Pikant: Ein weibliches NXT-Talent erwirkte diese Anordnung im September vor einem Gericht in Florida gegen Carver (bürgerlicher Name: Kevin Robertson).
Der schwere Vorwurf: Robertson soll sie systematisch gestalkt und belästigt haben.
Beim mutmaßlichen Opfer handelt es sich um eine Person, die WWE-Fans aus den wöchentlichen NXT-TV-Shows kennen.
Wiederholtes Auftauchen, Anruf-Terror und Drohungen
Im Gerichtsantrag heißt es, dass sich die Betroffene zuvor in einer Beziehung mit Robertson befand, die allerdings kürzlich endete. In den Tagen nach der Trennung soll Robertson mehrfach unaufgefordert am Wohnort der Antragstellerin aufgetaucht sein und sie exzessiv kontaktiert haben – bis zu 44-mal an einem einzigen Tag.
Dem Antrag liegen sowohl Screenshots dieser Anrufliste als auch Aufnahmen von Securitykameras bei, die Robertsons wiederholtes Auftauchen an der Wohnadresse der Frau belegen sollen.
Weiter heißt es in den Unterlagen, dass die Betroffene am 13. September die Polizei hinzuzog, nachdem sich Robertson geweigert haben soll, ihr Grundstück zu verlassen. Zudem soll der Wrestler damit gedroht haben, sich selbst etwas anzutun. Robertson war jedoch verschwunden, bevor die Einsatzkräfte vor Ort eintrafen.
In dem Antrag wird darüber hinaus ein Vorfall vom 3. September dokumentiert, als Robertson „um 7 Uhr morgens völlig betrunken und unter Drogen- sowie Alkoholeinfluss“ unerwünscht am Wohnort der Klägerin erschienen sein soll.
In den Ausführungen wird detailliert festgehalten, wie Robertson auch an den darauffolgenden Tagen am Anwesen der Betroffenen auftauchte, nachts an die Tür klopfte und stundenlang nicht wegging. Mehrere Nachbarn sollen den Angeklagten vor der Haustür schlafend gesehen und dies teilweise mit Fotos dokumentiert haben.
Schwere Vorwürfe häuslicher Gewalt
Zudem beschreibt der Antrag gewalttätiges Verhalten, das sich bereits während der bestehenden Beziehung ereignet haben soll. Demnach wird Robertson ein missbräuchliches und bedrohliches Verhalten vorgeworfen. Die Klägerin schildert in ihrer Eingabe: „Er hat mich angespuckt und mich körperlich daran gehindert, sein Haus zu verlassen.“
Weiter heißt es im Antrag: „Er hat gedroht, mich und meine Katzen zu töten. Er hat mich im Schlaf geweckt, indem er mir die Nase zuhielt, und er hat mich mehrfach am Hals gepackt und fest zugedrückt, während er mir mit dem Tod drohte.“
Eine vorläufige Schutzanordnung („Order of Protection“) wurde am 14. September verhängt. Nach einer ersten Anhörung am 22. September wurde diese zu einem weiteren Anhörungstermin am 20. Oktober verlängert. Aus den Gerichtsakten geht hervor, dass Robertson eine Aufschiebung beantragte, um sich rechtlichen Beistand zu suchen.
Die gerichtliche Anordnung verpflichtet Robertson dazu, einen Mindestabstand von 500 Fuß (etwa 150 Meter) zur Antragstellerin einzuhalten, und untersagt ihm jegliche Kontaktaufnahme.
WWE setzt Keanu Carver derzeit nicht mehr ein
Robertsons bisher letzter Auftritt in den NXT-TV-Sendungen datiert auf den 8. September. Seinen letzten Ring-Einsatz bei einer NXT-House-Show absolvierte er am 12. September in Lakeland (Florida) – einen Tag vor dem besagten Polizeieinsatz und dem Antrag auf die Schutzanordnung.
Wie Robertsons aktueller Status bei WWE aussieht, ist derzeit offiziell ungewiss. Es hat jedoch den Anschein, als sei der 27-Jährige von WWE momentan aus allen kreativen Plänen gestrichen und womöglich suspendiert worden. Dies bleibt vorerst allerdings nur eine Annahme.
Klar ist: Ein gemeinsamer Einsatz der Klägerin und des Angeklagten bei Shows oder im Training im Performance Center wäre allein aufgrund des gerichtlichen Beschlusses nicht möglich.
Gegenüber POST Wrestling ließ WWE eine Bitte um Stellungnahme unbeanwortet.
Carver reagiert auf X – und löscht den Beitrag wieder
Nachdem die Vorwürfe in dieser Woche öffentlich wurden, meldete sich Carver über seinen X-Account zu Wort. Er schrieb sinngemäß: „Ihr werdet in einem Monat verdammt dämlich dastehen.“
Wenig später legte er noch einmal nach: „Ihr werdet in einem Monat verdammt dämlich aussehen. Verdammte Scheinheilige. Alles, was im Dunkeln getan wird, kommt ans Licht.“
Kurz nach dem Veröffentlichen dieser Nachrichten wurde der Account wieder deaktiviert und die Postings gelöscht.
Allem Anschein nach nahm Robertson mit seinen Äußerungen Bezug auf die für den 20. Oktober anstehende Anhörung und deutete an, dass die Anschuldigungen nicht der Wahrheit entsprechen.
Bei WWE wird man aller Voraussicht nach die juristische Klärung abwarten, um anschließend über die eigenen Konsequenzen - und damit Keanu Carvers Zukunft bei NXT - zu entscheiden.
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