The Iron Sheik / Foto: (c) WWE
The Iron Sheik / Foto: (c) WWE

Die Wrestling-Welt trauert um einen Kult-Star, der zwischen 1983 und 1984 für einige Wochen den WWE-Titel hielt.

Mit ihm hat WWE vor bald 40 Jahren den Übergang in die goldene Ära zu Hulk Hogan geschaffen. 

Die Wrestling-Welt trauert um Hossein Khosrow Ali Vaziri, in der Szene besser bekannt als „The Iron Sheik“. Der frühere WWE-Champion ist im Alter von 81 Jahren verstorben. 

Das gab die Familie am Mittwoch in einer schriftlichen Stellungnahme bekannt. 

Seit jungen Jahren vom Ringen begeistert

Geboren 1942 im Iran, wuchs der spätere Pro-Wrestling-Star in einfachen Verhältnissen auf. Vaziris Kindheitsidol Gholamreza Takhti, ein Olympischer Goldmedaillengewinner im Ringen, sollte seinen Lebensweg maßgeblich beeinflussen. 

Der junge Hossein trainierte selbst für das iranische Ringer-Team für die Olympischen Sommerspiele 1968 in Mexiko, verpasste aber die Qualifikation. Für Vaziri ging es dann in die USA, wo er als Assistenztrainer des US-Ringerteams zu den Olympischen Spielen 1972 nach München schaffte. 

1972 kam der Einstieg ins Pro-Wrestling 

Über Pro-Wrestling-Veranstalter Verne Gagne kam zu dieser Zeit ein entscheidender Karriereschritt. Unter Billy Robinson erlernte der spätere Iron Sheik das professionelle Wrestling, übrigens Seite an Seite mit „Nature Boy“ Ric Flair. Gagne ermöglichte dem Mann, der fortan aus Teheran stammend angekündigt wurde, seine ersten Auftritte vor Publikum. 

Die Wrestling-Fans provozierte Vaziri von nun an mit seiner Liebe für den Iran und der ablehnenden Haltung gegen die USA. In seinen Anfangsjahren nannte er sich im Ring Ali Vaziri oder The Great Hossein Arab.

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Bereits im Herbst 1976 war Vaziri erstmals als The Iron Sheik in Erscheinung getreten. Unter dem Namen landete er 1980 bei Jim Crockett Promotions an der Ostküste.

Der Sheik gewann hier unter anderem die NWA Mid-Atlantic Heavyweight Championship von Jim Brunzell. Später wurde er kurzzeitig zum Gegenspieler für den NWA-World-Champion Dusty Rhodes. 

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WWE-Champion für wenige Wochen 

Für die McMahons hatte der Sheik bereits 1979 einige wenige Auftritte gemacht. 1983 kehrte er dann zurück – und forderte den seit vier Jahren amtierenden WWE-Champion Bob Backlund heraus. 

In einem TV-Angle hatte der Sheik dem Weltmeister eine „Nackenverletzung“ zugefügt. Die Vorbereitung auf ein denkwürdiges Match, das am 26. Dezember 1983 im New Yorker Madison Square Garden in einem schockierenden Titelwechsel mündete. Backlund geriet an diesem Abend mit seinem bereits angeschlagenen Nacken in Sheiks gefürchteten Camel Clutch. Zwar klopfte Backlund nicht ab. Da sein Manager Arnold Skaaland aber um das körperliche Wohlergehen seines Schützlings fürchtete, warf er das Handtuch und der Ringrichter brach den Kampf daraufhin ab.

Dieser Titelwechsel sollte als Weichensteller für die historische erste Regentschaft von Hulk Hogan funktionieren. Anstelle eines geplanten Rückmatches gegen Backlund, trat bei der nächsten Veranstaltung im Madison Square Garden Hulk Hogan im Januar 1984 gegen den Sheik an und nahm ihm mit seinem heute legendären Legdrop den WWE-Champion-Titel bereits wieder ab. 

Das war der Startschuss für „Hulkamania“. Der Anbeginn für die damalige World Wrestling Federation, die sich für einige Jahre mit dem Hulkster und weiteren charismatischen Wrestling-Stars tief in der US-Popkultur verankern konnte. 

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Wegen Kokainbesitz verhaftet 

Der Iron Sheik blieb in den WWE-Reihen aktiv. Er bildete unter anderem ein Team mit Nikolai Volkoff, der für die Sowjetunion antrat.

Im Mai 1987 kam es allerdings zu einem Karriereknick. Vaziri war mit seinem „Rivalen“ Jim Duggan zwischen zwei WWE-Events im Auto unterwegs, als das Fahrzeug von der Polizei gestoppt wurde. Wie sich herausstellte, fuhr Duggan unter Einfluss von Marihuana. Beim Sheik fanden die Beamten Kokain. Beide wurden verhaftet.

