Wer ist der größte Intercontinental-Champion aller Zeiten? / Fotos: (c) WWE
Wer ist der größte Intercontinental-Champion aller Zeiten? / Fotos: (c) WWE

„Die Zahl bedeutet nichts“, meint der WWE-Kult-Wrestler aus den Achtzigern: Zwei sehr unterschiedliche Champions im Vergleich!

Die deutschsprachige WWE-Fangemeinde jubelt über einen historischen Meilenstein. 

Der Österreicher Gunther hat am heutigen Freitag 455 Tage als Intercontinental-Champion erreicht und ist damit an der lange existierenden Bestmarke von 454 Tagen vorbeigezogen. 

Die bisherige Bestmarke hatte seit über 35 Jahren Bestand: Zwischen 1987 und 1988 hielt der Honky Tonk Man die Intercontinental-Championship für weit über ein Jahr. Und der Kult-Wrestler aus den Achtzigerjahren offenbarte sich jetzt als schlechter Ex-Rekord-Halter.

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Honky Tonk Man stänkert auf „X“ 

Während WWE Gunthers Erreichen des Intercontinental-Meilensteins in dieser Woche auf Social-Media an die große Glocke gehängt hat, meint der bisherige Rekordhalter Honky Tonk Man (richtiger Name: Wayne Farris): „Die Anzahl der Tage bedeutet gar nicht!“ 

Damit reagierte der WWE-Hall-of-Famer auf einen Beitrag des Wrestling-Veteranen Rip Rogers auf „X“. Rogers verglich die erfolgreichen Titel-Verteidigungen des Honky Tonk Man mit denen von Gunther und kam zu einem klaren Urteil. 

Rogers meinte, Gunthers 26 Titel-Verteidigungen (genau genommen waren es rund 70 im TV und bei House-Shows) in 454 Tagen würden in keinem Vergleich zu Honky Tonk Mans 127 Titel-Verteidigungen (genau genommen waren es rund 215 im TV und bei House-Shows) in diesem Zeitraum stehen. Sein Fazit: „Es bedeutet nichts, den Titel so lange zu halten, wenn er nur so selten verteidigt wird.“ 

Tatsächlich kommt Honky Tonk Man auf so viele Titel-Matches, da zu seiner aktiven Zeit die damalige World Wrestling Federation deutlich mehr Live-Events abhielt. Solche nicht im Fernsehen ausgestrahlten Shows gibt es heute gewiss auch noch, allerdings nicht mehr in dieser hohen Frequenz und mit einem vergleichbaren personellen Verschleiss wie damals. 

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Honky Tonk Man füllte Steamboat-Lücke 

Dass der Honky Tonk Man im Sommer 1987 seinen legendären Lauf als Intercontinental-Champion begann, beruhte auf einer kurzfristigen Planänderung.

Bei WrestleMania 3 im März 1987 hatte Ricky „The Dragon“ Steamboat den IC-Titel von Randy Savage gewonnen. Wenige Wochen später kam Steamboats Sohn Richard jr. zur Welt – und „The Dragon“ wollte beruflich kürzertreten. Zur damaligen Zeit ein No-Go. Die private Veränderung bewog den verständnislosen WWE-Chef Vince McMahon dazu, Steamboat den Titel am 15. Juni 1987 an den Honky Tonk Man verlieren zu lassen. 

Der Elvis-Imitator blieb – im Gegensatz zu Gunther – ein Comedy-Champion, der sich ein ums andere Mal mit seinem Gürtel davonstehlen konnte. Allerdings funktionierte der gemeinsame Act mit Manager Jimmy Hart wunderbar. Wo auch immer der Honky Tonk Man als Champion auftrat, waren ihm gewaltige Negativ-Reaktionen der aufgebrachten Fans gewiss.

In dieser ersten goldenen WWE-Ära, ausgelöst durch Hulk Hogans Triumphzug, wurde der Honky Tonk Man zu einem der denkwürdigsten Charaktere. Seine Amtszeit endete erst beim SummerSlam im August 1988 – in einem 30-sekündigen Squash-Match gegen den neuen Publikumsmagneten The Ultimate Warrior. 

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Gunther hat bei WWE konstant abgeliefert

Zurück in der Gegenwart hat sich Gunther in der neuen WWE-Ära unter der Leitung von Paul Levesque ebenso zu einem nicht wegzudenkenden Charakter entwickelt.

Und im Gegensatz zum Honky Tonk Man kommt der Österreicher bei zugegebenermaßen weniger Titel-Verteidigungen auf deutlich mehr denkwürdige Performances – über die vergangenen knapp anderthalb Jahre etwa gegen Drew McIntyre, Sheamus, Rey Mysterio oder zuletzt Chad Gable. Im Grunde hat der 36-jährige in seinen mehr 450 Tagen als Champion kein einziges schlechtes Match abgeliefert und sich als eine zuverlässige Konstante im WWE-Kader bewiesen. 

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Was sein Rekord-Vorgänger aus den Achtzigern nun auf Social Media ablässt, dürfte dem stoischen „Ringgeneral“ deshalb ziemlich egal sein.

Wie Gunther kürzlich im Interview mit Power-Wrestling verriet, hatte er den Honky Tonk Man bis zuletzt gar nicht auf seinem Radar. Kein Wunder, so ist Gunther zu jung, um Honky in seiner WWF-Blütephase miterlebt zu haben. Aber dennoch konnte er den Achtziger-Kult-Wrestler einmal live sehen: „Bei der ersten oder zweiten Indie-Show, die ich in Österreich besucht habe, war der Honky Tonk Man zu Gast. Daran kann ich mich noch erinnern, allerdings war das mein einziger Berührungspunkt mit ihm.“

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Nachdem Gunther den Honky Tonk Man und sämtliche andere Langzeit-Intercontinental-Champions hinter sich gelassen hat, bleiben damit nur zwei Fragen: Auf wie viele Tage wird Gunther seine geschichtsträchtige Regentschaft noch ausbauen könne – und wer wird ihm das Gold letztlich abjagen?

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