Netflix-VP über WWE-Zensur: „Wir versuchen, etwas lockerer zu sein“

WWE News
Dienstag, 08 September 2026 um 17:22
wwe netflix
Wie sehr kontrolliert Netflix die WWE-Inhalte? VP Gabe Spitzer liefert Einblicke in die Zusammenarbeit und zieht Bilanz.
Zensierte Logos, geschwärzte Shirt-Motive, nachbearbeitete Promo-Segmente: WWE auf Netflix riefen zuletzt mehrmals den Unmut vieler Wrestling-Fans hervor. Dabei hatten manche von ihnen beim Start sogar von einer neuen „Attitude-Ära“ geträumt. Davon ist die Promotion derzeit aber weiter entfernt denn je.
Seit mehr als eineinhalb Jahren zeigt Netflix WWE-Inhalte. In den USA wird seit 6. Januar 2025 jede Woche Raw ausgestrahlt. In vielen weiteren Ländern läuft mittlerweile das gesamte WWE-Programm. In Deutschland sind seit April die PLEs auf dem Portal verfügbar.

Wer ist für die WWE-„Zensur“  verantwortlich?

Gabe Spitzer ist Vice President Global Live Sports and Entertainment bei Netflix. Mit Richard Deitsch von Sports Media sprach er über die Zusammenarbeit mit WWE.
Vor allem eine Frage dürfte die Wrestling-Fans besonders interessiert haben. Gibt es Gespräche über den Einsatz von Blut oder zu viele Schimpfwörter? „Nicht oft“, sagte der Netflix-Manager. „Natürlich gelten Bewertungsstandards, an die sich jeder halten muss. Wir sind Netflix! Darum versuchen wir, [in dieser Hinsicht] etwas lockerer zu sein.“
Ein Blick auf die Präsentation des Produkts zeigt jedoch ein anderes Bild. Während blutige Gesichter und Promos auf Plattformen wie YouTube oder Peacock in den USA im Regelfall nicht verändert werden, kam es in den vergangenen Wochen auf Netflix vermehrt zu Eingriffen.
Ob Spitzer hier ein wenig geschwindelt hat? Oder handelt WWE etwa aus vorauseilendem Gehorsam? Zwei spannende Fragen, die wir derzeit leider noch nicht beantworten können.

Absprachen und Werbe-Kooperationen

Anstatt über Inhalte spreche man, so der Netflix-VP weiter, viel lieber über Austragungsorte und große Matches.
Als Beispiels nannte er das Lucha-Libre-Turnier bei Raw, das am kommenden Montag in Mexiko zu einem Duell zwischen WWE-World-Champion Roman Reigns und Penta führen wird. Oder das Match zwischen Bron Breakker und CM Punk im vergangenen Januar.
„DAS sind die Gespräche, die wir geführt haben“, erklärte er. Man habe die Verantwortlichen gebeten, frühzeitig über Events und Match-Planungen informiert zu werden. Am besten drei bis fünf Wichen im Voraus. „Dann können wir bereits im Vorfeld dafür werben, unabhängig von den Premium-Live-Events. Sie reagierten sehr positiv darauf.“
Von Unzufriedenheit oder „Kaufreue“ war auch sonst wenig zu hören. Im Gegenteil: Gabe Spitzer äußerte sich äußerst positiv über die WWE-Zusammenarbeit und bezeichnete sie gar als fantastisch.
„Wir sind jetzt fast zwei Jahre dabei. Das war unser erster großer Deal im Bereich Live-Sport und Sport-Entertainment. Ich bin schon seit Langem ein Fan. Mit Leuten wie Paul Levesque, Lee Fitting und Nick Khan haben wir großartige Partner gefunden“, lobte er.

WWE hat die Netflix-Erwartungen übertroffen

„Die Raw-Zuschauer sind wie erwartet zu Netflix gekommen. Auf der US-Seite hat jede Kennzahl unsere Erwartungen erfüllt!“ Noch positiver fiel die Bilanz in Hinblick auf die internationalen Märkte aus.
„Überrascht hat uns vor allem die Entwicklung außerhalb der USA, und zwar im positiven Sinne. Dort sehen wir das größte Potenzial für weiteres Wachstum der Partnerschaft“, so Spitzer.
Auch hier gäbe es enge Absprachen in Bezug auf die Austragungsorte. „Sie fragen uns: ‚In welchen Ländern wollt ihr wachsen? Wie können wir die Zuschauerzahlen dort steigern?‘“, erzählte der Manager.
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WWE und Netflix bei der Bekanntgabe des lukrativen Deals.
„Sie kehren bald nach Australien zurück. Sie waren bereits in Europa, sie reisen für eine große Raw-Veranstaltung nach Mexiko. Das ist die coole Entwicklung dieser Partnerschaft. Über die treuen und leidenschaftlichen Zuschauer hinaus – und davon gibt es viele – geht es darum, herauszufinden, wie wir weltweit neue Fans gewinnen können!“

WWE-Stars als Film- und Serienhelden

Zudem sei man bemüht, WWE-Superstars auch abseits des Rings einzusetzen. Aus diesem Grund finden immer wieder Treffen mit dem Team für Filme und Serien statt. Spitzer:
„Wie können wir einige Superstars für unsere Serien gewinnen? Das sorgt für mehr Zusammenhalt innerhalb von Netflix. Es trägt dazu bei, [die Marke] WWE zu stärken – und hilft uns wiederum, die Zuschauerzahlen zu steigern und die Bindung zu den Fans zu vertiefen.“
Gute Nachrichten die WWE und alle Netflix-Fans! Wer nach den jüngsten „Zensuren” jedoch darauf hoffte, dass die Promotion bald wieder an anderer Stelle zu sehen sein wird, muss sich wohl noch lange gedulden. Die Zusammenarbeit zwischen WWE und Netflix ist nämlich zweifellos auf Langfristigkeit angelegt.
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