Grayson Waller als „neuer“ CM Punk?
Sogar NXT-Macher Shawn Michaels bekam sein Fett weg. Im Netz
fiel prompt ein Stichwort, das bei Wrestling-Fans sofort Zündstoff bietet, und
zwar im wahrsten Sinne des Wortes: „Pipebomb“. Denn der vermeintliche
Wutausbruch des 36-Jährigen erinnerte frappierend an die berühmten Szenen von WWE
Raw vom 27. Juni 2011.
Hauptdarsteller damals:
CM Punk. Kurz vor seinem Match um
den WWE-Titel bei
Money in the Bank in Chicago ergriff er das Mikrofon
und sprach über all die Dinge, die ihm bei WWE gegen den Strich gingen. Zudem
offenbarte er, dass sein Vertrag bald ablaufe und er mit dem WWE-Champion-Titel
„verschwinden“ wolle.
Diese Promo gilt als klassischer „Worked Shoot“. Dabei
handelt es sich um eine bewusste Vermischung von Story und Realität, um
besonders echt zu wirken. Sie läutete die berühmte „Summer of Punk“-Storyline
ein. Ähnliches erhofft man sich nun auch von Grayson Waller, wenn auch in einem
kleineren Rahmen bei NXT.
CM Punk und Bayley zollen Anerkennung
Punk selbst nahm den Vergleich auf und reagierte in seiner
Instagram-Story mit Lob für den Australier. „Frustration, destilliert und
gebündelt zu einer Kugel, die auf die Konkurrenz zielt“, schrieb er. Mit
wenigen Worten machte Punk den Vergleich quasi offiziell. Ein Ritterschlag für
den Australier, wenn man so will.
CM Punk zitiert selbst gern den „Summer of Punk”.
Noch weniger Worte brauchte Bayley. Sie postete auf X
kurzerhand „Grayson Waller“, um auf die Promo aufmerksam zu machen. Und um zu
zeigen, dass sie ganz genau hingeschaut und hingehört hat.
Das ist vor allem
deshalb interessant, weil Bayley sich selbst gerade in einer spannenden Phase
ihrer Karriere befindet. Ihr WWE-Vertrag soll noch in diesem Jahr auslaufen.
Derzeit deutet einiges darauf hin, dass sie diesen nicht verlängert, sondern
sich einer neuen Herausforderung widmet.
TNA-Wrestler reagieren pikiert
Waller kritisierte bei NXT jedoch nicht nur seinen eigenen
Arbeitgeber, sondern zog auch TNA in den Dreck. Neuzugang Cruz Montana (bekannt
als Mike Santana) war ihm ein Dorn im Auge. Dass dieser direkt nach seiner
Ankunft den NXT-Champion-Titel forderte, sei vermessen.
Wortwörtlich sagte er:
„Wir haben nicht mehr 2005. Der Top-Guy bei TNA zu sein, ist heute so, als
würdest du die Basketballmannschaft in deiner örtlichen Turnhalle anführen. Das
beeindruckt mich nicht!”
Bei TNA kam das erwartungsgemäß nicht gut an. Der ehemalige
TNA-Champion Moose nutzte ebenfalls die Plattform X, um sich zu äußern. „Ich
wette: Sobald er seinen Job verliert, wird er AUF KNIEN DARUM BETTELN, wieder
in der örtlichen Turnhalle arbeiten zu dürfen.“
Brian Myers, WWE-Fans besser bekannt als Curt Hawkins, legte
im sarkastischen Ton nach: „Das trifft schon hart, wenn das ausgerechnet von
dem Typen kommt, der zurück in die Entwicklungsliuga musste. Autsch, Bro!“
Macht sich TNA Hoffnungen?
WWE und TNA hatten im Vorjahr eine mehrjährige Partnerschaft
verkündet, die zeitweise auch einige Crossover-Segmente bei NXT und TNA
Impact brachte. Seit einiger Zeit ist diesbezüglich aber nichts mehr
passiert.
Möglich, dass sich TNA nun, ausgehend von der Promo, wieder mehr
Zusammenarbeit erhofft. Dies wäre aber wohl eher Wunschdenken. Ebenso denkbar
ist, dass die beiden Wrestler die Gunst der Stunde nutzen wollten, um auf sich
und ihre Liga aufmerksam zu machen.
WWE-Legende John Cena ist gespannt auf die Zukunft
NXT-Star Saquon Shugars konterte derweil mit einem
Seitenhieb: „Es ist schon ziemlich krass, dass du mit deinem fetten Vertrag
hier auftauchst und uns als weich bezeichnest. Und das, obwohl du selbst nur
trainierst, wenn die [Mädels] in der Nähe sind.“
An seinen Kollegen Duke Hudson
käme er sowieso nie heran. Dies deutet zweifellos auf ein baldiges Duell im
Ring hin.
Inzwischen hat sich sogar WWE-Rekord-Champion
John Cena zu Wort gemeldet. „Es scheint, als hätte Grayson Waller sein WARUM gefunden. Ich bin gespannt, was von ihm zu erwarten ist“, schrieb er auf X.
Grayson Wallers „Pipebomb“-Promo hat also auf mehreren
Ebenen Reaktionen hervorgerufen. Ein guter erster Schritt. Entscheidend wird
nun aber sein, wie es in der NXT-TV-Show weitergeht.
CM Punk konnte von seinem großen Moment im Jahr 2011
langfristig profitieren, weil WWE die Story danach konsequent weiterspann. Ob
der 36-Jährige in ähnlicher Weise davon zehren kann, hängt nur zum Teil von ihm
selbst ab.
Er sollte daher hoffen, dass man sich bei WWE bereits Gedanken über
Schritt zwei, drei und vier gemacht hat.
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