Seit mehr als eineinhalb Jahren zeigt Netflix WWE-Inhalte.
In den USA wird seit 6. Januar 2025 jede Woche
Raw ausgestrahlt. In
vielen weiteren Ländern läuft mittlerweile das gesamte WWE-Programm. In
Deutschland sind seit April die PLEs auf dem Portal verfügbar.
Wer ist für die WWE-„Zensur“ verantwortlich?
Gabe Spitzer ist Vice President Global Live Sports and
Entertainment bei Netflix. Mit Richard Deitsch von
Sports
Media sprach er über die Zusammenarbeit mit WWE.
Vor allem eine Frage dürfte die Wrestling-Fans besonders
interessiert haben. Gibt es Gespräche über den Einsatz von Blut oder zu viele
Schimpfwörter? „Nicht oft“, sagte der Netflix-Manager. „Natürlich gelten
Bewertungsstandards, an die sich jeder halten muss. Wir sind Netflix! Darum
versuchen wir, [in dieser Hinsicht] etwas lockerer zu sein.“
Ein Blick auf die Präsentation des Produkts zeigt jedoch ein
anderes Bild. Während blutige Gesichter und Promos auf Plattformen wie YouTube
oder Peacock in den USA im Regelfall nicht verändert werden, kam es
in den vergangenen Wochen auf Netflix vermehrt zu Eingriffen.
Ob Spitzer hier ein wenig geschwindelt hat? Oder handelt WWE
etwa aus vorauseilendem Gehorsam? Zwei spannende Fragen, die wir derzeit leider
noch nicht beantworten können.
Absprachen und Werbe-Kooperationen
Anstatt über Inhalte spreche man, so der Netflix-VP weiter,
viel lieber über Austragungsorte und große Matches.
Als Beispiels nannte er das
Lucha-Libre-Turnier bei Raw, das am kommenden Montag in Mexiko zu einem Duell zwischen WWE-World-Champion
Roman Reigns und Penta führen wird. Oder das Match zwischen Bron
Breakker und CM Punk im vergangenen Januar.
„DAS sind die Gespräche, die wir geführt haben“, erklärte
er. Man habe die Verantwortlichen gebeten, frühzeitig über Events und Match-Planungen
informiert zu werden. Am besten drei bis fünf Wichen im Voraus. „Dann
können wir bereits im Vorfeld dafür werben, unabhängig von den Premium-Live-Events.
Sie reagierten sehr positiv darauf.“
Von Unzufriedenheit oder „Kaufreue“ war auch sonst wenig zu
hören. Im Gegenteil: Gabe Spitzer äußerte sich äußerst positiv über die
WWE-Zusammenarbeit und bezeichnete sie gar als fantastisch.
„Wir sind jetzt fast zwei Jahre dabei. Das war unser erster
großer Deal im Bereich Live-Sport und Sport-Entertainment. Ich bin schon seit
Langem ein Fan. Mit Leuten wie Paul Levesque, Lee Fitting und Nick Khan haben
wir großartige Partner gefunden“, lobte er.
WWE hat die Netflix-Erwartungen übertroffen
„Die Raw-Zuschauer sind wie erwartet zu Netflix gekommen.
Auf der US-Seite hat jede Kennzahl unsere Erwartungen erfüllt!“ Noch positiver
fiel die Bilanz in Hinblick auf die internationalen Märkte aus.
„Überrascht hat
uns vor allem die Entwicklung außerhalb der USA, und zwar im positiven Sinne.
Dort sehen wir das größte Potenzial für weiteres Wachstum der Partnerschaft“,
so Spitzer.
Auch hier gäbe es enge Absprachen in Bezug auf die Austragungsorte.
„Sie fragen uns: ‚In welchen Ländern wollt ihr wachsen? Wie können wir die
Zuschauerzahlen dort steigern?‘“, erzählte der Manager.
WWE und Netflix bei der Bekanntgabe des lukrativen Deals.
„Sie kehren bald nach Australien zurück. Sie waren bereits
in Europa, sie reisen für eine große Raw-Veranstaltung nach Mexiko. Das ist die
coole Entwicklung dieser Partnerschaft. Über die treuen und leidenschaftlichen
Zuschauer hinaus – und davon gibt es viele – geht es darum, herauszufinden, wie
wir weltweit neue Fans gewinnen können!“
WWE-Stars als Film- und Serienhelden
Zudem sei man bemüht, WWE-Superstars auch abseits des Rings
einzusetzen. Aus diesem Grund finden immer wieder Treffen mit dem Team für
Filme und Serien statt. Spitzer:
„Wie können wir einige Superstars für unsere
Serien gewinnen? Das sorgt für mehr Zusammenhalt innerhalb von Netflix. Es
trägt dazu bei, [die Marke] WWE zu stärken – und hilft uns wiederum, die
Zuschauerzahlen zu steigern und die Bindung zu den Fans zu vertiefen.“
Gute Nachrichten die WWE und alle Netflix-Fans! Wer nach den
jüngsten „Zensuren” jedoch darauf hoffte, dass die Promotion bald wieder an
anderer Stelle zu sehen sein wird, muss sich wohl noch lange gedulden. Die
Zusammenarbeit zwischen WWE und Netflix ist nämlich zweifellos auf
Langfristigkeit angelegt.
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