Der frühere WWE-Champion blieb auf Bewährung Teil der Wrestling-Promotion, wurde auf der Card allerdings heruntergestuft. Im Oktober 1987 verließ er die Promotion, kehrte 1988 aber für vereinzelte Auftritte zurück. Bis 1991 tingelte der Sheik danach durch andere Promotions und war unter anderem für die WCW im Einsatz. 

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Irak-Sympathisant zur Hochphase des Golfkriegs 

1991 hatte Vince McMahon dann wieder eine Rolle für den gebürtigen Iraner.

Zur Hochphase des Golfkriegs spielte er nun „Colonel Mustafa“, der neben dem gebürtigen Iraker General Adnan den Hogan-Gegenspieler Sgt. Slaughter unterstützte. 

Die Auseinandersetzung des amerikanischen Helden mit dem Irak-Sympathisanten gipfelte im Einzel-Match bei WrestleMania VII. Beim SummerSlam 1991 trat das Irak-Trio dann als „Triangle of Terror“ an und wurde von Hulk Hogan und The Ultimate Warrior im „Match Made in Hell“ vernichtend geschlagen. 

Kurz darauf ließ sich Sgt. Slaughter von seinen Sünden freisprechen und schwenkte zur Freude der Fans wieder die Flagge der Vereinigten Staaten. Colonel Mustafa blieb noch bis ins Frühjahr 1992 im Verbund mit General Adnan als Heel-Gespann für die World Wrestling Federation im Einsatz. 

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Die späten Jahre im Wrestling 

Danach wurde es um den Iron Sheik ruhiger, seine Auftritte fanden zumeist bei kleineren Veranstaltungen statt. Bis Ende der Neunziger stieg der Sheik noch ziemlich regelmäßig zwischen die Seile, darüber hinaus finden sich bis 2010 vereinzelte Match-Teilnahmen. 

Kult war der Auftritt in der „Gimmick Battle Royal“ bei WrestleMania X-Seven (2001). Die Battle Royal gegen viele weitere Kult-Charaktere aus der Federation-Vergangenheit gewann der Sheik. Der Grund dafür mag gewesen sein, dass er zu diesem Zeitpunkt körperlich so eingeschränkt unterwegs war, dass man den fast 60-jährigen Veteranen nicht über die Ringseile werfen wollte. 

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Persönlicher Schicksalsschlag traf seine Familie 2003

Vaziris Familie erlitt 2003 einen tragischen Schicksalsschlag, als seine älteste Tochter Marissa Opfer häuslicher Gewalt wurde. Ihr damaliger Freund erwürgte die damals erst 26-jährige. Der Täter, Charles Reynolds, wurde für schuldig befunden. Er starb 2016. 

Legendär bleibt bis heute Sheiks Aufnahme in die WWE Hall of Fame. In Los Angeles lieferte er eine äußerst unterhaltsame Rede ab, mit der er Fans wie Weggefährten bestens unterhielt.

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Einen gewissen Unterhaltungswert hatte über die vergangenen Jahren auch der Twitter-Account des Iron Sheik, über den – in zumeist nicht ganz anständigen Formulierungen – auf Wrestling-Themen und Ereignisse aus der Popkultur eingegangen wurde. Wie man sich denken mag, wurden diese Tweets allerdings nicht selbst vom Sheik geschrieben. 

Vaziri hinterlässt seine Ehefrau Caryl, seine zwei Töchter und mehrere Enkelkinder. 

Persönliches Statement zum Abschied 

Zum Abschied haben die Angehörigen des Iron Sheik diesen persönlichen Beitrag geteilt:


Heute nehmen wir schweren Herzens Abschied von einer wahren Legende, einer Naturgewalt und einer ikonischen Figur, die der Welt des professionellen Wrestlings einen unglaublichen Stempel aufgedrückt hat. Mit großer Trauer teilen wir die Nachricht vom Ableben von The Iron Sheik, aber wir finden auch Trost in dem Wissen, dass er diese Welt friedlich verlassen und ein Vermächtnis hinterlassen hat, das noch Generationen überdauern wird.

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Neben seiner Rolle als Wrestler, die die Welt so gut kannte, war The Iron Sheik ein hingebungsvoller Familienmensch. Er schätzte die Liebe und Unterstützung seiner Frau Caryl, mit der er 47 Jahre lang durch dick und dünn ging und die ihn sein ganzes Leben lang unermüdlich unterstützte. Ihre Bindung war ein Anker, der ihm die Kraft gab, die Herausforderungen des Lebens zu meistern.

Für seine Kinder Tanya, Nikki, Marissa und Schwiegersohn Eddie war er nicht nur eine Wrestling-Ikone. Er war ein liebevoller und engagierter Vater. Er vermittelte ihnen die Werte Beharrlichkeit, Entschlossenheit und die Wichtigkeit, ihre Träume zu verfolgen. Die Anleitung des Iron Sheik und sein unerschütterlicher Glaube an ihr Potenzial waren eine treibende Kraft für seine Kinder, die sie dazu befähigte, die beste Version ihrer selbst zu werden.


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