WWE SummerSlam 1992 / Fotos: (c) WWE. All Rights Reserved.
WWE SummerSlam 1992 / Fotos: (c) WWE. All Rights Reserved.

Die Sternstunde in Wembley: In der PW-Kolumne „Hot Tag“ erinnert sich Marcus Holzer an den WWE SummerSlam 1992 und fragt sich, ob „Clash at the Castle“ eine neue Serie starten kann. (Nur für Mitglieder)

In wenigen Wochen ist es so weit, dann wird sich der SummerSlam 1992 zum 30 Mal jähren. Eine ganz besondere Veranstaltung, vor allem für Fans jenseits des großen Teiches. Ich bin mir sicher, dass einige von euch damals durch genau diese Veranstaltung zu Fans wurden oder zumindest erstmals mit der damaligen World Wrestling Federation in Kontakt kamen.

Wer zu dieser Zeit noch nicht dabei war, dürfte den Pay-Per-View ebenfalls inzwischen gesehen haben, zumindest in Teilen. Sollte dies nicht der Fall sein, dann unbedingt nachholen! Denn der SummerSlam vom 29. August 1992 war zweifellos ein Meilenstein in der europäischen WWE-Geschichte. Immerhin fand damals zum ersten Mal ein echter Big-Four-Event abseits des amerikanischen Kontinents statt. Dabei wäre es fast nicht dazu gekommen.

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PLAN B WIRD ZUM TRIUMPHZUG

Ursprünglich sollte der SummerSlam nämlich in Landover in Maryland, ganz in der Nähe der US-amerikanischen Hauptstadt Washington stattfinden. Doch das Business für die Federation in den Staaten lief damals aus verschiedenen Gründen (und nicht zuletzt wegen einiger Skandale) so schlecht, dass sich Vince McMahon und sein Team für England entschieden. Im Unterschied zu den USA liefen die Geschäfte in Europa damals nämlich richtig gut. Und so kam es, dass der fünfte SummerSlam vor über 80.000 Besuchern im legendären Wembley-Stadion abgehalten wurde. Balsam auf die Seelen der Verantwortlichen, die solche Zahlen damals fast nur von WrestleMania kannten, und auch dxann nur im absoluten Ausnahmefall.

Zu sehen bekamen die Zuschauer insgesamt 11 Matches, wobei nicht alle davon als Teil der PPV-Ausstrahlung gesendet wurden. Tatsächlich unterschieden sich die Übertragungen in den USA und Europa sogar massiv: Papa Shango gegen Tito Santana, Tatanka gegen den Berserker sowie „Hacksaw“ und die Bushwhackers gegen den Mountie und die Nasty Boys wurden im darauffolgenden Monat im Zuge von Prime Time Wrestling im TV gezeigt. In Europa fiel das Match zwischen Crush und dem Repo Man heraus, immerhin ein Duell zwischen zwei ehemaligen Mitgliedern von Demolition.

Übrig blieb ein Tag Team Match zwischen der Legion of Doom und Money Inc., Nails gegen Virgil, „The Model“ Ric Martel in einem äußert unterhaltsamen Match mit Shawn Michaels, die Natural Disasters gegen die Beverly Brothers, Tatanka gegen den Berserker sowie der Undertaker gegen Kamala. Selbstverständlich wurde auch die WWE Championship verteidigt, „Macho Man“ Randy Savage setzte seinen Gürtel gegen den Ultimate Warrior aufs Spiel. Einst waren die beiden Superstars erbitterte Rivalen gewesen, inzwischen kämpften sie aber auf derselben Seite. Was wiederum dem „Nature Boy“ Ric Flair nicht sonderlich zusagte.

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Tatsächlich war das Match der Ultimate Maniacs aber gar nicht das größte Highlight auf der Card, denn zumindest im Stadion spielte der WWE-Titel diesmal nur die zweite Geige. Viel heißer wurde das Match um die Intercontinental Championship erwartet, es war sogar der Main Event. Aus heutiger Sicht unvorstellbar! Doch mit dem British Bulldog trat der größte Lokalmatador um das damals noch prestigeträchtigere Gold an. Mit Champion Bret Hart stand ihm nicht nur der eigene Schwager gegenüber, sondern einer der besten Wrestler aller Zeiten. Der „Hitman“ hatte das komplette Match im Voraus ausgearbeitet, doch leider vergaß Davey Boy Smith gleich zu Beginn sämtliche Details. Trotz dieser Tatsache sollte das rund 25 Minuten lange Match unglaublich gut werden, was wiederum sehr viel über die Fähigkeiten des Kanadiers als Ringgeneral aussagte.

Übrigens: Hätte die Veranstaltung wie geplant bei Washington stattgefunden, wäre es niemals zu diesem Duell gekommen. Stattdessen hätte der „Hitman“ seinen Gürtel gegen Shawn Michaels aufs Spiel gesetzt und auch verloren. Nun, der „Heartbreak Kid“ sollte wenig später den Gürtel vom Bulldog gewinnen, doch diese ungeplante Zwischenstation war zweifellos die richtige Wahl. Wie legendär der SummerSlam 92 für WWE war, zeigt auch die Tatsache, dass in Kürze eine neue DVD auf den Markt kommen wird, die erstmals alle 11 Matches beinhaltet. Inklusive des Demolition-Derbys!

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LEGT WWE IN CARDIFF EINEN NEUEN GRUNDSTEIN?

Einen Big-Four-Event gab es seitdem nicht mehr in Europa, dafür kam die Promotion ab September 1997 gleich für eine ganze Reihe UK-PPVs auf die Insel. Insurrextion am 7. Juni 2003 beendete diese kurze Tradition jedoch nach nicht einmal sechs Jahren. Dies bringt mich zu Clash at the Castle am 3. September dieses Jahres im Principality Stadium in Cardiff. Ich weiß zwar noch nichts über die Card, aber ich bin mir sicher, dass das Stadion in Wales aus allen Nähten platzen wird. Eine große Chance für WWE, aber auch für Fans in Europa, genau 30 Jahre nach dem legendären SummerSlam und 19 Jahre nach dem letzten UK-PPV.

Unter Nick Khan setzt man verstärkt auf Stadion-Events, erstmals wird sogar Money in the Bank in diesem Jahr in einem solchen ausgetragen. Aus meiner Sicht spricht nichts dagegen, dieses Konzept auch dauerhaft auf Europa auszuweiten. Denn: Einmal pro Jahr mit einem Premium Live Event ein Stadion zu füllen, dürfte nun wirklich kein Problem für WWE sein. Warum also nicht eine neue Serie starten? Natürlich wäre eine Rückkehr nach Wembley eine spannende Sache, vielleicht ja bereits im kommenden Jahr mit der Rückkehr von Tyson Fury als Selling Point für Fans in London?! Doch es muss ja nicht immer das Vereinte Königreich sein. Zumindest leise träumen darf man auch von einem Event im Herzen von Europa … Aber das ist natürlich nur Zukunftsmusik.

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