WWE SummerSlam 2005
Sonntag, 21 August 2005 / MCI Center in Washington, D.C. / 18.156 Zuschauer

Im MCI Center von Washington DC fand am 21. August 2005 mit dem SummerSlam die dritte der vier traditionellen Großveranstaltungen eines jeden Jahres statt, bei denen ausnahmsweise sowohl RAW- als auch SmackDown!-Wrestler antreten dürfen. Die nachfolgende PPV-Analyse zeigt auf, inwieweit die WWE-Stars bei dieser Veranstaltung überzeugen konnten. Außerdem wird der MVP of the PPV gekürt.

 

Match by Match Review:

01. US Championship: Orlando Jordan (c) vs. Chris Benoit
Was war das denn? Crippler’ s Crossface, Aufgabe und Ende. Sieger und neuer US Champion: Chris Benoit. So ein kurzer Kampf lässt sich unmöglich bewerten. (0:25) ohne Wertung

02. Edge (w/ Lita) vs. Matt Hardy
Hier haben alle auf einen wilden Brawl gehofft. Bevor sich das Match allerdings richtig entwickeln konnte, war es auch schon zu Ende. Hardy knallte mit dem Schädel voll auf den Ringpfosten und blutete daraufhin wie ein abgestochenes Schwein. Als er dann auch noch völlig orientierungslos im Ring umherirrte, brach der Ringrichter das Match sofort ab. TKO-Sieg für Edge. (04:00) **

03. Leitermatch um das Sorgerecht von Dominick: Rey Mysterio vs. Eddie Guerrero
Ein Leitermatch der etwas anderen Art. Das Familiendrama um Dominick, dem Jungen, der weder lachen noch weinen kann, hat das Geschehen im Ring von Anfang bis Ende bestimmt. Wer dieser mexikanischen Seifenoper nichts abgewinnen kann, der dürfte an diesem Kampf sicherlich nicht so viel Freude gehabt haben. Es gab einige nette Spots zu sehen. Den Sunset Flip von der Leiter, der anschließend mit einer Powerbomb abgeschlossen wird, zeigt Guerrero halt immer wieder gerne. Als dann Mysterio später das Seil, mit dem der Koffer der Hallendecke befestigt war, loslassen musste, landete er genau auf den Schultern von Guerrero, der ihm daraufhin noch eine weitere krachende Power Bomb verpasste. Irgendwann rannte natürlich auch der kleine Dominick in den Ring und rüttelte verzweifelt an der Leiter. Guerrero fand das natürlich gar nicht lustig. Er holte zu einer Ohrfeige aus, die aber Mysterio im letzten Moment zu verhindern wusste. Am Ende wurde Eddie Guerrero ausgerechnet von Vickie, seiner eigenen Ehefrau, von der Leiter geschupst. Rey Mysterio nutzte die Chance und stieg seinerseits auf die Leiter, um den Koffer mit den Sorgerechtspapieren zum Sieg von der Hallendecke zu holen. Happy End. (20:15) *** ¾

04. Kurt Angle vs. Eugene (w/ Christy Hemme)
Deutlicher Sieg für Kurt Angle, der fast alle Offensivbemühungen von Eugene sofort im Keim erstickte. Nach dem Angle Slam und dem Ankle Lock hängt die Olympische Goldmedaille nun wieder dort, wo sie hingehört, nämlich um den Hals von Kurt Angle. (03:52) **


05. Undertaker vs. Randy Orton
Guter Brawl, bei dem Orton immer wieder das linke Bein des Takers attackierte. Randys Vater Bob Orton, der sich mit Schnurbart und Perücke als Zuschauer getarnt hatte, sorgte gegen Ende für Verwirrung im Ring, was Randy schließlich zum RKO nutzte. Sieger: Randy Orton. Randy und Bob Orton sind das neue dynamische Duo bei SmackDown!. Von den beiden erhoffe ich mir für die Zukunft ein paar unterhaltsame Promos. (17:10) ***

06. WWE Championship: John Cena (c) vs. Chris Jericho
Starke Performance von Chris Jericho, der John Cena hier zum zweiten Mal hintereinander zu Höchstleistungen im Ring angetrieben hat. Nach dem offenen Schlagabtausch am Anfang des Matches, begann Jericho so ziemlich alles auszukontern, was Cena geplant hatte. Den FU drehte der Kanadier beispielsweise geschickt in einen DDT um. Das Publikum ging ebenfalls gut mit, was einmal mehr beweist, dass die Fehde zwischen den beiden besser ankommt, als so mancher Wrestlingjournalist in den USA zu glauben meint. Die lautstarken Battle-Chants zwischen den beiden Fangruppen waren jedenfalls nicht zu überhören. Zum Schluss konnte Cena letztendlich doch den FU vollenden und so schließlich auch den WWE-Titel erfolgreich verteidigen. Die Fans werden Chris Jericho in den nächsten Monaten sehr vermissen. (14:45) *** ½

07. World Heavyweight Championship: Batista (c) vs. JBL
Wann gab es schon einmal ein No-Holds Barred Match, bei dem ausnahmsweise kein Blut floss? Wenn JBL was kann, dann ist das Brawling. Und Batista, der versucht eben, soweit es ihm möglich ist, mitzuhalten. Das Match hatte genau die richtige Länge. Das Finish mit der Batista Bomb auf die Ringtreppe sorgte außerdem für den würdigen Abschluss. Sieger: Batista. (09:09) **

08. Shawn Michaels vs. Hulk Hogan
Wer mit einem Hulk Hogan in dessen heutiger Verfassung ein so tolles Match auf die Ringmatte zaubern kann, vor dem ziehe ich meinen Hut. Während man die Hogan-Bumps an einer Hand abzählen konnte, brauchte man für das Zusammenzählen der HBK-Bumps schon bald einen Taschenrechner. Michaels ist durch den Ring gesegelt, als wäre er jedes Mal von einem Auto angefahren worden. Das war eine One-Man-Show vom allerfeinsten. Das Ende war zu erwarten. Hogan kickt zuerst nach der Sweet Chin Music aus und zeigt seinerseits kurz später den Leg Drop zum Sieg. Danach gab es noch den obligatorischen Handshake zwischen den beiden, womit wohl eindeutig klar ist, das Michaels in Zukunft wieder als Face antritt. (21:27) *** ¾

Abschließende Bewertung:

Der SummerSlam erhält 7 von 10 Punkten. Es wurde eine ansprechende Show geboten. Von einem der vier großen traditionellen PPVs kann man aber mehr erwarten. Und das ausgerechnet ein Mann wie Hulk Hogan mit seinen 52 Jahren heute noch den SummerSlam headlinen darf, das spricht nicht gerade unbedingt für die amtierenden Champions der beiden Roster.


Top Matches:

1. Hulk Hogan vs. Shawn Michaels
2. Rey Mysterio vs. Eddie Guerrero
3. Chris Jericho vs. John Cena

MVP of the PPV:

Shawn Michaels

Die neue Power-Wrestling

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