Am Dienstagmorgen gab es den Startschuss für TKO an der New Yorker Börse
Am Dienstagmorgen gab es den Startschuss für TKO an der New Yorker Börse

Endeavor fasst zwei große Sport- und Unterhaltungsunternehmen unter einem Dach zusammen. 

WWE-Gründer Vince McMahon hat die Kontrolle über seine Wrestling-Liga aufgegeben.

Ab heute ist der bereits im April ausgerufene Deal mit dem Medienriesen Endeavour offiziell. Das Unternehmen, dem bereits UFC gehört, fast den Kampfsport-Verband und die Wrestling-Organisation unter einem Dach zusammen. 

Endeavour hat aus diesem Anlass die TKO Group Holdings gegründet. Unter dem Kürzel „TKO“ (in Anlehnung an den Kampfsport-Begriff für technischen K.o.) wird das neue Unternehmen seit heute an der New Yorker Börse gehandelt. 

Ab heute ist WWE offiziell ein Teil der neuen TKO-Gruppe / Logos: (c) 2023 TKO / Bilder: (c) CNBC (McMahon), Zuffa LLC (Emanuel)
Ab heute ist WWE offiziell ein Teil der neuen TKO-Gruppe / Logos: (c) 2023 TKO / Bilder: (c) CNBC (McMahon), Zuffa LLC (Emanuel)

Emanuel und McMahon kommentieren TKO-Bündniss

Ariel Emanuel, der CEO von Endeavour und TKO, läutete zum Börsenstart am Dienstagmorgen die Glocke an der New Yorker Börse. Neben Emanuel waren alle Schwergewichte des neuen Kampfsport-/Wrestling-Verbunds anwesend – unter anderem Vince McMahon, Paul Levesque und Nick Khan von WWE, aber auch UFC-Präsident Dana White und Endavour-Top-Manager Marc Shapiro. 

„Die Gründung von TKO markiert ein aufregendes neues Kapitel für UFC und WWE als führende Unternehmen in der globalen Sport- und Unterhaltungsbranche“, wird Emanuel in einer Pressemitteilung zitiert. „Angesichts ihrer kontinuierlichen Anbindung an das Endeavor-Netzwerk sind wir zuversichtlich, dass wir ihr jeweiliges Wachstum beschleunigen und einen langfristigen, nachhaltigen Wert für die Aktionäre schaffen können. Mit UFC und WWE unter einem Dach werden wir mehr als einer Milliarde leidenschaftlicher Fans weltweit ein unvergleichliches Erlebnis bieten.“

Vince McMahon erklärt: „Dies ist der Höhepunkt einer jahrzehntelangen Partnerschaft zwischen Endeavor und WWE, die strategische Initiativen wie die Vertretung von Talenten und Medienrechte umfasst. Angesichts unserer kooperativen, vertrauensvollen Beziehung und der unglaublichen Erfolgsbilanz von Endeavor beim Wachstum der UFC glauben wir, dass WWE als Teil von TKO optimal für zukünftiges Wachstum und Erfolg positioniert ist. 

Unser Fokus liegt weiterhin darauf, unseren Fans auf der ganzen Welt etwas zu bieten, während wir das Geschäft zusammen mit UFC und Endeavor auf die nächste Stufe bringen.“

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So hat sich die neue TKO-Gruppe aufgestellt…

Endeavor bringt UFC in die TKO-Gruppe ein und hält einen Mehrheitsanteil von 51 Prozent der Aktien. Die bisherigen WWE-Aktionäre sind wiederum mit 49 Prozent an dem neuen Unternehmen beteiligt. 

Vince McMahon, der bis zuletzt die Mehrheit der WWE-Aktien kontrollierte, hält rund 16 Prozent am neuen Unternehmen. 

Im Machtgefälle von TKO ist McMahon damit nicht mehr der erste Mann, wie er es seit Gründung seiner eigenen Firma Titan Sports in den Achtzigern war. Damals hatte er seinem Vater die Wrestling-Liga abgekauft.

