Was wurde eigentlicht aus ...!?!

Adam Bomb - der atomare Athlet

In den Neunzigern kämpfte sich Bryan Clark mit wechselnden Identitäten durch die Szene. Heute arbeitet er als Manager eines Casinos.

Bryan Clark hat einen interessanten Werdegang als Wrestler hinter sich. Vom Nightstalker in der dahinsiechenden AWA über den nuklear verstrahlten Adam Bomb in der WWE bis hin zum käuflichen Kopfgeldjäger im WCW Tag Team KroniK hat man den Mann aus Pennsylvania in den Neunzigern des vergangenen Jahrhunderts in gefühlten eintausend verschiedenen Rollen erlebt. Nicht in jeder Rolle überzeugend, stach Clark dennoch stets hervor und hinterließ nicht nur dank seiner auffallenden körperlichen Attribute einen bleibenden Eindruck bei seinen Fans.

BUNTER STREIFZUG DURCH DIE WRESTLINGWELT DER NEUNZIGER

Als Clark im Alter von 24 Jahren sein Debüt im Wrestling feierte, brachte er die perfekten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Karriere in den Achtzigern mit: beeindruckende Muskeldichte und enorme Körpergröße. Aufgrund dieser Charakteristiken hatte er es nie besonders schwer, im Wrestlinggeschäft einen Job zu finden. Sowohl die WWE als auch die WCW boten ihm immer wieder lukrative Arbeitsstellen an. Vince McMahon präsentierte Clark Mitte der Neunziger als nuklear verstrahlten Adam Bomb, der mit grünen Kontaktlinsen und rot gefärbter Zunge ausgestattet in der WWE sein Unwesen trieb und konstant in der Midcard antrat. Auch als Clark nach mehreren aufstiegslosen Jahren in die WCW wechselte, und dort als Mixed Martial Arts Fighter Wrath für Aufsehen sorgte, war ihm der große Erfolg nicht vergönnt.

Über zehn Jahre erlebte die Wrestlingwelt einen mit perfekten Voraussetzungen ausgestatteten Wrestler, bei dem man niemals ganz verstehen konnte, warum er sich nicht dauerhaft oberhalb der Midcard etablieren konnte. Erst im neuen Millennium bot sich für ihn die Chance, sich im Rampenlicht zu etablieren.

Anstatt greller Farben und weithergeholter Gimmicks präsentierte die WCW in ihrer Spätphase den Adam-Bomb-Darsteller als eine aufpolierte Version seiner selbst. Im Tag Team mit seinem engen Freund Brian Adams ließ man Clark er selbst sein, unter seinem richtigen Namen in den Ring steigen und als seriösen Wrestler auftreten. KroniK war die WCW Version der in der WWE erfolgreichen APA, die dort aus Ron Simmons und JBL bestand. Nach zehn Jahren erlebte der Hüne in seinen Mittdreißigern somit den großen Durchbruch und konnte sich schließlich doch noch oberhalb der Veranstaltungscards etablieren. KroniK stieg zu Main Events gegen große WCW-Stars wie Lex Luger, Buff Bagwell oder sogar Bill Goldberg in den Ring, wurde dann jedoch aufgrund von Verletzungen der beiden Bryans kurz vor dem Ende der Liga auf die Ersatzbank geschickt.

Damit endete nicht nur ihr Run als Tag Team, sondern auch Clarks populärste Phase. Nach dem Verkauf der Liga an die WWE sah man ihn lediglich für ein kurzes Intermezzo in der McMahon-Liga, ehe KroniK sich aus dem Rampenlicht zurückzog und Clark im Jahr 2003 seinen Rücktritt bekanntgab.

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HEUTE NUR NOCH WENIG INTERSSE AM WRESTLING

Chronische Nackenprobleme waren dafür verantwortlich, dass Clark seinen Spaß am Wrestling verloren hatte und mit 38 Jahren keine Begeisterung mehr für ein Engagement im Ring zeigte. Zwar erlebt man ihn hin und wieder noch bei Autogrammstunden, aber aus dem aktiven Geschehen hat er sich endgültig verabschiedet, um in einem anderen Berufsfeld sein Glück zu finden. Da er vor seiner Wrestlinglaufbahn ein Studium im Bereich Hotelmanagement absolviert hatte, war er im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen nicht auf einen Job im Wrestling angewiesen und konnte problemlos eine Stelle als Manager eines Casinos in Arizona ergattern.

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Angesprochen darauf, ob er das aktuelle Wrestlingprogramm im TV noch sehe, antwortete er uns, dass er sehr selten im Fernsehen das Business verfolge, in dem er fast 15 Jahre lang aktiv war. Mit dem Tode seines engen Freundes Brian Adams im August 2007 hat auch Bryan Clark mit dem Wrestling abgeschlossen.

Auch wenn mehr als fraglich ist, ob Clark je in die WWE Hall of Fame aufgenommen werden wird, so hatte er gerade in seinen letzten aktiven Jahren in Deutschland eine nicht zu verachtende Fanbase, die erfreut sein wird zu hören, dass es im Gegensatz zu so vielen anderen früheren Stars für Bryan Clark ein erfolgreiches Leben nach dem Ende seiner aktiven Karriere gibt.

Alexander Nolte