Tony Khan bedankte sich mit einem Grand Slam Mexiko
in absoluter Überlänge: Acht Matches in fast drei Stunden ließen in der
„Kathedrale des Lucha Libre“ echtes Pay-Per-View-Feeling aufkommen. Für
Backstage-Segmente blieb dabei keine Zeit.
Jon Moxley sorgt für Unstimmigkeiten
(1) Christian Cage, Adam Copeland & The Young Bucks
(Matt & Nick Jackson) bes. The Death Riders (Jon Moxley, Wheeler Yuta, Pac & Daniel Garcia) durch Small Package von Moxley gegen
Copeland (11:18)
Bereits der Opener sorgte für Gänsehaut. Adam Copeland kam
mit einer Luchador-Maske in die Arena. Dabei wurde er von einer derart lauten
Ovation begleitet, dass die Kommentatoren ihre eigenen Worte kaum hören
konnten.
Obwohl die Young Bucks bald gegen Cope und Christian
Cage um die AEW-Tag-Team-Titel antreten, funktionierte die Zusammenarbeit.
Zumindest bis zum Finale. Cope erwischte Moxley und Pac mit einer
Double Clothesline, ehe Cage den Anführer der Death Riders außerhalb des Rings
mit mehreren Kniestößen attackierte. Es folgten ein Diving Headbutt von Cage
sowie ein Elbow Drop von Matt.
Dann wurde es hektisch. Nach einem Hin und Her brachte
Copeland seinen Spear gegen Moxley durch. Doch weil Wheeler Yuta den
Ringrichter ablenkte, konnte der folgende Pin nicht gezählt werden.
Während
sich Matt Jackson am Apron um Yuta kümmerte, schickte Pac den Kanadier in die
Seile. Dieser tauchte beim Versuch einer Clothesline unter dem Arm durch und
krachte dabei gegen Young Buck.
Erinnerungen an die WWE Survivor Series 1993
wurden wach, als Owen Hart seinen Bruder Bret auf ähnliche Weise vom Mattenrand
beförderte. Und auch dieses Mal wurde der kurze Moment der Verwirrung genutzt:
Moxley setzte einen Schoolboy an, der tatsächlich zum Sieg der Death Riders
ausreichte.
Nach dem Match reichten sich Cage, Copeland und die Bucks
zwar die Hände, wirkten dabei aber sichtlich unentspannt – eine reibungslose Zusammenarbeit,
bis All In bleibt fraglich.
Andrade sichert sich den besten Startplatz
(2) Qualifikation für Startnummer eins im
Casino-Gauntlet-Match: Andrade bes. Tommaso Ciampa und Komander mit
dem DM (12:10)
In London steht ein Casino-Gauntlet-Match an, bei dem der
neue Herausforderer um den AEW-World-Champion-Titel gekürt wird. In diesem
Three-Way-Match sollte der Mann ermittelt werden, der mit der Startnummer eins
ins Rennen gehen darf.
Natürlich durfte auch das obligatorische Foto von Andrade
mit einem weiblichen Fan nicht fehlen. Tommaso Ciampa zeigte sich wenig
begeistert. Wenig später riss er der Dame das Handy aus der Hand, lief auf den
Apron und machte kurzerhand ein Dickpic. Nun ja, muss auch nicht sein.
Nach spektakulären Aktionen außerhalb des Rings geriet
Ciampa dafür zunehmend ins Visier seiner Gegner. Andrade und Komander
verhinderten mehrfach seine Coverversuche.
Im Finish brachte Komander eine Poisonrana gegen
Ciampa durch und legte mit einem Springboard Moonsault gegen Ciampa nach.
Plötzlich war Andrade wieder da und hämmerte Komander mit dem DM auf die Matte.
Eins, zwei, drei!
MJF will „seinen” AEW-World-Champion-Titel zurück!
Danach kündigte der National Champion in beiden Sprachen an,
sowohl das Casino-Gauntlet als auch den AEW-World-Champion-Titel gewinnen zu
wollen: „Nicht nur für mich, sondern für ganz Mexiko!“ Wer daran zweifle, solle
ihm eine Frage beantworten: „How you know?”