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Die Spitze von TKO setzt sich im Prinzip aus der Führungsriege von Endeavour zusammen:

  • Ariel Emanuel, Chief Executive Officer, der auch Chief Executive Officer von Endeavor bleibt;
  • Mark Shapiro, President und Chief Operating Officer, der auch President und Chief Operating Officer von Endeavor bleibt;
  • Andrew Schleimer, Chief Financial Officer; sowie
  • Seth Krauss, Chief Legal Officer, der auch Chief Legal Officer von Endeavor bleibt

Der Plan: UFC und WWE sollen mit dem etablierten Management und deren Expertise in ähnlicher Form unabhängig voneinander weiterlaufen. 

Dana White bleibt das Gesicht von UFC und ist nun Chief Executive Officer der Kampfsport-Liga. Lawrence Epstein bleibt Senior Executive Vince President und Chief Operating Officer der UFC. 

Der bisherige WWE-Präsident Nick Khan bleibt ebenfalls in seiner Rolle.

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Vince McMahon leitet den TKO-Vorstand als Vorstandsvorsitzender. Der Vorstand besteht aus 11 Personen, darunter Ariel Emanuel, Mark Shapiro und Nick Khan. Außerdem setzt sich der Vorstand zusammen aus:

  • Peter C.B. Bynoe, Senior Advisor bei DLA Piper LLP;
  • Egon P. Durban, Co-Chief Executive Officer bei Silver Lake;
  • Steven R. Koonin, Chief Executive Officer bei Atlanta Hawks, LLC;
  • Jonathan A. Kraft, President der Kraft Group LLC;
  • Sonya E. Medina, President und Chief Executive Officer bei Reach Resilience;
  • Nancy R. Tellem, Executive Chairperson und Chief Media Officer bei Eko; und
  • Carrie Wheeler, Chief Executive Officer und Vorstandsmitglied von Opendoor Technologies Inc.

Aus dem bisherigen WWE-Vorstand sind demnach also nur McMahon und Khan aufgerückt. Paul Levesque (Triple H) verliert seinen Platz. Die Vince-Vertrauten George Barrios und Michelle Wilson, die zuletzt zurückgekehrt waren, um McMahon bei seinen Verkaufsplänen zu unterstützen, fallen ebenfalls raus. Vor der Übernahme bestand der WWE-Vorstand außerdem noch aus Steve Koonin, Michelle R. McKenna sowie Steve Pamon. 

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Was dieser Wandel für WWE-Fans bedeutet 

Kurzfristig sollte der Mega-Zusammenschluss noch keine direkten Auswirkungen auf das WWE-Produkt haben. Inhaltlich werden die Shows weiterhin vom WWE-Kreativchef Paul Levesque auf den Weg gebracht. Auch Vince McMahon nimmt Einfluss auf die Gestaltung der Shows und wird – wie vor seinem mehrmonatigen Abgang im Sommer 2022 – das letzte Wort in allen Belangen haben. 

Im April, als der Deal offiziell gemacht wurde, hatte sich Ariel Emanuel demonstrativ mit McMahon in den Medien gezeigt und damit unterstrichen, dass er auf die jahrzehntelange Erfahrung des Wrestling-Machers setzen wolle. 

Zuerst müssen die Mitarbeiter hinter den Kulissen spürbare Veränderungen erwarten. Emanuel versprach in Interviews, operative Synergien zu schaffen, um 50 bis 100 Millionen US-Dollar jährlich einsparen zu können. 

Dabei geht es zum einen um Personalkosten; Zu erwarten ist, dass verschiedene Abteilungen von WWE und UFC zusammengeführt werden. In Folge dürfte es schon bald zu Entlassungen kommen. Doch WWE und UFC können fortan auch anderweitig Geld sparen – etwa durch den gemeinsamen Einsatz von technischem Equipment bei Live-Produktionen. 

Verbesserte Einnahmemöglichkeiten sollen geschaffen werden

Gleichzeitig kommt das Versprechen an Aktionäre, im Verbund die Umsätze und Gewinne zu steigern.

