In der kommenden Woche wird er 40 Jahre alt – und jetzt will er es jetzt noch einmal wissen. John Morrison kehrt überraschend zu WWE zurück. 

An dieses Comeback hatten wir schon fast nicht mehr geglaubt: John Hennigan, den viele Wrestling-Fans als John Morrison kennen, steigt bald wieder für Vince McMahon in den Ring. Das hat am Donnerstag zuerst Mike Johnson von PWInsider berichtet.

Hennigan schied im Herbst 2011 bei WWE aus – nach fast 10 Jahren in der Firma. Ursprünglich war John Morrison, der sich später bei IMPACT Wrestling Johnny Impact und bei Lucha Underground Johnny Mundo nannte, durch „Tough Enough“ zum Wrestling gekommen.

In seiner WWE-freien Zeit drehte Morrison seinen eigenen Film („Boone: The Bounty Hunter“) und wirkte in einer Staffel von „Survivor“ mit.

In seiner bisherigen WWE-Zeit gewann Morrison unter anderem drei Mal die Intercontinental Championship und hielt fünf Mal Tag-Team-Gold (3x mit Joey Mercury als MNM und zwei Mal mit The Miz).

Welche Championships werden in der zweiten WWE-Karriere jetzt noch hinzukommen?


AUS DEM PW-ARCHIV: JOHN MORRISON IM INTERVIEW – FRÜHJAHR 2014

Wo steckt eigentlich John Morrison? Als WWE-Superstar haben wir den heute 34-jährigen letztmals Ende November 2011 in Aktion gesehen. Damals lief sein Vertrag mit dem Sports-Entertainment-Riesen aus. Und der gebürtige John Hennigan entschied sich dazu, eine Auszeit vom wöchentlichen Wrestling zu nehmen.

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Seitdem tritt der 2003 im Wrestling debütierte Morrison noch regelmäßig für unabhängige Veranstalter auf. Doch trotz so mancher Gerüchte, die es seit seinem Ausscheiden bei der WWE gegeben hat, ist er auch nach zweieinhalb Jahren immer noch nicht wieder im Mainstream-Geschehen aufgetaucht.

Dafür gelang es Westside Xtreme Wrestling, den beliebten Superstar für einen Auftritt Ende April nach Oberhausen zu holen (mehr zu dieser Veranstaltung ab Seite 52 in dieser Ausgabe). Für Power-Wrestling eine gute Gelegenheit, unter vier Augen mit einem alten Bekannten über sein Leben abseits der WWE zu sprechen und nachzufragen, wie es ihm so ergangen ist.

MORRISON MACHT

„OUT OF YOUR MIND“-FITNESS

Du hast gerade vor unserem offiziellen Interviewteil gemeint, du könntest Wolfgang Stach in Form bringen. Ich zweifel noch etwas daran!

Ich kann jeden in Form bringen – nur liegt es dann auch an der Person, in Form zu bleiben! Ich kann natürlich mit niemandem 24 Stunden am Tag abhängen. Aber ich bitte die Hilfestellung in Form eines Fahrplans an. Es heißt „Out of your Mind“-Fitness und ist im Internet auf www.ooymfitness.com zu finden.

Bereits 2009 wollte ich ein Fitnessbuch veröffentlichen, als ich noch in der WWE war. Doch John Laurinatis meinte mir gegenüber, dass sich ihr letztes Fitnessbuch nicht so gut verkauft hätte. Weißt du, wessen Fitnessbuch gemeint ist?

Ähm … Triple H?

Ja, ganz genau! Weil das Buch eben nicht so gut gelaufen war, hatten sie kein großes Interesse, sich da erneut in Unkosten zu stürzen. Mein Vorschlag war dann, eine Fitness-DVD herauszubringen. Doch auch da erhielt ich eine negative Antwort. Stattdessen haben sie dann die „John Morrison – Rockstar“-DVD gemacht, über die ich auch glücklich war. Sie sagten mir, ich könne meine eigene Fitness-DVD auf den Markt bringen. Man wollte da nicht selbst den nötigen Arbeitsaufwand investieren. Also begann ich bereits an dieser Stelle, in meiner Freizeit an „Out of your Mind“-Fitness zu arbeiten. Allerdings hatte ich da, wie du dir vorstellen kannst, nicht wirklich viel Zeit für.

Als ich dann bei der WWE raus war, konnte ich viel mehr Zeit investieren und setzte mich deshalb mit einem Kumpel zusammen. Wir entwickelten ein Programm, das über fünf Stufen abläuft. Es bringt dich von der ersten Stufe mit einfachen Liegestützen und Kniebeugen bis zu einarmigen Liegestützen, Pistol Squats und ähnlichen Übungen. Das läuft über Stufen ab, auf die sich dein Körper nach und nach einstellt.

