Sting im Power-Wrestling-Interview: Hier ein exklusiver Auszug!

Nur noch wenige Tage ist die aktuelle Power-Wrestling (Oktober 2011) im Handel erhältlich. Darin zu finden ist unter anderem ein ausführliches Exklusivinterview mit Wrestlinglegende Sting. Anlässlich seines großen Matches mit Hulk Hogan (diesen Sonntag bei TNA Bound for Glory) präsentieren wir euch hier einen Auszug aus diesem Gespräch! 



*** DIE PW-AUSGABE OKTOBER 2011 (MIT DEM KOMPLETTEN STING-INTERVIEW) IST NUR NOCH WENIGE TAGE AN VIELEN KIOSKEN UND IM GESAMTEN BAHNHOFSBUCHHANDEL ERHÄLTLICH. ALS EINZELHEFT ODER ABO BEKOMMT IHR DAS MAGAZIN AUCH IN UNSEREM ONLINE-SHOP (HIER KLICKEN!) *** 

The Man Called Sting

Er ist einer der berühmtesten Wrestler, die das US-Wrestling jemals hervorgebracht ist. Und dennoch ist er der einzige große Name, der niemals bei der WWE unter Vertrag stand: Es ist der Mann, den sie Sting nennen.

Den schwarz-weißen Sting kennen wir bereits seit den Neunzigern. Jetzt hast Du Dich noch einmal vollkommen neu erfunden. Den neuen Sting vergleichen viele mit Heath Ledger als Joker aus den Batman-Filmen. Basiert dein Charakter wirklich darauf? Und was waren Deine Beweggründe, noch einmal etwas völlig neues zu probieren?

Nein, es basiert nicht auf Heath Ledger, dem Joker aus den Batman-Filmen. Das glaubt mir zwar keiner, aber ich habe den Film nicht einmal gesehen. Ich hab mal einen Trailer gesehen, aber nie den ganzen Film. Ich weiß auch nicht viel über die Rolle von Heath Ledger, außer, dass er dann gestorben ist. Also versuche ich nicht, mich an die Rolle anzulehnen – sondern Sting ist einfach nur eine Weiterentwicklung von mir selbst.

Warum ich mich verändert habe? Das habe ich ja im Laufe der Jahre immer mal wieder. Nach den blonden Haaren und den Neonfarben kam der schwarz-weiße Crow-Sting. Und jetzt eben der „Joker-Sting“, wenn ihr mich so nennen wollt. Ich möchte einfach interessant bleiben und die Menschen unterhalten. Deshalb also die Veränderung.

Nach dem Wechsel vom Bunten zum Schwarz-weißen Sting, haben wir Dich einige Monate lang nur unter der Hallendecke gesehen. Später wurdest du in den Ring abgeseilt. Welche Erinnerungen hast Du an diese Zeit – und wie hat sich das Abseilen angefühlt?

Darüber könnte ich Stunden sprechen, aber das würde zu lange dauern. Es waren schon wirklich beängstigende Dinge damals. Zum ersten Mal haben wir das in Chicago im United Center gemacht. In der Hallenmitte ist das Gebäude 297 Fuß (rund 90 Meter; Anm. d. Red.) hoch – also fast ein Fußballfeld. Und da sollte ich abgeseilt werden. Ich habe die Fans gehört, die Musik, das Feuerwerk. Den Rauch gerochen – der Lärm war ohrenbetäubend. Den Adrenalinrausch kann ich kaum beschreiben.

Also auch wenn es wirklich beängstigend war, sind es tolle Erinnerungen. Es war eine schöne Zeit. Eine gute Zeit für das Wrestling, Wir wuchsen ständig und waren dabei, die größte Wrestlingpromotion der Welt zu werden. Es war einfach toll, und ich spüre im Moment eine ähnliche Bewegung. Und zwar bei einer anderen Wrestlingliga namens TNA oder IMPACT WRESTLING. Es ist eine ganz ähnliche Marke, und wir sind in einer ähnlichen Situation. Ich hoffe, dass wir die Geschichte noch einmal wiederholen können. Allerdings nur den guten Teil davon.

Du hast den Aufstieg und Fall der WCW hautnah mit erlebt. Viele Leute wurden für den Niedergang der Promotion verantwortlich gemacht. Wann hattest Du das erste mal das Gefühl, dass es mit der WCW zu Ende gehen könnte? Und warum hat die WCW nicht überlebt?

Am Anfang gab es eine Gruppe von Menschen, die einfach zusammen an einem gemeinsamen Ziel gearbeitet haben. Es gab keine versteckten Beweggründe, keine persönlichen Interessen oder so. Jeder hat mit jedem gesprochen. Und irgendwann gab es dauernd geheime Besprechungen und solche Dinge. Es hat sich alles verändert. Überall bildeten sich Grüppchen, und die wichtigsten Leute, die eigentlich zusammenarbeiten sollten, arbeiteten gegeneinander. Das betraf sowohl Wrestler als auch Offizielle. Einfach alle.

Zum ersten Mal habe ich, glaube, ich in Australien mitbekommen, dass Vince McMahon unsere Liga aufkaufen möchte. Und von da an hatte ich ernsthafte Bedenken. Als es dann wirklich passiert ist, hatte ich das Gefühl, dass der Feind uns in Gefangenschaft genommen hat. Das war eine schwere Zeit. So etwas möchte ich nicht noch einmal erleben.

Die guten Zeiten der WCW werden oft vergessen. Was waren Deine schönsten Momente im Pro-Wrestling?

Mein erstes Match gegen Ric Flair war unglaublich aufregend. Und dann wurde es noch aufregender, als wir das erste Mal um den World Title gegeneinander angetreten sind. Das war im März 1988 beim Clash of the Champions. Das Match endete unentschieden – nach 45 Minuten. So etwas hatte es vorher noch nie gegeben. Im amerikanischen Fernsehen wurde nie zuvor eine Sportveranstaltung gesendet, die über 45 Minuten nicht durch Werbung unterbrochen wurde. Das war aufregend – aber es wurde noch besser. Im März 1990 habe ich ihm dann zum ersten Mal den World Title abgenommen. WCW Starrcade 1997 – das Match gegen Hulk Hogan war großartig. Wir haben ja schon über das Abseilen gesprochen – daran habe ich tolle Erinnerungen. Plötzlich tauchte ich im Ring auf, der ganze Hokuspokus – ich hatte eine großartige Zeit.