Die Antwort kam prompt – nur anders als erwartet. Plötzlich
ertönte nämlich die Musik von MJF! Der ehemalige World Champion schlich
sich aus dem Publikum heran und schlug hinterrücks mit seinem „Triple B“-Gürtel
zu.
Danach riss er dem Mexikaner den entwendeten Dynamite-Diamond-Ring vom
Finger und streckte ihn sich selbst entgegen. Er schlug wild auf den inzwischen
blutenden Andrade ein und warf ihn zum Abschluss von der Rampe.
Am Mikrofon legte er nach: „Jemand sollte dieses Stück Dreck
aus diesem Drecksland aus der Arena schaffen! Ich bin ein amerikanischer Held
und euer wahrer Champion!“ Er habe das Match gegen Kenny Omega nämlich nur
durch den unerlaubten Eingriff von Will Ospreay verloren.
„Der Main Event in Wembley war meiner! MEINER!”, rief er.
„Aber eigentlich ist es mir eh egal. Denn ich kriege immer das, was ich will.“
Er
kündigte an, in der kommenden Woche am Qualifikationsmatch für den zweiten
Gauntlet-Startplatz teilzunehmen. „Es gibt nur einen Titel und einen Champion,
der anerkannt werden sollte: Der Triple B – und ich!“
Willow Nightingale triumphiert erneut über Mercedes Moné
(3) Willow Nightingale & The Brawling Birds bes.
Mercedes Moné & Divine Dominion durch Backslide von Willow gegen Moné
(11:30)
Ein munteres Sechs-Frauen-Match als Appetithappen vor dem
Duell zwischen Willow und Moné bei All In. Die sympathische
Weltmeisterin wollte direkt gegen Moné loslegen, doch die verweigerte den
frühen Schlagabtausch. Erst spät im Match trafen die beiden Kontrahentinnen
aufeinander.
Im Finish wollte Willow ihre Rivalin nach mehreren harten
Aktionen mit einer Powerbomb ausschalten. Moné konterte in den Ansatz zum Moné Maker, doch Willow reagierte blitzschnell und rollte sie zum Backslide
ein.
Damit war nicht zwingend zu rechnen. Schließlich konnte
Willow bereits einen Sieg gegen Mercedes in einem Einzelkampf erringen. Ob dies
nun darauf hindeutet, dass die Herausforderin Im Wembley-Stadion triumphieren
wird?
Nach dem Match wurde per Bildschirmgrafik das nächste Match
für London verkündet: Die Brawling Birds treten gegen Divine Dominion um die
AEW-Women's-Tag-Team-Titel an.
Fletcher übersteht Bailey in einem Titel-Kracher
(4) AEW-International-Champion-Titel: Kyle Fletcher bes. Mike Bailey mit dem Turnbuckle Brainbuster (16:40)
Wenn zu Beginn des Reports von einer PPV-würdigen
Veranstaltung die Rede war, dann nicht zuletzt wegen dieses Duells: ein
Spitzen-Match, das am Ende mit Kyle Fletcher den erwarteten Sieger
hervorbrachte. Dafür war allerdings viel harte Arbeit notwendig.
Mike Bailey brachte Fletcher mit seiner Athletik nämlich mehrmals an den Rand
der Niederlage. Dabei ging es nicht nur im Ring heiß zur Sache, sondern
zeitweise auch im Eingangsbereich.
In der Schlussphase ging es Schlag auf Schlag. Fletcher
wollte Bailey per Powerbomb ausschalten, doch der Herausforderer blockte die
Aktion. Stattdessen verlagerte sich der Kampf nach draußen, wo Fletcher seinen
Gegner auf den Ring-Apron powerbombte.
Zurück im Ring setzte Fletcher zum Brainbuster vom
Turnbuckle an, doch Bailey konterte mit Kicks und einer Poisonrana vom Seil.
Und er legte sofort nach: Ultima Weapon! Doch irgendwie konnte sich Fletcher
auch aus diesem Cover befreien.
Bailey wollte mit einem Kick nachsetzen. Doch Fletcher
fing ihn ab und schleuderte ihn mit dem Kopf voraus gegen das zweite
Turnbuckle. Den nun folgenden Turnbuckle Brainbuster konnte Bailey nicht mehr
verhindern.