Im „Hollywood Reporter“ heißt es, Endeavour erwarte ein Wachstum bei den nationalen wie internationalen Medienrechten für UFC und WWE, da Streaming-Plattformen zunehmend Interesse an Sportrechten zeigen würden. TKO plane außerdem, mehr Inhalte zu erstellen, die Zahl der Live-Veranstaltungen zu erhöhen, die Einnahmen aus der Premium-Hospitality zu steigern (also hochpreisige Ticket-Angebot mit Zusatzleistungen) und die Lizenzierung von Sponsoren zu verbessern. 

Letzteres ist ein Aspekt, den Fans zu spüren bekommen. In den vergangenen Jahren hat WWE bereits bei Sponsorings und Produktplatzierungen eine auffällige Entwicklung hingelegt: TV-Zuschauer der Premium-Live-Events sind mit deutlich mehr Werbung konfrontiert worden. Hier dürfte längst nicht das Ende der Fahnenstange erreicht sein. 

Eine Möglichkeit, noch mehr Werbung unterzubringen, wären etwa Produktplatzierungen auf dem WWE-Ring. Vince McMahon hat bisher immer darauf verzichtet, die Ringmatte oder die Ringpfosten als Werbefläche zu verkaufen. Dass es auch anders geht, zeigt Endeavour mit dem Octagon bei UFC-Events. Die neuen Manager dürften sich also nicht davor scheuen, die Arbeitsfläche der Wrestling-Stars wie bisher unberührt zu lassen. 

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Raw- und SmackDown-Rechtevergabe im Fokus 

Wie erfolgreich WWE über die kommenden Jahre sein wird, entscheidet sich vor allem durch die Vergabe der Senderechte für Raw und SmackDown in den USA.

Zuletzt machten die Rechte für beide Shows jährlich rund 470 Millionen US-Dollar der Gesamteinnahmen von knapp über einer Milliarde US-Dollar aus. Das Rechtspaket für die Premium-Live-Events bringt darüber hinaus derzeit jährlich rund 200 Millionen US-Dollar.

Raw und SmackDown stehen im Herbst 2024 zur Verlängerung. Bereits seit einigen Monaten laufen die Verhandlungen, die mit Nick Khan und Ari Emanuel nun von zwei absoluten Schwergewichten der Branche geführt werden können. 

Khan bestätigte in einem Interview mit „Sports Business Journal“, dass die Gespräche zum Start der NFL-Saison an Fahrt aufnehmen würden. 

Spekuliert wird seit einigen Wochen, dass NBCUniversal, das aktuell die Rechte an Raw, NXT und den Premium-Live-Events hält, über den Herbst 2024 hinaus mindestens Raw behalten will (der Deal für die PLEs läuft separat bis Frühjahr 2026). 

Dagegen wird angenommen, dass FOX bei einer erwarteten Preissteigerung für SmackDown (derzeit 205 Millionen US-Dollar jährlich) aus den Wrestling-Übertragungen aussteigen wird. 

Im Moment werden in den US-Medien als alternative Partner für SmackDown Disney (hier könnte die Show auf das prestigeträchtige ABC-Network wechseln) und Amazon gehandelt.

Bei Amazon würde die Show allerdings massiv an Reichweite verlieren. Während heute praktisch jeder US-TV-Haushalt SmackDown über FOX empfangen kann, würde die Show bei Amazon Prime hinter der Paywall im Streaming verschwinden. So ein Deal müsste für TKO also finanziell besonders lukrativ sein, um die dadurch wegfallende Reichweite zu kompensieren. 

WWE und Amazon? Levesque nahm schon mal zwischen Bezos und Emanuel Platz

Für einen Hingucker sorgte eine Szene vom vergangenen Sonntag: Paul Levesque besuchte die New York Fashion Week und saß hier zwischen Amazon-Chef Jeff Bezos und Endeavor/TKO-CEO Ari Emanuel.

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Bei der Show lief unter anderem Raw-Star Maxxine Dupri über den Laufsteg. Gewiss ein Vorbote für die Türen, die Emanuel mit seinem bestens vernetzten Team für WWE-Talente in der gesamten Unterhaltungsbranche öffnen wird.

Eine neue Zeitrechnung hat begonnen. 

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