WWE-Klage wegen Sex-Vorwürfen gegen Vince McMahon verschwindet aus der Öffentlichkeit

WWE News
Dienstag, 21 Juli 2026 um 16:37
wwe vincemcmahon 2023
Der Rechtsstreit, der Vince McMahon den Posten als Executive Chairman von TKO (WWE) kostete, verschwindet hinter verschlossenen Türen.
Die Klage der früheren Mitarbeiterin Janel Grant gegen McMahon und WWE wird in einem nicht öffentlichen Schiedsverfahren geklärt.

McMahon vs. Grant: Schiedsverfahren unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Beide Parteien haben sich auf dieses Vorgehen geeinigt. Ein Gericht im US-Bundesstaat Connecticut legte am Montag fest, dass Grant binnen fünf Werktagen ihre Erklärung zum freiwilligen Rückzug der Klage einreicht.
In einer Stellungnahme von Grants Anwältin Ann Callis heißt es: „Die Rechte der Parteien, ihre Ansprüche und Verteidigung im Schiedsverfahren weiterzuverfolgen, bleiben davon unberührt.“
McMahon hatte mit seinem Anwaltsteam bereits seit Längerem auf ein Schiedsverfahren gedrängt, begründet mit der ursprünglichen Verschwiegenheitsvereinbarung (NDA), die Grant 2022 im Rahmen einer finanziellen Einigung mit McMahon unterschrieben hatte. Grants Seite hatte argumentiert, dass dieses NDA unter Zwang zustande gekommen sei.

Der Fall Grant veränderte WWE nachhaltig

Mit der Überführung in ein Schiedsverfahren dürfte die Öffentlichkeit kaum noch etwas über den Fall erfahren, der im Januar 2024 für Aufsehen sorgte. Grant beschuldigte McMahon, WWE sowie McMahons früheren engen Mitarbeiter John Laurinaitis des Sexhandels und sexuellen Missbrauchs.
Die Klage suggerierte, dass hochrangige WWE-Mitarbeiter von den Vorgängen, die sich über mehrere Jahre erstreckten, Kenntnis hatten. In der Folge gelangten einige unappetitliche Details an die Öffentlichkeit.
Zu den bekanntesten Vorwürfen gehörte die angebliche Einbindung des WWE-Stars Brock Lesnar, dem McMahon im Zusammenhang mit einer Vertragsverlängerung sexuelle Handlungen mit Grant angeboten haben soll, zu denen es laut der Klageschrift jedoch nicht kam.
So groß die öffentliche Aufmerksamkeit nach Einreichung der Klage war, so still dürfte es nun um den Fall werden.
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Vince McMahon mit Sylvester Stallone und Hulk Hogan (2005) 

Die Klage beendete McMahons Ära bei WWE

Dennoch wird die Grant-Klage als einschneidendes Ereignis in der Wrestling-Historie Bestand haben. Die enorme mediale Aufmerksamkeit rund um den Fall und der Druck von außen – unter anderem durch WWE-Sponsoren – führten schließlich zum Rückzug McMahons als Executive Chairman von TKO. Sein Aus bei der Firma, die er über Jahrzehnte groß gemacht hatte.
Der heutige WWE-Präsident Nick Khan konnte infolge seinen Einfluss auf das Produkt weiter ausbauen, und Paul Levesque bekam auf kreativer Seite endgültig freie Bahn. Gerade was die Inhalte der WWE-Shows betrifft, wäre es mit einem McMahon im Betrieb sicher weiter turbulent zugegangen.

Kehrt McMahon noch einmal ins WWE-Rampenlicht zurück?

Der größte Schaden entstand für McMahon letztlich beim öffentlichen Ansehen. Auf der finanziellen Seite profitierte er dagegen enorm. Denn durch den Höhenflug von WWE und UFC konnte er einen Großteil seiner TKO-Aktien in den vergangenen zwei Jahren zu einem hohen Kurs verkaufen und dabei Milliarden US-Dollar erlösen.
Sollten sich McMahon und Grant abschließend einigen, dürften alsbald Spekulationen darüber beginnen, ob WWE den Urvater des Sports-Entertainment wieder zurückbringt. Eine einflussreiche Rolle hinter den Kulissen scheint beim heutigen Management allerdings kaum denkbar.
Aber etwa eine Aufnahme des 80-Jährigen in die WWE Hall of Fame sollte jetzt nicht mehr ausgeschlossen werden. Saudi-Arabien wäre für eine McMahon-Ehrung im kommenden Jahr geradezu der perfekte Ort.
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