sich seinen Platz zu erarbeiten.
Oder er kann sich den Respekt seiner Kollegen erarbeiten und als Avery auf
eigenen Beinen stehen.“
Styles reagierte mit einem Vergleich aus dem Alltag: „Man
lädt niemanden zum Abendessen ein und lässt ihn anschließend den Abwasch
machen. Er wurde gebeten, bei GCW zu wrestlen.“
Ein echter Veteran hätte
professionellere Worte gewählt oder dem Rookie zumindest persönlich
angesprochen, anstatt im Internet zu meckern. Genau dies sei aber laut Annon geschehen.
„Ein Veteran und
Promoter mit mehr als 20 Jahren Erfahrung hat ihn ZWEIMAL gebeten, bei,
Aufstellen der Stühle zu helfen. Stattdessen versteckte er sich in der
Umkleide, bis alles erledigt war“, offenbarte er.
„Meine Meinung wird seine
Zukunft nicht beeinflussen. Aber bei allem Respekt: Wenn du sagst, dass er
nicht mithelfen muss, tust du ihm damit keinen Gefallen.“
Um seinen Argumenten Nachdruck zu verleihen, postete er Bilder von bekannten Namen, die es seiner Meinung nach besser machten. Beispielsweise WWE-Topstar Cody Rhodes oder WWE-Legende Jimmy Hart
NXT-Wrestler Lexis King teilt seine Erfahrungen
Der Streit blieb nicht auf die beiden Kontrahenten
beschränkt. Neben vielen Fans äußerten sich auch Persönlichkeiten aus dem
Wrestling-Business.
Allen voran NXT-Wrestler Lexis King, der Avery Styles zur
Seite sprang. Als Sohn der Wrestling-Legende Brian Pillman könne er genau die
Situation gut nachvollziehen.
Bei seinen ersten fünf Matches sei er beispielsweise
eingeflogen worden und habe nicht beim Aufbau helfen müssen. Erst bei NXT habe
er gelernt, wie viel Arbeit hinter einer Wrestling-Show steckt.
Lexis King startete einst als „Brian Pillman jr.“. Eine zu große Bürde?
„Die Leute behandeln dich anders, wenn du einer von uns
bist, und dafür kann er nichts. Dieser Junge trägt eine ganz andere Art von
Ballast mit sich herum. Von ihm wird erwartet, dass er dem Vermächtnis seines
Vaters gerecht wird. Das werden die meisten Menschen niemals verstehen“,
schrieb er.
King sieht deshalb vor allem die Promoter in der
Verantwortung. Sie sollen jungen Wrestlern zeigen, was von ihnen erwartet wird.
Sie öffentlich im Internet zu kritisieren, hält er für den falschen Weg.
Lexis King: „Dein Tweet verkauft keine Tickets – Avery Styles
schon!“
„Er setzt bereits in jungen Jahren seinen Körper aufs Spiel
und sorgt mit seinem Auftritt für zusätzliche Aufmerksamkeit für eure Show. Und
ihr wollt ihn im Internet anprangern, anstatt persönlich mit ihm zu sprechen.“
An Cannon gerichtet, fügte er hinzu: „Dein Tweet hat für die
nächste Show keine zusätzlichen Tickets verkauft. Ich wette aber, dass Avery
Styles auf der Card genau das tun wird. Denn es ist sein GEBURTSRECHT.“
AJ Styles genießt großen Respekt unter Kollegen und Fans.
Eine klare Meinung äußerte auch Moose von TNA. „Bro,
entspann dich. Das ist eine Independent-Show. Dieses ganze Gerede davon, dass
man sich bei einer Indy-Show erst seinen Platz verdienen muss, ist einfach
Quatsch“, stellte er klar.
„Bei einer TV-Promotion wäre das etwas anderes. Wir reden
hier über eine verdammte Independent-Show. Dass ein Indy-Veteran mit 20 Jahren
Erfahrung dem Sohn eines der größten Wrestler überhaupt auf professioneller
Ebene Ratschläge erteilt, ist schon ziemlich lächerlich.“
GCW-Boss versucht zu schlichten
Das Schlusswort hat – zumindest vorerst – der GCW Promoter Brett
Lauderdale. Mit einer Reihe von Beiträgen auf X versuchte er die Wogen zu
glätten.
„Ich respektiere Arik Cannon und ich respektiere AJ Styles.
Egal, auf welcher Seite dieser Situation man steht: Avery Styles ist noch jung.
Er verdient dieselbe Nachsicht, die man jedem anderen Teenager entgegenbringen
würde, der in dieser frühen Phase seiner Karriere und seines Lebens ins kalte
Wasser geworfen wird.“
Natürlich werde er auf seinem Weg weiterhin Fehler machen,
wie jeder andere Rookie auch. Mit einem entscheidenden Unterschied: „Aufgrund
seines Vaters werden bei ihm höhere Maßstäbe angelegt. Nach persönlichen
Gesprächen bin ich mir sicher, dass er aus all diesen Erfahrungen lernen und
auf seinem Weg weiterwachsen wird.“
Am Ende stellte er noch klar, dass sich der 19-Jährige
seinen Platz bei der Veranstaltung verdient hatte. „Ich habe noch nie einen
Wrestler mit weniger als zehn Matches gesehen, der so viel natürliches Talent
und Können gezeigt hat“, lobte er.
Und stellt klar: „Hier gibt es keinen Bonus
wegen seiner Herkunft. Wenn er nichts draufhätte, wäre er nicht hier!“
Avery Styles bleibt unter besonderer Beobachtung
Avery Styles blieb während des gesamten Zoffs übrigens ruhig. Zweifellos die richtige Entscheidung. Denn zu gewinnen gab es hier für ihn nichts.
Am Ende zeigt der Streit vor allem eines: Ein großer Name
kann für einen aufstrebenden Wrestler Fluch und Segen zugleich sein. Einerseits
öffnet er Türen. Andererseits garantiert er, dass jedweder Schritt akribisch
beäugt wird. Unser Ratschlag: Einfach mal locker durchatmen.
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