Noch während Fletcher im Ring stand, machte sich Kazuchika
Okada auf den Weg zum Ring für das nächste Match. Im Eingangsbereich blickten
sich die beiden wortlos an, wobei Fletcher seinen Gürtel in die Höhe hielt.
Keine Frage: Es kriselt weiterhin innerhalb der Don-Callis-Familie.
Eine saftige Niederlage für Don Callis!
(5) Místico, Jericho & Darby Allin bes. Kazuchika
Okada, Kevin Knight & Hechicero nach dem Coffin Drop von Allin gegen
Knight (10:50)
Jetzt durfte erst einmal wieder gesungen werden. Bei
Místicos ikonischer Entrance-Theme blieb in der Arena Mexico natürlich kein
Auge trocken. Da hatte „Judas” von Jericho (trotz „Corazón de León”-Outfit) klar das
Nachsehen.
Schon vor dem Gong ging es rund: Kevin Knight erwischte den
anreisenden Allin mit einer Clothesline, ehe sich alle sechs Beteiligten in
wechselnden Konstellationen munter miteinander zu tun bekamen.
Nach rund zehn Minuten durften die Babyfaces – oder
Técnicos, wie es in Mexiko heißt – allesamt ihre Finisher durchbringen: Jericho
nahm Okada in die Walls of Jericho, Místico setzte gegen Hechicero zu La
Mistica an. Indes landete Darby einen Coffin Drop gegen Knight und erzielte
damit auch den Three-Count.
Hikaru Shida verhilft Persephone zum Triumph
(6) CMLL-Women's-Champion-Titel: Persephone bes.
Kris Statlander mit einem Frog Splash (10:00)
Endlich mal ein Sieg für Persephone bei AEW, wenn
auch ein sehr umstrittener. Zunächst lieferten sich beide Wrestlerinnen ein
ausgeglichenes Duell, dann übernahm Kris Statlander dank ihrer Kraft die
Kontrolle. Persephone hielt dagegen und zeigte unter anderem einen Flying
Clothesline sowie einen Spear.
Das alles schaute sich Thunder Rosa in der ersten
Reihe an. Erst vor wenigen Tagen gewann sie den
CMLL-Mexican-National-Champion-Titel. Persephone fand dies wohl weniger gut.
Im Verlauf des Matches verließ sie kurzzeitig den Ring und
versuchte, Thunder Rosa den Titelgürtel aus den Händen zu reißen. Diese ließ aber
nicht locker und ging dabei selbst über die Absperrung. Kurz darauf schlug
Persephone mit dem Titelgürtel zu. Vom Apron sauste plötzlich Kris Statlander
heran. Sie erwischte dabei aber nicht nur ihre Gegnerin, sondern auch den
Referee.
Im Ring wollte Statlander nun ihr Wednesday Night Fever
durchbringen. Stattdessen gab es einen Einroller, doch dann tauchte Hikaru
Shida auf.
Die Japanerin hatte nun den CMLL-National-Gürtel in der Hand und
schlug damit von hinten auf Statlander ein. Die Chance für Persephone, ihren
Springboard Frog Splash durchzubringen. Beim Cover war auch der Ringrichter
schnell wieder wach.
Nach dem Match posierte Persephone provokant mit Thunder
Rosas CMLL-Gürtel und warf ihn dann in den Ring. Maya World und Hyan eilten
derweil herbei und kümmerten sich um Statlander.
Schon wieder neue AEW-Trios-Champions!
(7) AEW-World-Trios-Champion-Titel: Adam Page; Bandido &
Brody King bes. The Demand (Ricochet, Bishop Kaun & Toa Liona) nach einer Buckshot Lariat/21-Plex-Kombination gegen Liona (13:30)
Erfolgreicher hätte das erste Match des „Hangman” seit
dessen Niederlage gegen MJF bei Revolution am 15. März 2026 nicht laufen
können. Für The Demand endete der Titeltraum hingegen nach nur einer Woche.
Der Cowboy, Bandido und Brody King kamen standesgemäß in
vollen Mariachi-Kostümen und mit Musikbegleitung zum Ring.
Nach einer wilden Anfangsphase übernahmen Kana, Lio Rush und
Ricochet die Kontrolle. Bandido und Brody King wurden mehrfach nach draußen
befördert, während Page im Ring einem längeren 3-gegen-1-Angriff ausgesetzt
war. Er hielt trotzdem stand. Dann kam Brody King zurück ins Match und räumte
ordentlich auf. Er zog Ricochet aus dem Ring und verpasste Kaun sowie Liona den
King Cannonball.
