Berliner FDP setzt sich objektiv mit MMA und UFC auseinander

Ultimate Fighting ChampionshipIn einem Email-Rundschreiben wies Sebastian Czaja, Politiker der FDP und Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses, auf ein von ihm erstelltes Positionspapier der FDP-Fraktion im Abgeordnetenhaus von Berlin, zum Thema Mixed Martial Arts und UFC hin. Dieses Positionspapier soll Klarheit zur politischen Situation beim Thema MMA schaffen und wurde auf Grund der Vielzahl von Emails der Aktion "VOTE PRO MMA" erstellt.

Das Schreiben schildert detailliert die Grundlagen von MMA und erkennt diese als Sportart an: "Beim MMA (alternativ: Ultimative Fighting, Xtrem-Fighting) handelt es sich um eine Kampfsportart, die sich aus einzelnen Kampfsportdisziplinen zusammensetzt. Die meisten der verwendeten Kampftechniken sind olympisch und erfreuen sich der Beliebtheit der breiten Gesellschaft."

Gleichzeitig wies man auf den Boom von MMA hin: "In den USA und zahlreichen anderen Ländern hat MMA bereits den Durchbruch geschafft. [...] In Deutschland werden derzeit die ersten Versuche gestartet. Der mediale und politische Gegenwind ist bisher sehr groß. Die erste Veranstaltung im Juni in Köln hat im Vorfeld eine Verbotsdebatte erzeugt. Im Nachgang der Veranstaltung mit ca. 13.000 Zuschauern war die Berichtserstattung deutlich zurückhaltender."

Czaja wies in dem Papier darauf hin, das auch eine Verbotsdebatte die Veranstaltung in der Berliner Max-Schmeling Halle, welche im Dezember 2009 stattfinden sollte, behinderte, die FDP-Fraktion in Berlin jedoch ein Verbot ablehnte.

FDP setzt sich objektiv mit MMA und UFC auseinanderDie Senatsverwaltung für Inneres habe ein solches Verbot geprüft, musste jedoch wie in Köln feststellen, dass dies rechtlich nicht möglich sei. In Berlin übte man Druck auf den Hallenbetreiber aus, dass solche Veranstaltungen in landeseigenen Sporthallen nicht mehr ausgeführt werden dürfen.

Im Folgenden betrachtet Czaja den MMA-Sport objektiv und geht klar auf die Gefahren ein: "Eine erhöhte Gesundheitsgefährdung für den Kämpfer im Vergleich zu anderen 107 gesellschaftlich anerkannten Kampfsportarten kann nicht festgestellt werden". Weiter setzt er sich mit den Themen "Jugendliche werden für den Straßenkampf ausgebildet" und "Jugendliche Zuschauer werden zur Gewalt animiert und verlieren die Hemmschwelle" auseinander, welche er ebenfalls entkräftet.

Als Fazit zieht Czaja drei klare Positionen.
Man sei gegen ein Verbot von MMA- Veranstaltungen, jedoch für eine Altersbeschränkung ab 18 Jahren,
alle Kampfsportvereine und –schulen sollen sich einem Zertifikationsverfahren unter Obhut der Sportverbände unterwerfen
und
es sei notwendig, dass bei MMA- Kämpfen zum Schutz der Sportler auch die Ringärzte einen Kampfabbruch erwirken können.

Damit setzt sich ein solches Schreiben erstmals klar und sachlich mit dem Thema MMA und seiner Problematik auseinander. Czaja beleuchtet dabei alle Aspekte. Inwiefern das Positionspapier Zugang zu anderen Fraktionen, Parteien und politischen Organen findet, wird die weitere Entwicklung von MMA in Deutschland zeigen.

Das komplette Positionspapier als pdf-Datei




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