Dabei geht es uns um funktionales Training. Ein Training, wie es eigentlich immer sein sollte. Das aus Bewegungen besteht. Das ist das Programm, das ich gern gehabt hätte, als ich 16 Jahre alt war. Damals, als ich es nicht besser wusste, und einfach planlos Bankdrücken und Kniebeugen gemacht habe und mir dabei den Rücken kaputt machte, nur weil mein Trainer im Ringen meinte, ich müsste stärker werden.

Mittlerweile ist das Programm ausgereift und kann von jedem probiert werden. Wir haben eine Webseite unter www.outofyourmindfitness.com. Zudem gibt es eine iPhone-App, die es im Apple Store gibt. Was man dafür bekommt ist ein virtueller Personal Trainer. Dein komplettes Trainingsprogramm wird gespeichert. Das gesamte Programm besteht aus insgesamt 190 Übungen, die entweder von mir oder meinem Kumpel Jeff vorgeführt oder gezeigt werden. Bei den Demonstrationen und Erklärungen wechseln wir uns ab.

Wer gerade in den letzten ein bis zwei Jahren ziemlich in die Schlagzeilen vorgerückt ist: Diamond Dallas Page, der mit seinem Yoga-Programm eine Menge Fans gewonnen hat. Da wirst du doch sicher auch ein Auge drauf gehabt haben!

DDP hat sich für mich zu einer tollen Informationsquelle entwickelt. Wenn ich ihn treffe, quetsche ich ihn immer darüber aus, wie er sein Yoga-Programm ans Laufen gebracht hat. Was sein Programm mit der Zeit populärer gemacht hat, waren die Testimonial seiner User. Mittlerweile habe ich auch schon einiges an gutem Feedback erhalten, sowie Videos und Nachweise von Leuten, die mit dem Programm gearbeitet haben und wirklich beeindruckend sind.

Insgesamt braucht es aber einfach seine Zeit, das gesamte Projekt aufzubauen. Das Momentum baut sich jetzt gerade auf. Was es jetzt noch braucht ist, dass die Community derer wächst, die mit dem Programm trainieren. Dann bin ich sicher, dass OOYM-Fitness wie ein Schneeball ins Rollen kommen wird und in Zukunft schneller und schneller wächst.

NICHT NUR THE ROCK IST EIN HERCULES

Wir wissen auch, dass du dich seit deinem Ausstieg bei der WWE mehr der Schauspielerei gewidmet hast. Wie läuft es da für dich?

Kürzlich habe ich mit einem tollen Regisseur zusammengearbeitet. Er heißt Steven Lamorte und der Film „Dangerous Games“. Ich hoffe, dass der Film auf DVD und digital noch diesen Sommer erscheint. Ich habe die Hauptrolle in diesem Film gespielt, und es hat mir wirklich einiges abverlangt.

Und das hat mich auf einen Film vorbereitet, den ich vor einigen Monaten in Marokko gedreht habe. Hercules! Jetzt wirst du sagen: Moment mal, Hercules!? Ist das nicht der Film von The Rock? Aber 2014 scheint wohl das Jahr der Hercules-Filme zu sein. Im Januar ist bereits einer erschienen. Und der Hercules-Film von The Rock kommt im Juli. Unser wird wohl auch im Juli kommen, zufälligerweise eine Woche früher. Direkt auf DVD und On Demand (lacht). Unser Film ist natürlich ein paar Nummern kleiner, was das Budget und die damit verbundenen Möglichkeiten angeht.

Allerdings hatten wir einen wirklich starken Cast und eine tolle Crew. Leute, die sich ins Zeug gelegt haben. Ich glaube, es ist wirklich ein Beleg dafür, was man auf die Beine stellen kann, wenn man sich ordentlich ins Zeug legt und hart arbeitet, selbst wenn das Budget so viel kleiner ist.

Aber das soll natürlich nicht heißen, dass die 100-Millionen-Dollar-Produktion mit The Rock nicht fantastisch sein wird. Hey, der Trailer sieht fantastisch aus. The Rock ist fantastisch. Und so wird auch der Film fantastisch sein. Dennoch: Die Leute werden positiv überrascht sein, wenn sie sich den Hercules-Film ansehen, in dem ich mitgewirkt habe!

Was die Schauspielerei angeht. Ich habe heute gesehen, dass du in einem Clip mit Weird Al Yankovic aufgetaucht bist!