Danach lieferten sich Page und Ricochet einen intensiven
Schlagabtausch, ehe Liona für den spektakulärsten Moment des Matches sorgte: Er
nahm erst Page, dann Bandido und schließlich noch King gleichzeitig auf die
Schultern. Dann ging er ein paar Schritte, eher er alle drei mit einem Samoan
Drop auf die Matte beförderte.
Im Finale wich Bandido einem Angriff von Liona aus,
woraufhin dieser mit dem Kopf gegen den Ringpfosten krachte. Bandido wollte den
21 Plex durchbringen, doch Liona hielt sich an den Seilen fest.
Page trat ihm gegen den Kopf, trotzdem bekam Bandido
Liona zunächst nicht hoch. Schließlich half der „Hangman“ mit einer Buckshot
Lariat, woraufhin Bandido den German Suplex samt Brücke vollendete.
Will Ospreay gewinnt blutigen Street Fight
(8) Mexican City Street Fight: Will Ospreay bes. Mark
Davis mit der Hidden Blade (18:00)
Obwohl in diesem Match (fast)
alles erlaubt war, gab es doch eine sinnvolle Einschränkung: Eingriffe von
Unbeteiligten waren nämlich untersagt, darauf hatten sich beide Parteien
geeinigt. Damit war die Don Callis Family außen vor.
Die ehemaligen Kumpanen lieferten sich von Beginn an eine wilde Schlägerei.
Neben Stühlen kamen unter anderem ein Autoreifen, ein Mülleimer und eine Gabel
zum Einsatz.
Mark Davis warf Stühle in den Ring, schleuderte Will
Ospreay einen Plastikmülleimer an den Kopf und verpasste ihm sogar eine
Powerbomb auf einen „Fan“ hinter der Absperrung. Teilweise ging es bis in den
Eingangsbereich. Zurück im Ring schleuderte der Australier Ospreays Kopf gegen
einen in den Seilen eingeklemmten Stuhl. Der Brite blutete daraufhin an der
Stirn.
Zurück im Ring schleuderte der Australier Ospreays Kopf
gegen einen in den Seilen eingeklemmten Stuhl. Der Brite blutete daraufhin an
der Stirn. Davis setzte ihn auf einen Stuhl und bearbeitete ihn mit einer
Gabel. Mahlzeit!
Keine Gnade für den ehemaligen Kumpel
Ospreay revanchierte sich wenig später ebenfalls mit der
Waffe und brachte damit auch seinen Kontrahenten zum Bluten. Sich die Gabel
danach auch noch in den Mund zu stecken, wäre aber wirklich nicht notwendig
gewesen.
Und in dieser Tonart sollte es weitergehen. Davis entfernte
den Stacheldraht von einem der Stühle und riss die Kopfwunde seines Gegners
noch weiter auf. Dieser schleuderte wiederum einen Stuhl nach dem Australier
und verhinderte anschließend einen weiteren Angriff auf dem Ring-Apron.
Stattdessen brachte der Brite seinen Gegner mit einem Piledriver auf dem Apron
zu Boden.
In der entscheidenden Phase umwickelte der Australier seinen
Arm mit Stacheldraht und wollte eine Clothesline durchbringen. Ospreay wich aus
und konterte mit einem Styles Clash. Danach nahm der Brite seinen
Ellbogenschoner ab und deckte Davis mit Elbows ein. Anschließend wickelte er
den übrig gebliebenen Stacheldraht um den Kopf seines Gegners und setzte einen
Hidden Blade nach. Diesmal gab es kein Entkommen mehr.
Mit einem feiernden Will Ospreay ging AEW Dynamite: Grand
Slam Mexiko nach fast drei Stunden zu Ende.
Die AEW-Vorschau:
Am SA, 08. August 2026 bei AEW Collision:
- AEW
Continental Cup First, Runde eins: Orange Cassidy vs. Matt Sydal.
- AEW
Continental Cup First, Runde eins: Claudio Castagnoli vs. Ace Austin
- AEW
Continental Cup First, Runde eins: Jake Doyle vs. Eddie Kingston.
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