AEW oder WWE? Will Ospreay am Scheideweg
Dabei hätte seine Karriere vor drei Jahren eine ganz andere
Richtung nehmen können. Wie er nun in einem Interview mit
Ariel Helwani verriet,
lag ihm damals ein konkretes Angebot von WWE vor.
Damals lief sein Vertrag mit New Japan Pro-Wrestling aus, und
Will hatte gleich mehrere Optionen: Er konnte bei New Japan bleiben, eine
WWE-Karriere anstreben oder Tony Khans Lockruf zu AEW folgen. Die Entscheidung
fiel ihm alles andere als schwer.
Ospreay machte deutlich, dass er in seiner Kindheit zwar WWE
gesehen habe. Große Begeisterung sei aber vor allem beim Schauen von ECW-Tapes
aufgekommen, die sein Vater organisierte. „Ich war damals vielleicht zehn Jahre
alt. ECW war einfach krank“, erinnerte er sich.
„Aber danach war [WWE] einfach nichts für mich. Ich mochte
es nicht. Mir gefiel die Präsentation nicht, und so geht es mir auch heute
noch.“ Später seien es TNA, Pro Wrestling NOAH, Dragon Gate und New Japan
gewesen, die ihn wirklich prägten. Und letztlich zu seinem Weg als
Profi-Wrestler bewegten.
Will Ospreay: „Das WWE-Angebot war gut!“
Nichtsdestotrotz fühlte er sich durch das WWE-Interesse
natürlich geehrt. „Ich hatte ein Angebot vorliegen, das wirklich gut war.
Allerdings hätte es bedeutet, dass ich in die USA ziehen muss.“ Daran hatte er
jedoch keinerlei Interesse. Tatsächlich wohnt er trotz AEW-Karriere weiterhin
in seinem Heimatland. Das sei aber nicht der Hauptgrund für seine Absage gewesen.
Grundsätzlich respektiere er WWE. Mit dem Produkt könne er
persönlich jedoch wenig anfangen. Damit meinte er sowohl die Art der Produktion
als auch das – laut Ospreay – „minimalistische“ Wrestling.
„Ich war noch nie ein WWE-Guy“
- Will OspreayWas er damit meinte? „Ich finde einfach, dass sich unsere [AEW-]
Matches sehr von ihren Matches unterscheiden. Gerade in Hinblick auf ihre Main Events.
Bei ihnen kann ein einziger Spear schon unglaublich befriedigend wirken“,
offenbarte der Engländer.
„Und ehrlich gesagt respektiere ich das. Mann, ich wünschte,
ich könnte einen einzigen Spear so over bringen. Aber das liegt mir einfach
nicht.“
Kritik am Wrestling bei WWE
In weiterer Folge wurde der 33-Jährige noch konkreter: „Ich sah
einen WWE Clip, in dem ein Mädchen ihre Gegnerin um Meilen verfehlte. Wirklich
um eine riesige Distanz.“ Dies betreffe aber nicht nur die Frauen, sondern auch
die Männer.
„Ich frage mich schon, ob ihnen gesagt wird: ‚Wir verdienen ohnehin
schon Geld. Ihr müsst euch nicht gegenseitig umbringen.‘“
Am Sonntag kommt es zum großen Showdown zwischen Kenny Omega (l.) und Will Ospreay
Klar, so soll es auch nicht sein. Aber bei AEW gäbe es trotzdem mehr Körperkontakt und härtere
Matches. Ganz nach dem Geschmack des Briten: „Ich möchte mich beim Wrestling
lebendig fühlen. Ich will nicht, dass jemand einen Schlag gegen mich
absichtlich verfehlt. Mir ist es viel lieber, wenn mich jemand tatsächlich
trifft, als wenn es im Fernsehen schlecht aussieht!“
Entsprechend hart dürfte es dann auch am kommenden Sonntag in London zur Sache gehen. Wir freuen uns darauf!
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