Oh, ja. Weird Al! Er ist ein Wrestlingfan! Hast du das gewusst?

Nee, ich hatte keine Ahnung!

Ja, ist er. Es ging bei dem Clip um das Bewerben einer Kunstausstellung mit ihm. Es war nur ein kleiner Cameo-Auftritt. Ich habe einem Künstler einen Bodyslam verpasst. Hinterher hatte ich die Möglichkeit, ein wenig mit Weird Al abzuhängen. Da konnte ich ihm sagen, wie sehr ich seine Songs wie Amish Paradise oder Fat geliebt habe. All seine Sachen halt. Er ist ein so kreativer Typ. Da war es für mich toll zu erfahren, dass er ebenfalls ein Wrestlingfan ist.

EIN WRESTLING-COMEBACK SOLL

PASSIEREN, NUR WANN?

Als Wrestling-Magazin kommt aber nun die alles entscheidende Frage. Ein paar Jahre sind seit deiner WWE-Zeit nun vergangen. War es das für immer? Oder sehen wir dich noch mal wieder?

Hier bin ich doch, in Oberhausen – und sorge dafür, ein Lächeln auf einige Gesichter zu zaubern! Generell nehme ich pro Monat immer ein paar Bookings an, damit ich keinen Ringrost ansetze. Ich trainiere genauso hart, wenn nicht sogar noch härter als zu meinen WWE-Zeiten. Bei „Out of your Mind“-Fitness und meinem Stuntshow-Training kommt eine Menge zusammen. Dazu kommen Kampf-Choreographien und das Actiondesign für „Boone: The Bounty Hunter“, wofür ich drei bis vier Tage die Woche investiere. Das alles kombiniert mit meinem typischen Trainingsprogramm sorgt dafür, dass ich in verdammt guter Form bleibe. Und das ist auch fantastisch. „Boone: The Bounty Hunter“ ist übrigens ein Film, für den ich das Drehbuch geschrieben habe. Im Sommer werden wir mit den Dreharbeiten dazu beginnen.

Ich habe mit allen großen Promotions über eine Rückkehr gesprochen. Japan, TNA, WWE, wirklich alle. Wrestling war immer meine erste Liebe. Seit ich sieben Jahre alt war hat es meine Kreativität angeregt. Es gibt nichts Vergleichbares. Deshalb vermisse ich es auch, und es ist der Grund, warum ich heute hier in Oberhausen bin. Aber es fehlt mir durchaus, Wrestling nicht auf der allergrößten Bühne, vor allen Fans machen zu können. Eines Tages werde ich dahin zurückkehren. Wann und wo es genau soweit sein wird, kann ich aber noch nicht sagen. Ich kann aber verraten, wirklich schon sehr viele Gespräche mit allen geführt zu haben.

Zwei größere Rivalen in deiner WWE-Zeit waren Jeff Hardy als auch CM Punk. Dich verbindet mit beiden Männern die Tatsache, dass ihr alle die WWE auf eigenen Wunsch und aus freien Stücken verlassen habt. Ich kann mir vorstellen, dass du also etwa das Handeln eines CM Punk aus deiner ganz eigenen Perspektive anders einschätzen kannst als viele Fans.

Ich habe vor beiden immensen Respekt. Es ist verdammt schwierig, es überhaupt in den WWE-Kader zu schaffen, dann aber auch im WWE-Kader zu bleiben. Ich würde meinen, sowohl mit Jeff als auch mit Punk immer gut klargekommen zu sein. Beide sind Freigeister. Und ich bin der Meinung, dass es im Leben darum geht, selbst für sein eigenes Glück zu sorgen.

Was Pro-Wrestler angeht: Ich würde sagen, dass erfolgreiche Wrestler zu fast einhundert Prozent deshalb erfolgreich werden, weil sie das Pro-Wrestling lieben. Es ist das, was sie bereits während ihrer Kindheit liebten. Diese Aussage trifft in jedem Fall auf diese beiden Jungs voll zu. Ebenso stimmt sie für fast den kompletten Kader. Und für mich gilt das natürlich auch.

Wenn du allerdings an deiner eigenen Zufriedenheit arbeitest, dann gibt es diese Überschneidung zwischen dem, was zu liebst und gerne machst, aber gleichzeitig auch die kreative Unabhängigkeit zu haben, deinen eigenen schöpferischen Vorstellungen folgen und diese verwirklichen zu können.

