WWE SummerSlam 2004
Sonntag, 15 August 2004 / Air Canada Centre in Toronto, Ontario, Kanada / 17.640 Zuschauer

Im Air Canada Centre von Toronto, Ontario, fand am 15. August 2004 in Kanada mit dem SummerSlam einer der vier großen traditionellen PPVs Jahres statt. RAW und SmackDown! luden gemeinsam zu der als WWE-Version der Olympischen Sommerspiele beworbenen Großveranstaltung ein, welche an diesem Abend insgesamt 17640 Zuschauer in die ausverkaufte Halle lockte. Es sollte Geschichte geschrieben werden, und so wurde dass diesmal äußerst unberechenbare Publikum Zeuge eines Generationenwechsels an der Spitze des RAW-Kaders. Let the Games begin!


Match by Match Review:

01. Die Dudley Boyz (Bubba Ray/D-Von/Spike) vs. Paul London & Billy Kidman & Rey Mysterio
Flotter Opener, in dem alle Beteiligten einen Großteil ihrer bekannten Paradeaktionen zeigen konnten. Am Ende hatten die Dudley Boyz die Nase vorn. 3-D an Billy Kidman und der böse neue Anführer der Dudleys, Spike, beendete das Match mit dem Cover. Etwas kurz, aber gut. (8:04) ** ¾

02. Bis der Tod Euch scheidet (Der Gewinner heiratet Lita): Kane vs. Matt Hardy Version 1.0
Matt Hardy bewegte sich trotz kaputtem Knie fast wie ein junger Gott im Ring. Zum Schluss bekam Kane seine Revanche und bezwang Hardy mit einem Chokeslam vom obersten Seil. In den nächsten Tagen kommt es nun zur Monsterhochzeit mit Lita. Durchschnittlicher Kampf, der ebenfalls sehr kurz gehalten wurde. (06:05) **

03. U.S. Championship - Best of Five Series: Booker T (c) vs. John Cena
Das erste Match dieser Serie. Hoffentlich brauchen sie nicht alle fünf Matches, um den endgültigen Sieger zu ermitteln. Denn vor fünf Wochen Booker T vs. John Cena graut es mir persönlich ein bisschen. Das könnte jedenfalls eine ziemlich trockene Angelegenheit werden. Erst recht, wenn die beiden so weiter machen wie beim SummerSlam. Dieses erste Match war zwar nicht schlecht, aber auch nicht gut. Cena führt nach erfolgreichen FU nun mit 1:0. Fortsetzung folgt. (06:18) **

04. Intercontinental Championship: Edge (c) vs. Chris Jericho vs. Batista
Überraschend deutlich zu hörende Buhrufe für den Lokalmatadoren Edge. Jericho, der andere Kanadier, wurde dagegen mit lautstarken Anfeuerungsrufen unterstützt. Batista, der einzige Bösewicht in diesem Match, bekam dagegen so gut wie keine Reaktionen, und schien in diesem Match nur Statist zu sein. Den Hauptteil der Arbeit verrichteten jedenfalls im Ring eindeutig die beiden Kanadier. Ordentlicher Kampf, der für ein Triple Threat Match ebenfalls ein bisschen zu kurz war. Nach dem Spear gegen Jericho bleibt Edge weiterhin Intercontinental Champion. (08:17) ** ¾


05. Kurt Angle (w/ Luther Reigns) vs. Eddie Guerrero
Das Publikum feuerte zwischenzeitlich Kurt Angle an. Was machte Eddie? Er behielt diesmal die Nerven. Im Vergleich zu den vorherigen Kämpfen ließen es die Beteiligten etwas gemütlicher angehen, und zogen mit zunehmender Matchdauer das Tempo langsam an. Beide zeigten kluges Matwrestling. Kurt Angle machte von Anfang an deutlich, dass er unbedingt mit seinem Angle Lock die Entscheidung herbeiführen wollte, was ihm dann zum Schluss auch eindrucksvoll gelang. In einer äußerst innovativen Finishingsequenz nahm der Olympiasieger von 1996 den nackten Fuß des Mexikaners mit dem Angle Lock in die Zange, und zwang ihn endgültig zur Aufgabe. Wenn zwei Ausnahmewrestler wie Kurt Angle und Eddie Guerrero im Ring aufeinandertreffen, erwarten viele gleich sofort einen Klassiker. Diesen gab es hier zwar nicht zu sehen, nichtsdestotrotz war es aber ein sehr gutes Match. (13:33) *** ¾

06. Triple H vs. Eugene
Der heimliche Main Event des Abends. Kein anderes Match auf der Card wurde so stark in den TV-Shows vorbereitet und gepusht - noch nicht einmal die drei Titelkämpfe. Praktisch die ganze Welt bei RAW drehte sich in den vergangenen zwei Monaten um Eugene und Triple H.

