WWE-Star LA Knight spricht über fehlende Storys, sinkenden Fan-Zuspruch und warum sein Abschied still verlaufen wird.
LA Knight gehört zweifellos zu den beliebtesten Superstars
bei
WWE Raw. Trotzdem
haben viele Fans das Gefühl, dass die Company bis heute nicht wirklich auf ihn
setzt. Im
Interview mit
Chris Van Vliet erklärte er, wie er damit umgeht. Und warum die Reaktionen
der Fans abgekühlt sind.
Den Beginn seines Aufstiegs verortet der 43-Jährige vor
etwas mehr als drei Jahren. „Im März 2023 fielen mir die Publikumsreaktionen
zum ersten Mal auf. Ab diesem Moment nahmen sie immer mehr zu und wurden immer
lauter“, erinnerte er sich.
„Das Verrückte daran ist: Viele Leute waren überzeugt, dass
es sich nur um einen kurzen Hype handle. Viele hielten es für einen Trend oder
eine Modeerscheinung, die schnell wieder verschwindet. Und jetzt haben wir
2026!“
Warum die WWE-Fan-Reaktionen zuletzt abkühlten
Er gab aber auch zu, dass der Beifall schon mal lauter war.
„Vielleicht sind die Reaktionen heute nicht mehr ganz so beeindruckend wie
damals. Der Grund ist: Ich bin derzeit wie ein Mann ohne Heimat.“ Dem
Wrestling-Charakter fehlt es an einer konkreten Rolle und einer fesselnden
Storyline. Anders gesagt: Die Schuld liegt in erster Linie bei der WWE und dem
Kreativteam.
„Es geht einfach darum, dass ich ein klares Ziel habe.
Etwas, woran die Leute Anteil nehmen können. Etwas, in das sie sich richtig
hineinsteigern können. Das hebt die Stimmung dann von einer Acht auf eine Zehn
oder sogar noch darüber hinaus“, stellte er klar.
Als Beispiel nannte Knight seine Rivalität mit Seth Rollins
im vergangenen Jahr. Damals habe er ein konkretes Ziel gehabt, wodurch die
Begeisterung der Fans sofort wieder angestiegen sei.
„Ich habe mich in meiner gesamten Karriere unterschätzt gefühlt.“
- LA KnightGleichzeitig zeigte er sich aber auch froh darüber, dass er
überhaupt noch Reaktionen vom Publikum erhalte. Vor allem, weil viele
WWE-Verantwortliche niemals mit einem solchen Zuspruch gerechnet hätten: „Zu
diesen Leuten sage ich: Ihr habt es wohl nicht so mit Zahlen!“
Und was, wenn plötzlich niemand mehr reagiert?
Kurioserweise verlasse man sich in der Liga – trotz
mangelnder Pläne – trotzdem immer wieder auf den 43-Jährigen. „Das Lustige ist:
Wenn ich mit den Jungs backstage rede, sagen sie oft: ‚Wir spielen gleich deine
Musik, dann gibt's wieder einen riesigen Pop.‘ Und ich antworte dann: ‚Seid
euch da mal nicht so sicher.‘ Man weiß nie. Vielleicht ist heute genau der
Tag‘“, gestand er.
„Ich mache zwar Witze darüber, aber gleichzeitig könnte das
tatsächlich der Fall sein. Und wenn es passiert, dann ist das eben so. So
funktioniert dieses Geschäft. Wenn die Reaktionen plötzlich nachlassen, dann
arbeite ich eben daran, sie wieder nach oben zu bringen. Und wenn ich dafür
meine Rolle komplett verändern muss, dann mache ich das. Ich werde die Leute
dazu bringen, irgendeine Reaktion zu zeigen, egal ob positiv oder negativ.“
Der größte Erfolg: LA Knight als WWE-United-States-Champion
Vergleiche mit Steve Austin und Bryan Danielson
Im weiteren Verlauf des Interviews zog Knight Parallelen zu
Topstars wie Steve Austin und Bryan Danielson. Beide hätten ihre größten
Begeisterungsstürme erst erlebt, nachdem WWE sie mit wichtigen Siegen und
Titelgewinnen aufgebaut hatte. Seine eigene Entwicklung sei dagegen völlig
anders verlaufen. Quasi aus dem Nichts, komplett organisch.
Obwohl er
regelmäßig Niederlagen einstecken musste, avancierte er zum absoluten
Publikumsliebling. Und wurde sogar zu einem der erfolgreichsten
Merchandise-Verkäufer der Company.
„Und das nicht, weil man mich in diese Richtung gedrückt
hätte. Nicht, weil die [WWE-Bosse] hinter mir standen. Aber irgendwann mussten
sie natürlich aufspringen. Ab einem gewissen Punkt konnte man das einfach nicht
mehr ignorieren.“ Trotzdem fühlt der ehemalige United States Champion nach wie
vor einen gewissen Widerstand hinter den Kulissen.
Der WWE-Abschied ist absehbar
Wohl auch deswegen scheint ein Abschied vom Ring bereits
absehbar. LA Knight feiert im November seinen 44. Geburtstag. Ein Leben als
Wrestler bis in die 50er Jahre schloss er mit den Worten „Verdammt noch mal,
auf keinen Fall! Bist du verrückt?“ aus.
Ein großes WWE-Abschiedsszenario wie beim Undertaker oder John
Cena sei für ihn aber ebenfalls kein realistisches Szenario. „Wenn ich
entscheide, dass es genug ist, werde ich einfach in den Sonnenuntergang
verschwinden und ihr werdet mich nie wieder sehen“, kündigte er an.
„Wenn sie irgendwann völlig verrückt werden und sagen: ‚Wir nehmen ihn in die Hall of Fame auf‘, dann würde ich dafür wahrscheinlich noch einmal zurückkommen“, gab er zu.
„Aber ich habe das Gefühl, dass selbst das eher nicht passieren wird. Vielleicht liegt das einfach daran, dass ich mich in meiner gesamten Wrestling-Karriere – egal, wo ich gewesen bin – immer ein Stück weit unterschätzt gefühlt habe.“
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