Dagegen steht das Geschäft, das die WWE darstellt. Es gibt vielleicht 50 oder mehr aktive Wrestler im Kader derzeit, dazu kommen noch einmal einhundert oder mehr im Entwicklungsbereich. Dazu gibt es Dutzende Angestellte, die ständig mit auf Tour sind. Und noch einmal Hunderte Angestellte, von denen man nicht viel sieht. Dieses Geschäft ist wie ein Schnellzug, der einfach nur dahinrauscht. Und da gibt es überhaupt nicht die Zeit, die kreativen Vorstellungen eines jeden einzelnen ständig berücksichtigen zu können.

Das ist einer der Gründe, warum ich weggegangen bin. Ich will halt „Boone: The Bounty Hunter“ machen. Ich will diesen Film machen, wollte es schon seit meiner Kindheit und habe einen Uni-Abschluss darin und wollte das einfach umsetzen, bevor ich zu alt dafür bin.

Was das Wrestling angeht: Ich bin der Meinung, dem Business noch eine Menge geben zu können. Ich würde es lieben, den Main Event einer WrestleMania zu bestreiten oder die WWE Championship zu halten. Ich würde es lieben, mich selbst als Performer innerhalb des Seilgevierts noch mehr an neue Grenzen zu führen. Ich glaube, im Leben geht es einfach darum, herauszubekommen was du wirklich machen willst und dann an deinen Zielen hart zu arbeiten.

DIE WACHABLÖSUNG IN

DER WWE HAT BEGONNEN

Zu deiner WWE-Zeit hatten die Wrestler zumeist eine feste Position innerhalb der Hierarchie. Es hat kaum Verschiebungen gegeben. Mittlerweile scheint es etwas anderes zu sein. Es gab CM Punk als Langzeit-WWE-Champion. Und jetzt steht Daniel Bryan ganz oben. Beobachtest du diese Entwicklungen innerhalb der WWE?

Ich ziehe meinen Hut vor CM Punk. Dafür, dass er den Durchbruch geschafft hat und es ihm gelang, das Publikum so auf seine Seite zu ziehen. Das gilt auch für Daniel Bryan. Eine Sache, die wirklich cool am Wrestling ist: Du kannst dafür sorgen, dass die Leute im Office hinter dir stehen. Du kannst sie dazu bringen, Storylines für dich zu schreiben. Du kannst die Dinge hinter den Kulissen beeinflussen, weil es Leute gibt, die dich mögen oder auch nicht mögen, du einen Fürsprecher hast oder was auch immer.

Wenn du aber das Publikum hinter dich bringst und eine Anhängerschaft mit Leuten aufbaust, die dich echt sehen wollen, wie du deine Performance ablieferst und Erfolge feierst, dann passiert genau das, was Daniel Bryan widerfahren ist. Nur so durchbrichst du diese Grenze und bekommst den Ball zugespielt. So schaffst du es, wirklich „over“ beim Publikum zu sein. Und das ist einfach toll, diesen Prozess zu beobachten. Dann ist es toll zu sehen, wie diese Vorreiter wie Punk oder Bryan die Sache für sich ans Laufen kriegen.

Die Wachablösung, die passiert, hat sicherlich damit zu tun, dass einige Stars mittlerweile einfach ein bisschen zu alt werden, um regelmäßig in den Ring zu steigen. Undertaker etwa, der zuletzt ja nur noch ein paar Mal im Jahr in den Ring gestiegen ist. Oder Triple H, beide waren immer Fixpunkte. Doch er leitet jetzt die Angelegenheiten hinter den Kulissen, wird der nächste Vince McMahon.

Die Aussage gilt sicher noch nicht für John Cena. Es gibt einfach niemand anderen, der so hart arbeitet wie er. Generell ist der Trend aber deutlich. Und allein aus der Notwendigkeit wird die nächste Generation der Main Eventer herangezüchtet. Das ist in jedem Fall momentan eine sehr interessante Phase.

Du hast Triple H erwähnt. Er hat mittlerweile so viele Aufgaben zu erfüllen, dass er eigentlich gar nicht mehr Vollzeit in den Ring steigen kann, zumal er jetzt natürlich auch schon Mitte 40 ist. Während sich die WWE vor den Kameras wandelt, wächst der Einfluss von Triple H hinter den Kulissen. Klar formuliert: Denkst du, Triple H wird in Zukunft Vince McMahon ersetzen können?