Beide zeigten im Kampfverlauf viel Oldschool-Wrestling. Eugene kopierte dabei natürlich wieder alle bekannten Aktionen von Hulk Hogan, The Rock bis hin zu Steve Austin. Immer wieder nett anzuschauen. Am Ende ließ sich der gute Eugene jedoch zu sehr von der Konfrontation zwischen Ric Flair und William Regal außerhalb des Rings ablenken, was Triple H sofort mit dem Pedrigree bestrafte. Guter Kampf. (14:05) *** ¼

07. Divas Dodge Ball Match:
Ohne Worte und ohne Wertung.


08. WWE Championship: John Bradshaw Layfield (c) (w/ Orlando Jordan) vs. The Undertaker
Blitz, Feuer und Nebel. Gewohnt cooler und sehr effektvoller Einzug des Undertakers.
Ein paar Minuten nach dem Ertönen der Ringglocke unterhielt sich das Publikum dann aber mit einer La Ola-Welle selbst, während das Match so dahinplätscherte. Der „Chief of Staff“ Orlando Jordan spielte für JBL oft den Bumptaker. Erst nach der Disqualifikation des Takers (er hatte zuvor illegalerweise den Titelgürtel als Waffe eingesetzt) bezog auch JBL richtig Prügel, und wurde mit einem Chokeslam durch das Dach seiner Luxuslimousine befördert.

Nicht im Fernsehen zu sehen war übrigens ein Fan, der während des Matches kurz auf den weißen Edelschlitten von JBL geklettert war, und vom Sicherheitspersonal glücklicherweise blitzschnell wieder eingefangenen werden konnte. Das hätte ganz schön peinlich werden können, wenn da schon jemand vorher durch das vorpräparierte Dach geplumpst wäre. (17:35) **

09. World Heavyweight Championship: Chris Benoit (c) vs. Randy Orton
Kein Videoeinspieler für den Hauptkampf des Abends. Für einen PPV-Main Event, bei dem es nebenbei sogar noch um den World Heavyweight Gürtel geht, ist dass ein Armutszeugnis. Zum Glück hatten wenigstens die Wrestler ihre Hausaufgaben gemacht.

Beide zeigten dem Publikum ein fantastisches Match. Benoit hatte sich im Ring einmal mehr regelrecht zerrissen, und schoss unter anderem wieder wie ein Torpedo durch die Ringseile nach draußen, wo er nach einem Ausweichmanöver von Orton gegen die Ringabsperrung knallte. Ansonsten dominierte Benoit über weite Strecken den Kampf. Aus mehreren Ansätzen zum Sharpshooter oder dem Crippler’s Crossface, konnte sich Orton allerdings immer wieder glücklich herauswinden. Zum Schluss gelang dem Legendenkiller dazu wie aus heiterem Himmel plötzlich der RKO, welcher zugleich das Ende für Benoits Titelregentschaft bedeutete. Anschließend gab es noch einen anerkennenden Handshake zwischen den Wrestlern.

Mit gerade mal 24 Jahren geht Orton nun als jüngster World Heavyweight Champion in die Geschichte von World Wrestling Entertainment ein. Bleibt zu hoffen, dass die Drehbuchautoren für Orton bessere und größere Storylines schreiben, als wie es bei Chris Benoit der Fall war. Obwohl der Kanadier als Champion im Ring immer wieder hervorragende Arbeit ablieferte, wurde er außerhalb des Seilgevierts von den Drehbuchautoren hoffnungslos im Stich gelassen. (20:08) ****

Abschließende Bewertung:

Der SummerSlam erhält 8 von 10 Punkten. Unterm Strich mit WrestleMania XX vielleicht der beste PPV des Jahres.

Top Matches:

1. Chris Benoit vs. Randy Orton
2. Kurt Angle vs. Eddie Guerrero
3. Triple H vs. Eugene

MVP of the PPV:

Chris Benoit

Die neue Power-Wrestling

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