Leider viel zu früh: Mit nur 58 Jahren ist Tracy Smothers verstorben. Seine jahrzehntelange Karriere führte ihn unter anderem zu WWE, WCW und Extreme Championship Wrestling, wo er mit dem Kult-Team „F.B.I.“ auftrat.

Er war der typische Südstaaten-Catcher, der sich seit den frühen Achtzigerjahren durch die Ringe der Vereinigten Staaten schlug. Mit nur 58 Jahren ist Tracy Smothers nun an den Folgen einer Krebserkrankung verstorben.

Gebürtig aus Springfield, Tennessee, startete Smothers 1982 in der damals florierenden Wrestling-Szene in Memphis und kämpfte sich in den Achtzigern durch verschiedene lokale Promotions. Mit Road Doggs Bruder Steve Armstrong bildete er die „Wild-Eyed Southern Boys“.

ENGAGEMENT BEI WORLD CHAMPIONSHIP WRESTLING

Das Duo erhielt in den frühen Neunzigern einen Vertrag bei World Championship Wrestling, für Smothers der Start in einer landesweit ausgestrahlten Wrestling-Promotion. Als Southern Boys oder später als Young Pistols fehdete das Duo unter anderem mit den Fabulous Freebirds.

Smothers und Armstrong gewannen im November 1991 die obskuren WCW-United-States-Tag-Team-Titel – eine zweitrangige Tag-Team-Championship, die zu dieser Zeit bei World Championship Wrestling ausgekämpft wurde. Dafür besiegten die Young Pistols die Patriots (Todd Champion und Firebreaker Chip).

1992 wechselte Smothers zu Jim Cornettes Smoky Mountain Wrestling. Als “Wild Eyes Southern Boy” gewann er er zwei Mal den Heavyweight-Titel, Tag-Team-Gold an der Seite von „Dirty White Boy“ Tony Anthony sowie drei Mal die Version des TV-Titels der Promotion. Zu den Rivalen dieser Zeit gehörten Brian Lee oder auch Chris Candido:

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ALS FREDDIE JOE FLOYD BEI WWE

Im Sommer 1996 sahen wir Smothers kurzzeitig bei der damaligen World Wrestling Federation. Es war die Zeit in der Vince McMahon viele neue Gimmicks probierte, die allesamt von nicht allzu großem Erfolg gekrönt waren: Freddie Joe Floyd, der Ringname von Smothers, zählte ohne Frage dazu.

In einer Jobber-Rolle musste er für die Aufsteiger dieser Zeit, speziell Hunter Hearst Helmsley (Triple H) oder auch Stone Cold Steve Austin, herhalten.

Das Gimmick basierte auf einem Witz in Richtung des WWE-Offiziellen Gerald Brisco, der wie angeblich auch Freddie Joe Floyd aus Bowlegs, Oklahoma, stammte. Der Ringname setzte sich aus den echten Vornamen der Brisco-Brüder, Jack (Fred Joe) und Gerald (Floyd), zusammen.

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KULT-AUFTRITTE BEI ECW

Was Wrestling-Fans der Neunziger dagegen mehr in Erinnerung blieb, war Tracy Smothers Wandel zu einem echten Italiener bei Extreme Championship Wrestling.

Als Teil des FBI (Full Blooded Italians) trat „The Main Man“ Tracy Smothers an der Seite von Little Gudio, Tommy Rich und weiteren wechselnden Mitgliedern der italienischen Familie auf.

Das FBI blieb zwar nur ein Midcard-Comedy-Act bei ECW, hatte aber lange einen festen Platz in den Shows.

Am 18. Oktober 1997 gewannen Smothers und Little Guido die ECW Tag Team Championship von John Kronus und New Jack in Philadelphia. Die Full Blooded Italians hielten das Tag-Team-Gold für 48 Tage, reichten es im Dezember 1997 dann an Doug Furnas und Phil LaFon weiter.

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INDEPENDENT UNTERWEGS

Auch nach der Jahrtausendwende blieb Smothers im Wrestling aktiv, nahm an verschiedenen ECW-Reuions teil, stand für Juggalo Championship Wrestling im Ring und war auch darüber hinaus in der Independent-Szene umtriebig.

Sein letztes Match bestritt er am 5. Oktober 2019 bei einem Event in Fort Wayne, Indiana. Hier verlor Smothers den Legend-Titel der Promotion HLW an Dru Skillz.

Im November 2019 gab Smothers bekannt, dass bei ihm ein bösartiger Tumor gefunden wurde. Zuletzt hatten sich seine gesundheitlichen Probleme zudem auf sein Herz ausgewirkt.

Chris Hero (Kassius Ohno) hatte im Frühjahr über „GoFundMe“ rund 14.000 US-Dollar für Smothers nach der Krebsdiagonose gesammelt. In einem Beitrag beschrieb Hero, wie er als junger Wrestler mit 19 Jahren Smothers kennenlernte und der Veteran sich über die Jahre zu einem echten Freund entwickelt hatte: „Ich sagte ihm (am Telefon), dass er den Großteil seines Lebens und seiner Karriere dazu aufwendet hatte, anderen zu helfen. Nun sei es an der Zeit, dass er Hilfe zurückbekommt.“

Die Wrestling-Szene nimmt Abschied von einem echten Catcher der alten Schule.


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