Definitiv nicht! Aber die Antwort kommt in zwei Teilen: Zum einen gibt es wirklich nur einen Vince McMahon. Und damit gibt es nur einen Vince McMahon, der diese Firma so leiten kann wie er es tut. Aber Triple H ist ein ziemlich intelligenter Typ. Er weiß, dass er Vince nicht ersetzen kann. Deshalb wird er delegieren müssen, und damit hat er bereits angefangen und beweist damit, wer er ist – vor und hinter der Kamera. Bisher hat er einen ziemlich guten Beleg dafür geliefert, dass er die WWE leiten kann. Das beste Beispiel dafür ist die jüngste WrestleMania, die meiner Meinung nach eine der besten Ausgaben der jüngeren Geschichte war.

PERSÖNLICHES ZU THE MIZ

UND DEM ULTIMATE WARRIOR

Du hast gemeinsam mit The Miz die WWE Tag Team Championship gehalten, warst mit ihm als Partner viel unterwegs. Jetzt gibt es Leute da draußen, die The Miz richtig cool finden. Andere finden ihn allerdings einfach nur furchtbar nervig. Du bist doch sicher der richtige Mann, um uns eine klare Meinung zu „The Awesome One“ zu geben!

Ich kann sagen: Beide Seiten haben recht! Ich würde sagen, dass The Miz einer meiner besten Freunde ist. The Miz ist allerdings The Miz 24 Stunden am Tag. Wenn du mit ihm unterwegs bist, hörst du ständig seine Meinungen. Er weiß alles, er ist laut – aber so ist er einfach. Er versucht sich nicht zu verstellen. Ich persönlich glaube, es macht einen erfolgreichen Wrestler aus, wenn derjenige er selbst ist. Diejenigen wissen, wer sie sind. Nicht nur im Ring. Bei The Miz ist es so. The Miz ist The Miz. Vor den Kameras dreht er nur noch ein wenig die Lautstärke auf. Wobei … höchstens wirklich nur noch ein wenig.

Aber ich finde, dass The Miz ein toller Typ ist, mit dem ich immer sehr gern zusammengearbeitet habe. Unser Tag Team hat meinem Charakter und meiner Persönlichkeit in den Sendungen ganz eindeutig eine neue Dimension beschert.

Nach WrestleMania XXX hat die Wrestlingszene der plötzliche Tod des Ultimate Warrior überrascht. Wir beide sind fast gleich alt, dürften also wahrscheinlich ähnliche Erinnerungen aus unserer Kindheit an den Warrior haben. Wie denkst du über ihn.

Der Ultimate Warrior war ein echter Main Eventer. Für mich war er mehr ein Kindheitsidol statt ein persönlicher Freund. Ich habe ihn nur einige wenige Male bei Indie-Shows treffen können. Er hatte aber stets sehr nette und vor allem inspirierende Worte für mich übrig. Ich bin wirklich glücklich darüber, dass er in die Hall of Fame aufgenommen worden ist. Er konnte das Kriegsbeil mit Vince und vielen anderen Leuten in der WWE endlich begraben. Dann kam die Promo bei Raw … und das Timing, dass er einen Tag danach gestorben ist, war dann einfach so bizarr. Ich kann es immer noch nicht glauben.

Er war ein inspirierender Typ. Man kann denken und sagen, was man will. Doch die Dinge, die er in seiner letzten Promo bei Raw sagte, die stimmen einfach: Das Vermächtnis des Warrior wird in den Stimmen und Herzen seiner Fans weiterleben.

Dein Finishing Move, ein Split-Legged Corkscrew Moonsault, trägt den Namen Starship Pain. Ich habe im Vorfeld überlegt, ob du bei der Namenswahl vielleicht auch an den Warrior gedacht hast – schließlich hat er ja gern mal in seinen Promos über Raumschiffe gesprochen!?

Als ich meinen Name in Morrison änderte, begann ich Gedichte zu schreiben. Diese Gedichte habe ich dann auf MySpace veröffentlicht. Du kannst dir also ausmalen, wie lange das schon her ist. Eines dieser Gedichte trug den Namen „Starship Pain“. Ich habe mich dann entschlossen, meinen Finisher danach zu benennen. In unserer YouTube-Show „Dirt Sheet“ habe ich dann im Warrior-Style einige Promos über das Starship Pain gehalten. Er sprach allerdings immer vom Spaceship: „Load the spaceship with the rocket fuel.“

Ich würde gerne behaupten, dass es so war. Allerdings kam ich erst auf den Namen und habe später die Verbindung zum Warrior hergestellt.

Und hast du abschließend noch ein paar Grußworte für deine Fans in Deutschland!

Danke für eure Unterstützung über die Jahre. Ich liebe euch, Leute. Ihr werdet mich in der Zukunft garantiert noch für eine lange Zeit sehen können – und hoffentlich dann auch wieder in Deutschland.