Wenn der wahnsinnige New Jack in den Ring stieg, dann gab’s Chaos, Tumult und vor allem: Blut. Jetzt ist das ECW-Original („The Gangstaz“) überraschend gestorben.

Beim eigenen ECW-Revival hat WWE auf ihn lieber verzichtet!

Skandal-Wrestler New Jack gehörte zu den markantesten Gesichtern der Original-Auflage von Extreme Championship Wrestling. Am Freitag ist der Kult-Wrestler überraschend verstorben – infolge eines Herzinfarkts.

„THE GANGSTAS“ WAREN EIN ECW-MARKENZEICHEN

Der gebürtige Jerome Young stieg 1992 ins Wrestling ein. Nach Auftritten in Memphis war Smoky Mountain Wrestling eine erste wichtige Station für New Jack. Der Kinohit „New Jack City“ (1991) mit Wesley Snipes war Inspiration für seinen Ring-Namen. Promoter Jim Cornette präsentierte ihn in einem Team mit Mustafa Saed. Das Duo startete als „The Gangstas“ durch.

Im tiefen Süden bei SMW standen die beiden Schwarzen als Rivalen für die klassischen Babyfaces, etwa den Rock ‚N‘ Roll Express, im Ring – ein fragwürdiges Spiel mit Stereotypen und Rassismus.

Ab Sommer 1995 blieben New Jack und Mustafa auch bei Paul Heymans ECW „die Gangstas“. Aber hier nahmen die beiden Gangster-Gesellen eine andere Rolle ein und wurde mit ihren Brawls, die nicht selten in der kompletten Arena ausgefochten wurden, zum Kult.

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Wenn während der laufenden Matches „Natural Born Killaz“ von Dr. Dre und Ice Cube aus den Lautsprechern dröhnte und sich die Gangstas mit Public Enemy, den Eliminators oder Axl & Ian Rotten prügelten, war das ECW in der reinsten Form.

MINDERJÄHRIGER CATCHER WURDE AUFGESCHLITZT

New Jack war Auslöser eines der größten Skandale der ECW-Geschichte! Am 23. November 1996 sollten die Gangstas bei einer House Show in Revere (im US-Bundesstaat Massachusetts) gegen D-Von Dudley und Axl Rotten antreten. Rotten tauchte an dem Abend nicht auf – und wurde durch einen Minderjährigen ersetzt! Der 17-jährige Nachwuchs-Wrestler namens „Mass Transit“ (richtiger Name: Eric Kulas) hatte angegeben, bereits volljährig zu sein.

Seine Bitte: New Jack sollte ihm doch im Match die Stirn aufschlitzen. Schließlich konnte das für ein Gangstas-Match übliche Blut nicht fehlen. New Jack kam der Bitte gerne nach – schnitt aber so tief, dass Kulas massiv an Blut verlor und mit fünfzig Stichen im Krankenhaus zusammengenäht werden musste.

Die Kulas-Familie klagte, verlor aber vor Gericht. Und Eric Kulas starb mit nur 22. Jahren im Mai 2002 an den Komplikationen einer Operation. Der Vorwurf der Familie: Nach dem traumatischen Erlebnis im ECW-Ring habe ihr Sohn Depressionen und Essstörungen durchlitten und sei nie wieder derselbe gewesen.

Der Vorfall wurde damals genutzt, um die ECW-Pay-Per-View-Premiere zu verhindern. Den ausstrahlenden Kabelsendern wurde das Tape mit dem Blutbad zugespielt. Den ersten ECW-PPV („Barely Legal“) gab es im April 1997 aber trotzdem.

Hier gibt es das Videomaterial zum „Mass Transit“-Vorfall. Obacht: Nichts für schwache Nerven!

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DREIFACHER TAG TEAM CHAMPION – ABER KEINE EINSÄTZE FÜR WWE

Bei ECW wurde New Jack zum dreifachen Tag Team Champion. Zwei Mal mit Mustafa, einmal mit John Kronus.

Nach dem Ende von ECW kämpfte er in vielen Independent-Promotions, vornehmlich bei der ECW-Kopie XPW, nahm aber auch einige Bookings bei TNA an.

Zur ECW-Reunion-Welle Mitte der Nullerjahre verzichtete WWE auf New Jack. Von Sandman über Sabu bis Balls Mahoney holte WWE damals die ECW-Originale in den eigenen Reihen. New Jack blieb aber ein zu heißes Eisen für Vince McMahon und Paul Heyman. Auf Paul E. war New Jack bis zu seinem Tod gar nicht gut zu sprechen. Mancher geplatzte Scheck dürfte eine Rolle für das angeschlagene Verhältnis gespielt haben.

Ohne Frage: Selbst für das lange Jahre schwierige Wrestling-Business mit zahlreichen obskuren Charakteren war New Jack ein echter Problemfall. Aber auch ein einmaliger, ungewöhnlicher Charakter. Ein Mann, dem man besser keinen flapsigen Kommentar entgegenbrachte. Einen spitzen Gegenstand hatte New Jack schließlich immer in Reichweite. Und als nächstes Opfer in seiner Kriminalakte wollte niemand enden.

RIP New Jack.

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