„Road Dogg“ Jesse James rechnet ab und wirft
WWE „reine Geldmacherei“ vor. Wrestling spiele dabei nur die Nebenrolle.
Er wirkte elf Jahre lang hinter den Kulissen bei WWE mit,
zuletzt als Co-Chefautor von
SmackDown. Doch am
Ende wollte der „Road Dogg“ Jesse James nur noch weg.
Bei
Busted
Open Radio sprach das ehemalige DX-Mitglied über die Gründe für seinen
Abschied. Und warum er sich mittlerweile nicht mehr mit WWE identifizieren
kann.
Immer mehr Einmischung aus der WWE-Führungsetage
„Ich glaube, früher ging es beim Booking in erster Linie um
das Wrestling. Das dachte ich zumindest“, sagte er. „Heute, so scheint es,
dreht sich alles nur noch ums Geld. Die Wrestler können [bei AEW] ebenfalls gut
verdienen. Darum bestimmt Geld letztendlich alles.“
Die aktuelle Situation bei WWE bezeichnete er gar als „Cash
Grab“, also reine Geldmacherei ohne Rücksicht auf das Produkt selbst. „Es hat
sich einfach nicht richtig angefühlt“, so der 57-Jährige.
Entscheidungen seien zunehmend über die Köpfe der Autoren
und des inneren Zirkels hinweg getroffen worden. Auf der darüberliegenden
Ebene. Das Ergebnis: Die Zahlen stimmten, der WWE-Mutterkonzern TKO verbuchte
Rekordeinnahmen.
Finanzieller Erfolg – aber um welchen Preis?
„[Die Leute an der Spitze] sind Geschäftsleute, und sie
machen verdammt gute Geschäfte“, gab der „Road Dogg“ zu. „Das sind
unwiderlegbare Fakten. Dagegen zu argumentieren, wäre wirtschaftlich einfach
dumm. Und ein Unternehmen will nicht wirtschaftlich dumm handeln.“
Trotzdem stellte er sich irgendwann die Frage, wann die
Grenze überschritten war. An welchem Punkt das Wrestling bei WWE nur noch eine
Nebenrolle spielte. „Es war nicht mehr das ‚Wrestling-Business‘, sondern
‚Business-Wrestling‘. Aus meiner Sicht ist das verkehrt herum“, so James
weiter.
Aus finanzieller Sicht hätte es durchaus Sinn gemacht – auch
für ihn persönlich. Trotzdem wollte er so nicht mehr weitermachen. Im
vergangenen März zog er darum die Reißleine und verließ die Company.
Der Spaß ging bei WWE verloren
„Ich hatte einfach keinen Spaß mehr. Es wurde so viel
Arbeit, dass der Spaß komplett verloren ging“, offenbarte er. „Ehrlich gesagt
bin ich sogar länger geblieben, als ich eigentlich wollte. Und zwar aus Angst
vor Arbeitslosigkeit.“
Der „Road“ Dogg mit seiner Familie
Er habe nie gut mit Geld umgehen können. Zudem erinnerte
er sich an seine härteste Zeit, die von finanziellen Sorgen sowie Alkohol- und
Drogenproblemen geprägt war. Dorthin wollte er nie wieder zurückkehren.
„Diese Angst vor dem Unbekannten hat mich lange dort
gehalten“, gab der 57-Jährige zu. Seine Frau habe ihm diese Angst dann aber
genommen. „Kurz bevor ich ein Meeting [bei WWE] hatte, sagte sie zu mir am
Telefon: ‚Ich habe mit dir sogar in einem Zelt gelebt.‘ Da habe ich
geantwortet: ‚Ich komme sofort nach Hause.‘“
Diese Perspektive habe ihm
klargemacht, dass finanzielle Sicherheit nicht alles ist. Und damit endete das
Kapitel WWE schließlich.
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